02.03.2009 · Hertha BSC bleibt Tabellenführer der Fußball-Bundesliga: Nach dem Berliner Samstagssieg verpasste Hamburg am Sonntag den Sprung auf Platz eins durch ein 1:3 gegen Wolfsburg. Bremen und Bayern trafen das Tor nicht. In Karlsruhe schlugen die Emotionen hoch.
Wenig Glanz, viel Effektivität - das lange Zeit unterschätzte Team von Hertha BSC wird mehr und mehr zu einem echten Titelaspiranten. Dank des knappen 2:1 über Borussia Mönchengladbach und des Fehltritts des Hamburger SV am „Super-Sonntag“ mit zwei weiteren Top-Spielen kehrten die Minimalisten aus der Hauptstadt an die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga zurück (siehe auch: Die Bundesliga in Zahlen: Tabelle, Ergebnisse, Statistik).
Nach dem zehnten von insgesamt dreizehn Saisonsiegen mit nur einem Tor Abstand wächst der Glaube an die erste Meisterschaft seit 78 Jahren. Über Mikrofon versprach Abwehrspieler Josip Simunic den Fans ein Happy End: „Wir werden versuchen, von den letzten zwölf Spielen acht zu gewinnen. Dann stehen wir ganz oben.“ (siehe auch: 2:1 gegen Mönchengladbach: Berlin zittert sich an die Spitze zurück)
Die „Wölfe“ sind bissig und ärgern den Hamburger SV
Die Berliner (43 Punkte) profitierten von der ersten Saison-Heimschlappe des abgelösten Spitzenreiters HSV (42) im Nordderby gegen den VfL Wolfsburg. Die bis dato auswärtsschwachen „Wölfe“ zeigten sich in der Hansestadt äußerst bissig und kamen durch Tore von Rückkehrer Grafite (12./Foulelfmeter/25.) und Edin Dzeko (75.) bei einem Gegentreffer von Paolo Guerrero (73.) zum 3:1-Erfolg (siehe auch: 1:3 gegen Wolfsburg - Grafite verhindert den Hamburger Gipfelsturm).
Damit liegt Wolfsburg mit Trainer Felix Magath als Vierter sogar noch vor Titelfavorit FC Bayern München, der bei Werder Bremen nicht über ein 0:0 hinauskam. Es war das erste torlose Spiel der beiden Konkurrenten seit fünfzehn Jahren, obwohl Werder nach der Roten Karte für Verteidiger Naldo (Notbremse gegen Schweinsteiger) schon nach 15 Minuten in Unterzahl war (siehe auch: 0:0 in Bremen - Bayern rutscht in Überzahl auf Platz fünf ab).
Weil Randalierer dem Mannschaftsbus des VfB Stuttgart vor dem baden-württembergischen Derby beim Karlsruher SC den Weg versperrten, begann die dritte Sonntagspartie im Wildparkstadion eine Viertelstunde später. Auf dem Rasen ging es weniger turbulent zu, bis Elson (50.) dem VfB den Weg zum Sieg ebnete, den Sami Khedira mit dem 2:0 (88.) perfekt machte. Für den KSC wird es nun immer schwerer (siehe auch: 0:2 gegen Stuttgart - Karlsruhe zieht im brisanten Derby den Kürzeren).
„Bei uns sind nur noch 70 Prozent der Hinrunde da“
Beim 1899 Hoffenheim schwindet der Glaube an eine Fortsetzung des Fußball-Märchens aus der Hinrunde. Beim 0:0 in Dortmund blieb das Team zum vierten Mal in Serie ohne Sieg, steht aber immer noch auf Platz drei. Trainer Ralf Rangnick sieht den Herbstmeister auf gutem Weg aus der Talsohle. „Wir stehen weiterhin ausgezeichnet da.“
Die beiden Remis in den vergangenen Auswärtsspielen in Stuttgart und beim BVB wertete er als ermutigendes Signal. Auch Mittelfeldspieler Sejad Salihovic sprach von einem Aufwärtstrend, sah aber noch reichlich Luft nach oben: „Von dem, was wir in der Hinrunde gespielt haben, sind nur 70 Prozent da. Die restlichen 30 Prozent fehlen.“ (siehe auch: 0:0 in Dortmund: Hoffenheim verpasst die Tabellenspitze)
„Rene tut gut daran, mal an einer Kamera vorbei zu gehen“
Vorerst Abschied aus dem spannenden Titelrennen nahm Bayer Leverkusen. Beim 0:1 in Hannover kassierte das Team von Trainer Bruno Labbadia die bereits dritte Niederlage im fünften Rückrundenspiel. Der Disput zwischen Rene Adler und Rudi Völler dokumentierte den Stimmungsumschwung.
Auf die Kollegenschelte des Nationalkeepers, der über ein „gewissen Phlegma“ innerhalb der Mannschaft geklagt und eine Krisensitzung vor dem anstehenden Pokalspiel gegen Bayern München (Mittwoch, 20.30 Uhr / Live in der ARD, bei Premiere und im FAZ.NET-DFB-Pokal-Liveticker) gefordert hatte, reagierte Leverkusens Sportdirektor verärgert: „Rene tut gut daran, mal an einer Kamera und einem Mikrofon vorbei zu gehen. Als er mal nicht jeden Ball festhielt, hat keiner der Mitspieler gemeckert. Jeder muss sich an die eigene Nase fassen.“ (siehe auch: 1:0 gegen Leverkusen: Hecking und Hannover können durchatmen)
„So ein Skandal. Es ist Willkür und eine Verarschung“
Harsche Töne gab es auch beim Kellerduell zwischen dem VfL Bochum und Energie Cottbus. Der umstrittene und spielentscheidende Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Markus Schmidt erzürnte Energie-Trainer Bojan Prasnikar und Manager Steffen Heidrich. „So ein Skandal. Es ist Willkür und eine Verarschung“, schimpfte Heidrich, während Prasnikar seine Wut in der Kabine herausschrie.
Die Verärgerung der Gäste konnte die Freude der Bochumer nicht schmälern: Nach einer dürftigen Hinrunde mit nur elf Punkten verbuchte der Revierklub in der Rückserie bereits zehn Zähler. „Ich freue mich, dass die Mannschaft aufblüht, doch für eine Zwischenbilanz ist es noch zu früh“, kommentierte VfL-Vorstand Thomas Ernst den Erfolg, den Marc Pfertzel mit seinem Elfmetertreffer sicherstellte (siehe auch: 3:2 gegen Cottbus: Eine Schwalbe verhilft Bochum zu drei Punkten).
„Ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung“
Von einem Aufwärtstrend wie Bochum kann Eintracht Frankfurt derzeit nur träumen. Nach der 1:2-Heimschlappe gegen Schalke 04 ist die Abstiegszone nur noch drei Punkte entfernt. „Wie kein anderes Team müssen wir fünf oder sechs Leistungsträger ersetzen. Deshalb ist es kein Wunder, dass wir nach unten schauen müssen“, klagte Trainer Friedhelm Funkel mit Verweis auf die anhaltende Personalmisere der Hessen.
Die Gäste feierten eine gelungene Generalprobe für das Pokal-Viertelfinale am Dienstag in Mainz (20.30 Uhr / Live bei Premiere und im FAZ.NET-DFB-Pokal-Liveticker). „Nach so vielen Rückschlägen war das ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung“, befand der in die Kritik geratene Schalke-Manager Andreas Müller erleichtert (siehe auch: 2:1 in Frankfurt: Schalke müht sich zum Sieg).
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |