07.03.2010 · Das Meisterrennen bleibt spannend: Bayern spielte 1:1 in Köln, weil Podolski traf. Bayer verlor erstmals, in Nürnberg. Schalke gewann in Frankfurt. Viele Tore fielen in Wolfsburg und Bremen. Und Hannover hatte in Freiburg die Nase vorn.
Von Tobias RabeARD-Reporter Wilfried Mohren glaubte womöglich an prophetische Fähigkeiten, als er einst kommentierte: „Auch die Schiedsrichterassistenten an der Linie haben heute ganz ordentlich gepfiffen.“ Spätestens seit diesem Samstag sollte der heutige Pressesprecher des Drittligavereins Rot-Weiß Erfurt einsehen: Daraus wird nichts. Vielmehr bleibt der Fußball wie er ist. Denn das alles entscheidende International Football Association Board beschloss nun auf einer Sitzung: kein Chip im Ball, keine Torkamera, keine Technik - die Schiedsrichter bleiben auf sich gestellt. Und die Assistenten ohne Pfeife.
Am 25. Spieltag der Bundesliga fehlten all die modernen technischen Hilfsmittel nicht. Kein Wembley in Wolfsburg. Kein Handball in Hamburg. Kein Faller in Frankfurt. Und so wird der Waliser Jonathan Ford, einer der Entscheider in Regelfragen, wenig Freude an den Spielen gefunden zu haben, begründete er das „No“ zu neuen Technologien mit einem fröhlichen Gruß an alle Stammtische: „Strittige Entscheidungen sind doch gerade das Schöne an diesem Sport.“ Das werden die durch Thierry Henry geschädigten Nachbarn aus Irland sicher genauso sehen.
Ein Handspiel hatte Lukas Podolski gar nicht nötig, um nach 1424 Minuten der Enthaltsamkeit wieder ein Tor in der Bundesliga zu schießen. Aus sicherer Entfernung wuchtete er den Ball bei einem Freistoß mitten ins Tor - Hans-Jörg Butt flog schön, traf das bekannte Flugobjekt aber nicht. Ein Fehler des Bayern-Torwarts, da hätte auch ein Videobeweis kaum zur Entlastung beigetragen. Wie sagte Jerome Valcke, Generalsekretär des Weltverbandes Fifa, doch gleich am Samstag in Zürich: „Fehler wird es immer geben.“ Den von Butt meinte er damit aber wohl nicht.
Bastian Schweinsteiger glich noch aus zum 1:1, aber die Münchner verloren im Meisterrennen zwei Punkte. Gleich drei Zähler ließ Bayer in Nürnberg am Sonntag liegen. Nach der ersten Saisonniederlage in der Bundesliga findet sich Leverkusen nun nur noch auf Platz drei wieder Bayer geriet durch zwei Treffer von Eric Maxim Choupo-Moting und einen von Mikael Tavarez mit 0:3 in Rückstand, die Aufholjagd mit Erfolgserlebnissen von Stefan Kießling und Patrick Helmes kam zu spät - Nürnberg siegte mit 3:2 und verließ so die Abstiegsplätze.
Es bleibt spannend im fußballerischen Dreikampf
Als großer Gewinner des Spitzentrios darf sich Schalke 04 fühlen. Zwei frühe Kopfballtore von Joel Matip und Benedikt Höwedes sorgten für ein Torepolster in Frankfurt, der Anschluss von Alexander Meier war nur eine Fußnote beim Auswärtssieg, den Ivan Rakitic und Kevin Kuranyi zum 4:1 in die Höhe schraubten. Der aktuelle Stand an der Spitze neun Spieltage vor Schluss: München 53 Punkte, Schalke 51, Leverkusen 50. Es bleibt also spannend im fußballerischen Dreikampf.
Viel weniger Zähler hat Hannover auf dem Konto. Doch den Sieg im Duell der Kellerkinder in Freiburg entschieden die Niedersachsen mit 2:1 für sich, weil Elson ins gegnerische und SC-Stürmer Papiss Cisse ins eigene Tor trafen. Entsprechend gering fiel die Freude über das erste Heimtor nach mehr als zehn Stunden bei den Breisgauern aus; Yacine Abdessadki traf. Genauso schlecht fiel die Ausbeute von Hertha BSC aus. Die Berliner verloren durch ein Tor von Marcell Jansen in Hamburg mit 1:0 - und bleiben selbstredend Tabellenletzter.
„Zur Schiedsrichterleistung will ich gar nichts sagen“
Jeweils einige einwandfreie Tore fielen in Wolfsburg und Bremen. Werder holte gegen Stuttgart nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2-Remis, weil Hugo Almeida und Torsten Frings es Pawel Pogrebnjak und Sami Khedira in Sachen Treffsicherheit nachmachten. Der Meister geriet gegen Bochum zunächst durch Paul Freier in Rückstand, zwei Tore von Edin Dzeko und je ein Treffer von Obafemi Martins und Jonathan Santana drehten die Partie noch, und der VfL aus Wolfsburg gewann mit 4:1 gegen den VfL aus dem Ruhrpott.
Ebenso klar wie die Begegnung der Vereine für Leibesübungen endete das Duell der Borussias. Dortmund ließ Gladbach keine Chance und gewann mit 3:0. Kevin Großkreutz und zweimal Mohamed Zidan schossen sich auf die Anzeigetafel. Im abschließenden Spiel der 25. Runde gewann Mainz dank eines einwandfreien Treffers von Aristide Bance mit 1:0 bei 1899 Hoffenheim. So wird sich frühestens am nächsten Spieltag ein Stefan-Reuter-Nachfolger finden, der sich einst nach einer verlorenen Partie bemerkenswert im Zaum hatte und diplomatisch sagte: „Zur Schiedsrichterleistung will ich gar nichts sagen, aber das war eine Frechheit, was da gepfiffen wurde.“
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |