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FAZ.NET-Spezial: 33. Spieltag Stuttgart träumt und Schalke zittert

13.05.2007 ·  Aus dem Dreikampf um die Fußball-Meisterschaft ist ein Duell geworden. Die besten Karten hat nun Stuttgart, denn Konkurrent Schalke unterlag in Dortmund. Mainz und Aachen sind so gut wie abgestiegen. FAZ.NET-Spezial.

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Zwischen Himmel und Hölle lagen gerade einmal 16,81 Kilometer: Während für Schalke 04 ausgerechnet beim Erzrivalen Borussia Dortmund wohl abermals alle Meisterschaftsträume platzten, verfiel der VfB Stuttgart im Bochumer Ruhrstadion in einen kollektiven Freudentaumel. Durch ein 3:2 beim VfL stürmte das Team von Erfolgstrainer Armin Veh einen Spieltag vor Saisonschluss an die Tabellenspitze und steht nach dem 0:2 der Schalker in Dortmund und dem 1:2 von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt kurz vor dem fünften Meistertitel (Siehe auch: ).

Doch nicht nur Schalke versank nach dem 33. Spieltag in einem Tränenmeer: Auch bei Alemannia Aachen, das gegen Wolfsburg nur zu einem 2:2 kam, und bei Mainz 05 trotz eines 3:0 gegen Gladbach war der Frust riesig. Beide Teams sind aufgrund ihres schlechten Torverhältnisses kaum mehr zu retten und müssen neben Gladbach den Gang in die Zweite Liga antreten. Dagegen stehen die Gipfelstürmer des VfB kurz vor der Erfüllung ihres ganz großen Traums.

„Wir sind noch kein Meister“

Doch bei aller Euphorie wehrten Veh und auch Manager Horst Heldt alle Glückwünsche ab. „Auch wenn es ein langweiliger Spruch ist: Abgerechnet wird am Schluss. Wir sind noch kein Meister“, sagte der Stuttgarter Coach und freute sich vielmehr über die perfekte Qualifikation zur Champions League. Zweimal lag der Pokal-Finalist in Bochum zurück, schlug durch den erstmals nach zweimonatiger Verletzungspause eingewechselten Mario Gomez und den überragenden Cacau aber in meisterlicher Manier zurück. „Wenn ich Hüte hätte, würde ich sie alle ziehen. Da fehlen einem die Worte, um zu beschreiben, was die Mannschaft abgeliefert hat“, sagte Heldt (Siehe auch: 3:2 in Bochum: Cacau und Gomez lassen Stuttgart feiern)

FAZ.NET-Spezial: 33. Spieltag

Fassungslos reagierten dagegen Fans, Spieler und Verantwortliche von Schalke 04 auf das 0:2 in Dortmund. Mit der Niederlage im 129. Revierderby wurden Erinnerungen an 2001 wach, als die Königsblauen ebenfalls am vorletzten Spieltag durch ein 0:1 beim VfB Stuttgart die Spitzenposition aus der Hand gaben und den Bayern noch den Titel überlassen mussten. „Es ist schwer daran zu glauben, dass wir es noch schaffen können. Jetzt müssen wir den zweiten Platz verteidigen“, sagte Trainer Mirko Slomka mit versteinerter Miene (Siehe auch: Der Schalker Traum wird wieder zum Trauma).

Frings: „Wir haben es selbst verpennt“

Es dauerte lange, bis die Schalker den Schock verdaut hatten und sich auf den letzten Spieltag einschworen. „Schalke hat schon in letzter Minute die Schale verloren, warum sollen wir sie jetzt nicht noch in letzter Minute gewinnen“, sagte Marcello Bordon. „Wer nicht mehr dran glaubt, soll zu Hause bleiben.“

Bei Werder Bremen haben sich derartige Gedankenspiele endgültig erledigt. Durch das 1:2 gegen Frankfurt warf sich der Herbstmeister selbst aus dem Titelrennen (Siehe auch: Eintracht gewinnt: Frankfurts Rettung ist Bremens Untergang) „Ich habe schon in der Winterpause gesagt, dass wir uns nur selbst schlagen können. Das ist nun geschehen, wir haben es selbst verpennt“, sagte Torsten Frings. Werder ist nun selbst im Kampf um die direkte Champions-League-Qualifikation auf Schützenhilfe angewiesen.

Partystimmung bei Absteiger Mainz

Jede Hilfe kommt dagegen für Aachen und Mainz zu spät. „Ich zitiere jetzt einen großen Philosophen: Heute ist nicht alle Tage. Wir kommen wieder - keine Frage. Wir werden mit allem, was wir haben, wieder angreifen“, rief Mainz-Coach Jürgen Klopp nach dem Spiel den Fans zu, die ihre Lieblinge zuvor bei mehreren Ehrenrunden im vorerst letzten Bundesliga-Heimspiel für lange Zeit frenetisch gefeiert hatten.

Nach dem stilvollen Abschied aus dem Oberhaus bekannte sich Klopp zum selbsternannten Karnelvalsverein: „Ich werde Trainer hier bleiben. Ich spüre eine große Verantwortung für das, was hier passiert.“ (Siehe auch: Jürgen Klopp: „Eine große Dankbarkeit an das Publikum“)

Aachen schien gerettet - und steigt nun ab

Auf neue Ziele muss sich auch Aachen nach dem bitteren 2:2 gegen Wolfsburg einstellen. „Das ist ein ganz furchtbarer Tag“, sagte Präsident Horst Heinrichs: „Wir haben 36 Jahre auf die Bundesliga gewartet. Sich nun nach einem Jahr wieder verabschieden zu müssen, ist ganz traurig.“ Nach dem 26. Spieltag schien der Aufsteiger als Neunter fast gerettet, es folgten sechs Niederlagen und der bittere Absturz. Da passte es ins Bild, dass die Alemannia auch gegen den direkten Konkurrenten Wolfsburg einen 2:0-Vorsprung in den letzten neun Minuten noch verspielte.

Selbst der größte Optimist rechnet nicht mehr damit, dass die Aachener am letzten Spieltag neben drei Punkten auch 14 Tore auf Wolfsburg wettmachen können. Ob Michael Frontzeck auch in der neuen Saison Trainer in Aachen ist, soll in den kommenden Wochen entschieden werden. In Wolfsburg steht Klaus Augenthaler trotz des fast sicheren Klassenerhalts und eines Vertrags bis 2009 vor dem Abschied. „Zwei Dinge im Leben sind sicher. Erstens: Man muss irgendwann sterben. Und zweitens: Als Trainer wirst du irgendwann entlassen“, sagte der VfL-Coach voller Ironie.

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