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FAZ.NET-Spezial: 20. Spieltag Bayer bleibt Erster - Torfestival in Gladbach

30.01.2010 ·  Die Geschichte wiederholt sich: Der FC Bayern übernimmt die Spitze temporär, Bayer holt sie sich einen Tag später zurück. So auch am 20. Spieltag. Viele Tore fallen in Gladbach. Hertha trifft indes wieder nicht. Stuttgart schlägt Dortmund hoch.

Von Tobias Rabe
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Am Montag von Mitternacht an geht nichts mehr, dann schließen die Türen des Bundesliga-Kaufhauses. Nur noch vertragslose Spieler können nach Ende dieser zweiten Transferperiode der Saison unter Vertrag genommen werden. Abgesehen von Schalke hielten sich die Klubs der deutschen Eliteliga in diesem Winter mit Einkäufen zurück; fünf Vereine - München, Dortmund, Hoffenheim, Leverkusen, Mönchengladbach - verzichteten ganz. Vielleicht aber sorgen die Ergebnisse und Ereignisse des 20. Spieltags kurzfristig für hektische Betriebsamkeit. Zumal die Preise auf dem Wühltisch des Fußballs gegen Ende sinken. Womöglich finden die Suchenden dann aber auch nur noch Ladenhüter.

Handlungsbedarf bestünde nach der 4:3-Niederlage in Mönchengladbach vor allem in der Abwehr von Werder Bremen. Zwar verpflichteten die Hanseaten Aymen Abdennour für die linke Defensivseite - doch ausgerechnet dort standen der Borussia alle Türen offen. Marco Reus (5. Minute), Roberto Colautti (13.) und Raul Bobadilla (18.) schossen das frühe 3:0 heraus. Mesut Özil verkürzte am Tag des offenen Tores (26.), ehe abermals Bobadilla Torwart Tim Wiese düpierte und zum 4:1 einschoss (35.). Claudio Pizarro wollte da nicht nachstehen und traf zum üppigen 4:2-Halbzeitstand (40.). Die zweite Halbzeit fiel ein wenig torärmer aus; Torsten Frings verkürzte nur noch per Foulelfmeter (85.).

Nimmt man alleine diesen Spieltag zum Maßstab und ist ein wenig bösartig, kann man dem FC Bayern ein Torwartproblem andichten. Zwar blieben die Münchner beim 3:0-Sieg gegen Mainz 05 ohne Gegentor. Wie Hans-Jörg Butt aber per Elfmeter an seinem Kollegen Heinz Müller scheiterte (32.) sollte die Bayern nachdenklich stimmen. Vielleicht suchen sie sich aber auch einfach einen anderen Strafstoßschützen. Besser als Butt machte es wieder einmal Abwehrkamerad Daniel van Buyten, der im Münchner Schneegestöber durch die Beine von Müller zum Münchner Erfolg einköpfte (58.). Mario Gomez (75.) und Arjen Robben, per Freistoß wie in Bremen (86.), erhöhten standesgemäß.

Als echter Volltreffer im Kampf um den Klassenverbleib für den 1. FC Nürnberg entpuppte sich beim Spiel in Hannover Albert Bunjaku. Der Schweizer Stürmer, den der „Club“ einst aus den Niederungen der dritten Liga holte, schoss beim 3:1-Auswärtserfolg alle drei Tore in den Minuten 30, 64 und 69. Jiri Stajner hatte für 96 mit seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:2 (65.) nur für einen Funken Hoffnung gesorgt. Stattdessen brennt für die Nürnberger im Keller wieder Licht; Hannover auf Rang 16 ist nach dem missratenen direkten Duell der Freunde und Neu-Trainer Mirko Slomka und Dieter Hecking nur noch einen Punkt entfernt.

Hertha bleibt wieder torlos - Köln siegt spät in Frankfurt

Noch schlechter plaziert als diese beiden Abstiegskandidaten ist schon seit Monaten Hertha BSC. Trotz dreier früher Neuverpflichtungen von Theofanis Gekas, Lewan Kobiaschwili und Roman Hubnik ist die groß ausgerufene Aufholjagd der Berliner nach dem 0:0 gegen Bochum ein wenig erstarrt. Mit dem zweiten torlosen Unentschieden in Folge im Olympiastadion machte die Hertha jedenfalls keine großen Sprünge. Der VfL, der mit seinen Auswärtstrikots immerhin ein wenig Farbe ins triste Spiel brachte, kann mit dem Zuwachs von einem Zähler indes einigermaßen gut leben.

Sehr gut leben kann auch der 1. FC Köln mit dem späten 2:1-Sieg in Frankfurt. Mit den frisch gewonnenen drei Punkten stießen sich die Rheinländer von den Abstiegsplätzen ab und setzten ein gewolltes Winterpolster an. Maniche hatte die Kölner mit einem feinen Außenristtor in Führung gebracht (59.). Die Eintracht - mit Neuzugang Halil Altintop gleich in der Startformation - schlug jedoch durch Chris zurück, der den Ball nach einer Ecke im dritten Versuch zum 1:1 über die Linie drückte (76.). Doch als die Frankfurter auf mehr drängten, köpfte Abwehrmann Marco Russ zum Kölner Sieg ins eigene Tor (84.).

Schalke besiegt Hoffenheim - Hamburg und Wolfsburg remis

Am Samstagabend zeigte das Kaufhaus des Westens einige seiner neuen Waren. Schalke mit Trainer, Manager und Chef-Einkäufer Felix Magath schlug stolze acht Mal zu auf dem Fußball-Basar in der Winterpause - Alexander Baumjohann, Edu, Besart Ibrahimi, Peer Kluge, Bogdan Müller, Tore Reginiussen, Zé Roberto und Hao Junmin stehen fortan auf der Lohnliste der klammen Gelsenkirchener. Für die Tore beim billig erkauften 2:0-Erfolg gegen Hoffenheim sorgten aber ein Altbekannter und ein Jungspund. Kevin Kuranyi brachte die Schalker in Führung (19.), Lukas Schmitz erhöhte den Vorsprung kurz nach dem Seitenwechsel auf 2:0 (49.).

Der Königstransfer gelang dem Hamburger SV mit dem Kauf von Ruud van Nistelrooy. Beim ersten Spiel nach seiner Verpflichtung aus der Luxus-Boutique von Real Madrid saß der Niederländer auf der Tribüne; die Nachwirkungen eines Muskelfaserrisses zwangen ihn dazu. Von dort sah er, wie Edin Dzeko Wolfsburg, das auf seinen Fünf-Millionen-Euro-Abwehrspieler Rever ebenfalls noch verzichten musste, in Führung brachte (34.). Piotr Trochowski glich mit einem krummen Freistoß in der Nachspielzeit aber aus und verdarb VfL-Trainer Lorenz-Günther Köstner mit dem Tor zum 1:1-Endstand den Einstand. Der HSV verliert trotz der späten Punktlandung den Kontakt zu den Spitzenklubs - und wartet auf einen gesunden van Nistelrooy.

Stuttgart gewinnt spät - Bayer schlägt zurück

Auf Stars im Winterschlusskauf verzichteten die Klubs, die am Sonntag im Einsatz waren. Stuttgart, das von der Ersatzbank von Juventus Turin Cristian Molinaro holte, schien damit alles richtig gemacht zu haben. Der VfB blieb unter dem neuen Trainer Christian Gross ungeschlagen - und besiegte Dortmund mit 4:1. Dabei war das Spiel ausgeglichener als das Ergebnis vermuten ließ. Der Borusse Felipe Santana eröffnete den Torreigen mit einem Eigentor (14.). Kurz nach der Pause hämmerte Ciprian Marica einen Elfmeter an die Latte, und Dortmund glich durch Lucas Barrios aus (55.). Dann aber schlug der VfB zurück. Zdravko Kuzmanovic (77.), Marica (86.) und Christian Träsch (89.) schraubten das Ergebnis spät in die Höhe.

Zum Abschluss des 20. Spieltags stellte Leverkusen die bisherige Reihenfolge an der Spitze wieder her. Nach dem Sieg des FC Bayern am Samstag holte sich Bayer, die ohne jegliche Neuverpflichtung in die Rückrunde gingen, die Tabellenführung mit einem 3:1-Erfolg gegen Freiburg wieder zurück. Vier starke Minuten mit Toren von Stefan Kießling (36.), Eren Derdiyok (37.) und Sami Hyypiä (40.) entschieden die Partie gegen die Breisgauer vorzeitig. Das SC-Tor durch Felix Bastians (66.) war nicht mehr als eine Fußnote des Spiels.

Der 20. Bundesliga-Spieltag im Überblick:

Freitag, 29. Januar 2010:

Hamburger SV - VfL Wolfsburg 1:1 (0:1)

Samstag, 30. Januar 2010:

Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen 4:3 (4:2)
Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln 1:2 (0:0)
Hertha BSC Berlin - VfL Bochum 0:0
Bayern München - FSV Mainz 05 3:0 (0:0)
Hannover 96 - 1. FC Nürnberg 1:3 (0:1)
FC Schalke 04 - 1899 Hoffenheim 2:0 (1:0)

Sonntag, 31. Januar 2010:

VfB Stuttgart - Borussia Dortmund 4:1 (1:0)
Bayer Leverkusen - SC Freiburg 3:1 (3:0)

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1983, Sportredakteur.

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