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FAZ.NET-Spezial: 21. Spieltag Bayer und Schalke patzen - und die Bayern brillieren

07.02.2010 ·  Der Kampf um Platz eins spitzt sich zu. Bayer spielte nur remis, die Bayern schlossen nach Punkten auf. Verfolger Schalke musste abreißen lassen. Sechs Tore gab es in Köln. Hannover verlor wieder. Am Sonntag siegte Mainz. Und Frankfurt überraschte Dortmund.

Von Tobias Rabe
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Schon Horst Hrubesch gab sich 1983 bei seinem Abschied vom Hamburger SV am Stadionmikrofon einsilbig: „Ich sage nur ein Wort: Vielen Dank!“ Daher ist es sicher in seinem Sinne, Signing fee zum „Fußballwort der Woche“ zu wählen - auch wenn der heutige U-20-Nationaltrainer Hrubesch eine Signatur des Arbeitsvertrags wohl nie von solch einem Extrahonorar abhängig machen würde. Die Führung der A-Mannschaft um Joachim Löw und Oliver Bierhoff soll aber genau das getan haben. Der Deutsche Fußball-Bund um Präsident Theo Zwanziger winkte ab. Die Sache liegt, passend zur Jahreszeit, auf Eis und sorgt für viel heiße Luft in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft.

Ob der Bundestrainer und sein Team den zusätzlichen Betrag verdient hätten oder nicht, sei einmal dahingestellt. Schließlich rollte der Ball an diesem Wochenende schon wieder in der Bundesliga, da blieb keine Zeit für Gedanken an den Rubel. Bei näherer Betrachtung der Ergebnisse und Ereignisse hätten einige Beteiligte vielmehr eine monetäre Anerkennung für besondere Leistungen am 21. Spieltag erhalten müssen. Andere hingegen sollten für ihre schlechten Darbietungen keinesfalls auch noch finanziell belohnt werden.

Da ist etwa Bayer Leverkusen. Auch nach dieser Runde steht die Mannschaft von Altmeister Jupp Heynckes auf dem Platz eins - und hätte sich ein Leading fee redlich erarbeitet. Zumal die Rheinländer dort seit dem achten Spieltag sind. Am Samstag durften sie zeitgleich mit dem Verfolger aus München spielen, nachdem sie in der Rückrunde bisher immer nachlegen mussten - und ließen schon Punkte. In Bochum verteidigte Bayer zwar den ersten Rang, spielte aber nur 1:1. Der zu diesem Zeitpunkt angeschlagene Eren Derdiyok schob in der 45. Minute ein zur Bayer-Führung. Doch der VfL glich durch Zlatko Dedic noch aus (68.). Nun sind Bayer und Bayern punktgleich, nur zwei Tore trennen sie.

Bayern beherrscht Wolfsburg - Schalke „torlos“ in Freiburg

Die Spieler des FC Bayern dürften ein Serial fee einfordern. Durch den 3:1-Erfolg in Wolfsburg gewannen sie die letzten acht Partien allesamt - eine stolze Serie. Arjen Robben, in regelkonformer roter Unterziehhose, münzte die sportliche Überlegenheit früh in Zählbares um, mit seinem Treffer zum 1:0 (2.). Abwehr-Torjäger Daniel van Buyten hätte sich besser ein Scoring fee garantieren lassen. Mit dem Kopfball zum 2:0 schraubte er sein Torkonto auf sechs. Da wollte der eingewechselte Franck Ribéry nicht nachstehen - doch Wolfsburgs Andrea Barzagli spitzelte den Ball vor dem Franzosen selbst ins Netz (57.). Da hinderte Ribéry aber nicht am Luca-Toni-Gedächtnis-Ohrschrauber-Jubel. VfL-Torjäger a.D. Grafite hätte sich gerne früher gefreut. Seinen Elfmeter, von Ribéry verursacht, aber hielt Bayern-Torwart Hans-Jörg Butt sogar fest (66.). Spät köpfte der Brasilianer doch noch ins Tor - aus einem Meter Entfernung zum Endstand (90.).

Ein Compensation fee hätte die Enttäuschung des dritten Spitzenklubs der Bundesliga wohl nur ein wenig getröstet. Denn Schalke 04 kam nicht über ein 0:0 in Freiburg hinaus. Dabei hatte die Mannschaft von Trainer-Sportdirektor Felix Magath eigentlich einen Treffer erzielt. Doch den Kopfball von Abwehrchef Marcelo Bordon an die Unterkante der Latte sah das Schiedsrichtergespann um Jochen Dress auf der Linie aufspringen. Die Fernsehbilder aber belegten: Die Kugel war hinter der Linie, knapp, aber deutlich. Damit ist der Abstand zu den Bayern ein wenig angewachsen.

Sechs Treffer in Köln - Stuttgart unter Gross ungeschlagen

Von den Zuschauern in Köln hätten beide Mannschaften ein Entertainment fee verlangen können. Beim 3:3 gegen den Hamburger SV war einiges geboten. Marcell Jansen staubte für den HSV ganz früh zur Führung ab (2.). Doch Youssef Mohamad glich für den zuletzt auswärts doppelt erfolgreichen FC per Kopf aus (31.). Zum Hamburger Mann des Nachmittags avancierte zunächst Stürmer Mladen Petric. Mit einem Lupfer brachte der Kroate die Hanseaten wieder in Führung (36.), in der zweiten Halbzeit baute er den Vorsprung per Elfmeter - Geromel hatte im Strafraum die Hand benutzt - aus (50.). Der gefühlvolle Freistoßtreffer von Milivoje Novakovic für die Kölner (75.) leitete die Aufholjagd ein, die Adil Chihi mit einem abgefälschten Fernschuss zum 3:3 abschloss (88.). Danach brachte HSV-Trainer Bruno Labbadia Ruud van Nistelrooy - doch der Niederländer konnte sich nicht mehr in Szene setzen.

