15.02.2009 · Der Bundesliga-Titelkampf wird immer spannender: Hamburg schob sich durch ein 2:0 gegen Bielefeld auf Platz drei hinter Hertha und Hoffenheim. Die Bayern, die am Samstag in Berlin gepatzt hatten, sind nun Vierter. Dortmund kam gegen Cottbus nur zu einem 1:1.
Der Nervenkitzel ist extrem, die Meisterschaft offen wie selten zuvor: Die Fußball-Bundesliga macht Lust auf mehr. Den neuen Tabellenführer Hertha BSC und den sechstplazierten VfL Wolfsburg trennen nach dem 20. Spieltag nur sieben Punkte. Der bislang kesse Neuling 1899 Hoffenheim musste am Freitag, dem dreizehnten, eine bittere 1:4-Pille gegen Bayer Leverkusen schlucken und stürzte vom Thron (siehe auch: 1:4 gegen Leverkusen - Hoffenheim bekommt die Grenzen aufgezeigt). Lucien Favres freche Berliner düpierten Bayern München, schickten den Meister mit 2:1 nach Hause und sind erstmals seit Oktober 2006 wieder top. „Auf Schalke“ brennt dagegen die Lunte: Das 1:2 in Bochum macht das königsblaue Dilemma immer dramatischer.
Rekordmeister München rutschte in der Tabelle auf Platz vier, da der Hamburger SV am Sonntag das Duell mit Arminia Bielefeld mit 2:0 gewann und nun punktgleich mit Hoffenheim Dritter ist (siehe auch: Die aktuelle Tabelle der Fußball-Bundesliga). Nach dem 1:0 von Piotr Trochowski (32. Minute) hatte der HSV aber Glück, dass der Bielefelder Torjäger Artur Wichniarek (55.) mit einem Foulelfmeter Torwart Frank Rost scheiterte und den Ausgleich vergab. Paolo Guerrero sorgte fünf Minuten später mit dem 2:0 für die Vorentscheidung (siehe auch: 2:0 gegen Bielefeld - Glückliche Hamburger überflügeln die Bayern). Borussia Dortmund kam nicht über ein 1:1 gegen Arminia Bielefeld - dem achten Remis der Saison im eigenen Stadion hinaus - und verlor zudem den Südkoreaner Young-Pyo Lee durch eine Rote Karte (siehe auch: 1:1 gegen Cottbus - Dortmund versinkt im Bundesliga-Mittelmaß).
Woronin: „Ich will Meister werden“ - Klinsmann: „Es nervt“
Im Berliner Bruder-Duell der Manager Dieter und Uli Hoeneß behielt der Jüngere die Oberhand. „Alle wundern sich und reiben sich die Augen“, hielt Dieter Hoeneß den wunderbaren Moment fest. Für Herthas Doppel-Torschützen Andrej Woronin erfüllte sich „ein Traum. Wir sind alle überglücklich“. Jetzt will er nur noch eines: „Meister werden.“ Bayern-Coach Jürgen Klinsmann war bedient: „Es nervt.“ (siehe auch: Bundesliga: Die Bayern fürchten nur einen Gegner - sich selbst)
Schon vier Niederlagen stehen zu Buche. Nur dreimal (2006/2007: sechs; 2001/2002: fünf; 2000/2001: fünf) waren es in diesem Jahrzehnt nach dem 20. Durchgang mehr. Dennoch glauben die Hoeneß-Brüder an den abermaligen Bayern-Titelgewinn. „Am 34. Spieltag - und nur darauf kommt es an - sind wir ganz oben“, orakelte Uli. Dieter pflichtete bei: „Am Ende wird der Meister Bayern heißen.“ (siehe auch: 1:2 bei Hertha - Der FC Bayern scheitert an der Berliner Mauer)
Doch die Konkurrenz formiert sich trotz Instabilität wie bei Leverkusen oder Hoffenheim immer intensiver. Bayer-Torjäger Patrick Helmes warnte nach seinen Saisontreffern 14 und 15 davor, die Werkself zu unterschätzen: „Es wäre falsch, uns abzuschreiben.“ Auch Wolfsburg attackiert, das 2:0 bei Eintracht Frankfurt und der erste Auswärtserfolg dieser Spielzeit sind beste Empfehlungen für den bevorstehenden Auftritt des Spitzenreiters: „Wir wollen unseren Zuschauern ein tolles Spiel liefern und auch gegen Berlin gewinnen“, nahm sich „Wölfe“-Trainer Felix Magath vor (siehe auch: 2:0 in Frankfurt - Wolfsburg feiert ersten Auswärtssieg der Saison).
Die Krisenherde stehen woanders. Hohe Ansprüche, meilenweite Entfernung: Schalke und Werder befinden sich in deprimierenden Zwangslagen. Bremen dümpelt nach dem 1:1 gegen den Tabellenletzten Mönchengladbach ebenso dahin wie die Schalker, denen der ehemalige Gelsenkirchener Mimoun Azaouagh und Christoph Dabrowski in Bochum böse mitspielten. „Es wird keine personellen Konsequenzen geben. Der Trainer steht nicht zur Disposition“, sagte Schalke-Geschäftsführer Peter Peters. Den Unmut der Fans nach dem 1:2 beim abstiegsbedrohten VfL bekam Manager Andreas Müller ab („Müller raus“). Peters: „Wir stehen loyal zueinander“ - ein klares Bekenntnis klingt anders (siehe auch: 1:2 in Bochum - Schalke mit zu vielen Sicherheitslücken).
Köln-Trainer Daum: „Sorgen sind meine ständigen Begleiter“
In Bremen verschenkte Werder trotz 13:2 Torschüssen und 19:2 Ecken den ersten Rückrundensieg. „Unfassbar“, klagte Torsten Frings, dessen Mitspieler an Borussia-Schlussmann Logan Bailly verzweifelten. „Er hat Weltklasse gehalten“, lobte Gäste-Trainer Hans Meyer den Belgier, der wie ein Fels in der Brandung allen Schüssen trotzte (siehe auch: 1:1 gegen Gladbach - Torwart Bailly lässt Bremen verzweifeln). Die Borussia (13 Zähler) bleibt abgeschlagen, andere potentiell Gefährdete wie der 1. FC Köln (25), Hannover 96 (21) oder Frankfurt (20) sind enteilt.
Dennoch plagte sich Kölns Trainer Christoph Daum angesichts des 0:0 gegen Karlsruhe (siehe auch: 0:0 in Karlsruhe - Köln kämpft vergeblich gegen die Heimschwäche) mit negativen Gedanken: „Sorgen sind meine ständigen Begleiter.“ Das trifft auch für Hannovers Dieter Hecking zu, dessen Mannschaft dem Uefa-Cup-Aspiranten VfB Stuttgart beim 3:3 eine Achterbahnfahrt bescherte. Die Schwaben führten durch Mario Gomez' 50. Erstliga-Treffer und Martin Lanig 2:0, gerieten 2:3 in Rückstand, retteten aber durch Thomas Hitzlsperger einen Zähler (siehe auch: 3:3 gegen Stuttgart - Hannovers Aufholjagd nur halb erfolgreich). Hecking bekam schon vor dem 3:3 eine Job-Garantie: „Er leistet hervorragende Arbeit. Er passt zu uns“, hob Klubchef Martin Kind hervor. Ähnliches hätte Andreas Müller in Gelsenkirchen auch gern vernommen.
Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |