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FAZ.NET-Spezial: 28. Spieltag Bochum düpiert Leverkusen

09.04.2007 ·  In der Fußball-Bundesliga macht das Quartett aus Schalke, Stuttgart, Bremen und München den Titel unter sich aus. Leverkusen unterlag am Sonntag Bochum 1:4, Bremen besiegte Nürnberg 1:0. Mit FAZ.NET-Bildergalerie.

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Die Fußball-Bundesliga hat sich auf der Zielgeraden endgültig zum Kuriositäten-Kabinett entwickelt. Ein Quartett mit Schalke, Stuttgart, Bremen und Meister Bayern München macht den Titel unter sich aus. Das Mittelfeld besteht nach dem 28. Spieltag aus Leverkusen, das sich am Sonntag beim 1:4 gegen Bochum blamierte, und den Nürnbergern, die in Bremen 0:1 unterlagen.

Außerdem mit dem Tabellen-Siebten Wolfsburg, der Mainz 05 mit dem 3:2 wieder auf die Abstiegsränge brachte, beginnt die Zone der Gefährdeten, von denen Borussia Mönchengladbach nach dem 0:2 auf Schalke kaum noch zu retten ist.

Wörns: „Ich habe ihn nicht geschlagen“

Wie aggressiv die Anstrengungen um den Klassenverbleib geführt werden, verdeutlichte Christian Wörns. Als beim 4:1 des BVB in Aachen alles entschieden war, ging der Verteidiger seinen Torhüter Roman Weidenfeller heftig an. Doch Wörns bestritt Handgreiflichkeiten: „Ich habe ihn nicht geschlagen.“

Dortmunds Trainer Thomas Doll, dem nach 167 Tagen das erste Erfolgserlebnis beschieden wurde, tat das Geschehen ab: „Das sollte man nicht überbewerten.“ Nach der „besten Saisonleistung“ (Dortmunds Präsident Reinhard Rauball) verließ der Weltpokalsieger von 1997 die Abstiegsplätze und findet sich trotzdem inmitten von Vereinen wieder, die nach unten schauen müssen.

Hertha „nicht erst seit heute im Abstiegskampf“

Beim noch nie abgestiegenen Hamburger SV strich Trainer Huub Stevens nach dem 2:4 gegen einen fulminant aufspielenden VfB Stuttgart die freien Ostertage. Sein Gegenüber Armin Veh konnte das Gegenteil tun: „Das haben sich meine Jungs einfach verdient.“

Einstmals ambitionierte Klubs wie Hertha BSC (1:1 gegen Arminia Bielefeld) oder Hannover 96 (1:2 gegen Bayern München) sind gefährdeter denn je. Hertha-Keeper Christian Fiedler: „Wir sind nicht erst seit heute im Abstiegskampf.“ Seit acht Spielen warten die Berliner auf einen Sieg, die Fans fordern die Demission von Manager Dieter Hoeneß und Trainer Falko Götz. „Das ist eine Phase, wo man damit rechnen muss, dass solche Rufe kommen“, sagte Götz.

Schweinsteiger hat „keine Zeitung gelesen“

„Die Bayern haben mit wenig Aufwand drei Punkte geholt“, fasste 96-Kapitän Altin Lala die 90 Minuten gegen den Rekordmeister zusammen. Spielerisch war die Bayern-Darbietung vor dem Champions-League-Duell mit dem AC Mailand keine Offenbarung. „Wenn wir gegen Mailand bestehen wollen, ist eine Steigerung von 50 Prozent notwendig“, räumte Trainer Ottmar Hitzfeld Defizite beim 800. Bundesliga-Sieg der Bayern ein.

Immerhin zeigte öffentliche Kritik von Manager Uli Hoeneß an Nationalspieler Bastian Schweinsteiger Wirkung. Der Gescholtene rettete per Kopf auf der Linie, schoss das Siegtor und kämpfte um jeden Zentimeter Boden. Speziell angestachelt fühlte sich Schweinsteiger nicht: „Ich habe keine Zeitung gelesen“, lautete seine von einem Lächeln begleitete Replik.

Asamoah „rechtzeitig zur Meisterschaft zurück“

Bei einem anderen Nationalspieler wurden Glückshormone frei. Schalkes Gerald Asamoah krönte ein halbes Jahr nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch den ersten Einsatz von Beginn an mit dem 1:0 gegen Mönchengladbach und brachte Schalke wieder auf Titelkurs. „Ich bin schließlich rechtzeitig zur Meisterschaft zurückgekommen, das war mein Plan“, sagte Asamoah.

Für Mönchengladbachs Trainer Jos Luhukay ist die Bilanz verheerend: In neun Spielen gab es für den Niederländer nur zwei Erfolge, auswärts blieb die Borussia zuletzt vier Mal ohne Tor und Punkt. Bleibt der Faktor Hoffnung. Luhukay: „Wir haben noch vier Heimspiele und müssen alles daran setzen, die zu gewinnen.“

„Das war ein Schock“

Doppelt schlimm traf es die Frankfurter Eintracht. Das 1:3 gegen den auswärts zum dritten Mal in Serie erfolgreichen Aufsteiger aus Cottbus bringt die Hessen in höchste Not. Fataler war die klaffende Risswunde, die sich Christoph Preuß bei einem Zusammenprall mit Keeper Oka Nikolov zuzog.

„Wenn man sah, wie das Blut lief, war das schon ein Schock“, meinte Mitspieler Christoph Spycher, der die 15 Zentimeter lange Wunde von Preuß aus nächster Nähe gesehen hatte.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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