20.12.2009 · 1:0, 1:0, 1:0, 1:0, 1:0, 1:0, 1:0, 1:0, 1:0: alle Heimteams gingen am 17. Spieltag in Führung - doch nicht alle Gastgeber durften feiern. Die eingefrorene Tabelle zeigt Leverkusen an der Spitze. Am Sonntag freuten sich Hamburg und Köln über Siege.
Von Achim Dreis„Es ist für uns eine Zeit angekommen, die bringt uns eine große Freud“, heißt es in einem beliebten Weihnachtslied. Und diese Volksweise wird nun auch in die Leverkusener Vereinschronik übertragen: Bayer Leverkusen geht nach dem 3:2 gegen Borussia Mönchengladbach als ungeschlagener Herbstmeister in die Weihnachtsferien und steht in der für vier Wochen eingefrorenen Tabelle auf dem vorläufigen Gipfel - und das bei diesem Klima.
Rechtzeitig zum letzten Spieltag des alten Jahres hatte das Wetter sein Bestes gegeben, um die Winterpause mit eisigen Temperaturen einzuleiten. Minus elf Grad meldeten die Chronisten aus Leverkusen, mit minus 15 Grad trumpften die Beobachter in Dortmund auf - und rekordverdächtige minus 17 Grad wurden in Stuttgart gemessen. In einem trotz eisiger Temperaturen hitzigen Nordderby revanchierte sich der Hamburger SV am Sonntag für die Dauerdemütigungen durch Werder Bremen in der vergangenen Saison und gewann trotz Unterzahl nach einem Platzverweis für Boateng mit 2:1.
Symmetrisch wie ein Schneekristall zeigte sich das Tableau der Zwischenstände am Samstag gegen 16 Uhr, als es auf allen fünf Fußballplätzen deckungsgleich 1:0, 1:0, 1:0, 1:0 und 1:0 hieß: Schlaudraff, van Buyten, Kroos, Barrios und Franz hatten für Egalität der Ergebnisse gesorgt. Ebenfalls 1:0 hatte Schalke 04 am Vorabend schon gegen Mainz 05 gewonnen, Farfan war der Torschütze. Im Abendspiel machte es dann Marica nach: auch er traf zum 1:0 für die Heimmannschaft. Und am Sonntag schossen Mathijsen und Geromel die Treffer zum 1:0 - natürlich zu Hause für Hamburg und Köln.
Doch wie es so ist mit diesen Momentaufnahmen - zumal in den hektischen Vorweihnachtstagen - es bleibt keine Zeit des Verharrens und stillen Genießens: um 16:01 Uhr traf Gomez - der anscheinend seine alten Stuttgarter Torjägerstiefel hinter einem Adventskalendertürchen gefunden hat - und zerstörte das harmonischen Bild aus Einsen und Nullen. Mit seinem (allerdings stark abseitsverdächtigen) Tor zum 2:0 leitete er nicht nur das deftige Abschießen der Hertha ein, sondern auch einen turbulenten, torreichen Restspieltag.
Schon am 15. Januar 2010 könnten die Bayern oben stehen
„Übers schneebedeckte Feld, wandern wir, wandern wir“, klingt es winterromantisch in eingangs erwähntem Liedchen: „durch die weite, weiße Welt“. Und zumindest schneebestäubt waren an diesem Wochenende die Fußballfelder von Stuttgart bis Hamburg. Wie bei einem winterlichen Spaziergang benahm sich allerdings die Abwehrreihe von Hertha BSC. Wobei, Schnee konnten die Berliner als Ausrede in der bayrischen Allianz-Arena allerdings nicht anführen - als es in München zu schneien anfing, lagen sie schon mit 0:4 Toren in Rückstand, am Ende stand ein 2:5.
Zwischen der Frankfurter Eintracht und dem Meister des ausgehenden Jahres 2009, dem VfL Wolfsburg, endete ein verbissenes Ringen um Weihnachtspünktchen mit einem gerechten 2:2. Der VfB Stuttgart setzte seinen Dezember-Höhenflug fort und versetzte der TSG Hoffenheim mit 3:1 einen weiteren Schubser in die Mittelmäßigkeit. Und der um jedes kleine Glück zäh kämpfende VfL Bochum drehte bei Hannover 96 das Spiel und gewann noch 3:2. Nur die Partie zur Hundert-Jahr-Feier des BV Borussia Dortmund mutete an wie eine Weihnachtsfeier mit Gastbeitrag: es blieb beim 1:0 gegen Freiburg.
Mit dem Duell der bisher Enttäuschten zwischen Köln und Nürnberg endete das Bundesligajahr am Sonntagabend, Überraschenderweise trafen die Gastgeber nicht nur einmal oder zweimal, sondern sogar dreimal: am Ende siegte Köln mit 3:0, was für Club-Trainer Oenning das Ende seiner Amtszeit eingeläutet haben könnte. Schon Mitte Januar geht's für die meisten anderen weiter - nach nur vierwöchiger Winterpause stehen sich am 15. Januar Bayern München und 1899 Hoffenheim im Eröffnungshit der Rückrunde gegenüber. Danach könnte für die Bayern eine schöne Zeit anbrechen - mit einem Sieg wären sie nämlich Tabellenführer.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 22 | 33 | 49 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 22 | 23 | 46 | ![]() |
| 3. | ![]() |
Bayern München | 22 | 35 | 45 | ![]() |
| 4. | ![]() |
FC Schalke 04 | 21 | 18 | 41 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Werder Bremen | 22 | 1 | 36 | ![]() |
| 6. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 22 | 3 | 34 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 21 | -2 | 31 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 21 | -11 | 27 | ![]() |
| 9. | ![]() |
VfB Stuttgart | 21 | 3 | 26 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 22 | -2 | 26 | ![]() |
| 11. | ![]() |
Hamburger SV | 22 | -10 | 26 | ![]() |
| 12. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 22 | -11 | 25 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 22 | -6 | 24 | ![]() |
| 14. | ![]() |
1. FC Köln | 22 | -13 | 24 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hertha BSC | 22 | -12 | 20 | ![]() |
| 16. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 22 | -12 | 18 | ![]() |
| 17. | ![]() |
FC Augsburg | 22 | -17 | 18 | ![]() |
| 18. | ![]() |
SC Freiburg | 22 | -20 | 18 | ![]() |