Nur die halbe Anzahl an Toren sahen die Fans beim Samstagabend-Spiel in Nürnberg. Dort reichte es für die Hausherren nicht zum zweiten Sieg in Folge, vielmehr blieben die Gäste aus Stuttgart unter ihrem neuen Trainer Christian Gross ungeschlagen, weil Roberto Hilbert spät zum 2:1-Auswärtssieg traf (87.). In der ersten Halbzeit hatte Timo Gebhart die selbstbewussten Schwaben in Führung gebracht (22.). Der Torjäger des „Club“, Albert Bunjaku glich nach einer Stunde Spielzeit aus - es war das zehnte Tor des Schweizers, insgesamt haben die Nürnberger erst siebzehn Treffer erzielt. Vielleicht sollte sich Bunjaku ein Surviving fee gutschreiben lassen, denn ohne seine Tore wäre das Überleben in der Bundesliga längst nicht mehr so greifbar.

Hannover verliert schon wieder - Bremen gewinnt mal wieder

Ein Anrecht auf ein Suffering fee hätten dagegen die Anhänger von Hannover 96. Auch bei 1899 Hoffenheim, selbst nicht in bester Form, setzte es abermals eine Niederlage. Die Niedersachsen unterlagen im Kraichgau mit 2:1. Fünf starke und effektive Minuten reichten. Carlos Eduardo schoss auf dem Rückraum zum 1:0 ein (35.) - das erste Hoffenheimer Tor im Jahr 2010 -, wenig später verwandelte Sejad Salihovic einen von Christian Schulz an Eduardo verschuldeten Elfmeter zum 2:0 (40.). Für den Hannoveraner Anschluss sorgte Neuzugang Arouna Koné mit einem strammen Schuss zum 2:1 (57.). Doch selbst das wird der abgestürzten 96-Elf und seinen Fans kaum ein Trost gewesen sein angesichts der düsteren Lage im Tabellenkeller.

Schon am Freitagabend beendete Bremen seine lange sieglose Serie mit einem 2:1-Erfolg gegen Hertha BSC. Erst fielen lange Zeit keine Tore, dann brachte Marko Marin (66.) Werder in Führung. Doch weil Torwart Tim Wiese, der aufgrund langer Beschäftigungslosigkeit wohl statt einer Prämie lieber eine warme Decke gehabt hätte, nicht zupackte, glich Theofanis Gekas (68.) umgehend aus. Claudio Pizarro sorgte mit seinem Tor (81.) zum Endstand doch für Feierlaune bei dem Klub, der jüngst 111 Jahre alt wurde. Und die Berliner? Die hätten sicher ein Hoping fee für ihre fortwährend vorgetragenen Durchhalteparolen verdient. Eine Nichtabstiegsprämie indes rückt in immer weitere Ferne.

Mainz' Svensson ärgert seinen früheren Klub mit dem Tor zum 1:0

Einen Sonntagszuschlag dürfen die vier Mannschaften, die zum Abschluss des Spieltags am Sonntag antraten, schon verbuchen. Die Mainzer verdienten sich mit dem 1:0-Sieg gegen Mönchengladbach zudem Unbeaten fee, weil sie in einem weiteren Heimspiel ohne Niederlage blieben. Damit hat der Aufsteiger in dieser Saison weiter keine Partie im eigenen Stadion verloren. Dass es sogar zu frei Punkten reichte, verdankten die Rheinhessen dem Stellungsspiel eines früheren Borussen. Abwehrmann Bo Svensson stand kurz vor der Halbzeit nach ein wenig Verwirrung im Strafraum goldrichtig und staubte aus einem Meter zum Siegtreffer ab (43.).

Später noch musste Dortmund die zweite Niederlage in Folge hinnehmen. Gegen Frankfurt gab es ein 2:3 im eigenen Stadion. Der kleine Benjamin Köhler köpfte die Eintracht in Führung (8.). Doch Mats Hummels (17.) und Lucas Barrios (57.) schossen den BVB nach vorne. Die Hessen aber hatten zwei perfekte Antworten. Durch die Tore von Sebastian Jung (65.) und Alexander Meier (74.) drehten sie die Partie abermals. Somit konnten die Dortmunder keine geldwerten Argumente auf dem Rasen sammeln. Bei etwaigen Verhandlungen müssen sie sich wohl des rhetorischen Tricks eines Horst Szymaniak bedienen: „Ein Drittel mehr Geld? Nee, ich will mindestens ein Viertel!“

Der 21. Bundesliga-Spieltag im Überblick:

Freitag, 5. Februar 2010:

Werder Bremen - Hertha BSC Berlin 2:1 (0:0)

Samstag, 6. Februar 2010:

SC Freiburg - FC Schalke 04 0:0
VfL Bochum - Bayer Leverkusen 1:1 (0:1)
VfL Wolfsburg - Bayern München 1:3 (0:2)
1. FC Köln - Hamburger SV 3:3 (1:2)
1899 Hoffenheim - Hannover 96 2:1 (2:0)
1. FC Nürnberg - VfB Stuttgart 1:2 (0:1)

Sonntag, 7. Februar 2010:

FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach 1:0 (1:0)
Borussia Dortmund - Eintracht Frankfurt 2:3 (1:1)

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1983, Sportredakteur.

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