22.11.2009 · Die Krise des FC Bayern nimmt kein Ende. Leverkusen holte sich durch ein 1:1 in München Platz eins zurück. Bremen ist trotz des 6:0-Siegs in Freiburg „nur“ Zweiter. Schalke lauert. Hamburg patzt. Wolfsburg verliert spät. Und Hertha bleibt Letzter.
Von Tobias RabeEine Woche ist vergangen, da stand der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Theo Zwanziger, bei der Trauerfeier für Robert Enke auf dem Rasen in Hannover und sagte: „Fußball darf nicht alles sein.“ Es war ein Satz, der nicht nur an Eltern, sondern auch an Fans, Funktionäre, Trainer, Spieler, Journalisten und alle, die der Sportart in besonderer Weise verbunden sind, gerichtet war. Und es war ein Satz, eingebettet in eine eindringliche Rede, der zum Nachdenken anregen sollte. Das tat er. Doch wie ist es um die Nachhaltigkeit bestellt?
Am Mittwoch folgte ein emotionales Länderspiel gegen die Elfenbeinküste. Eine Partie in Moll, die als Testballon für die Weltmeisterschaft angesetzt war, aufgrund der tragischen Ereignisse indes zum ersten Schritt zurück in die Normalität des Fußballs wurde. Als Normalität darf das, was am Freitag offiziell wurde, freilich nicht gelten. Ein Wettskandal belastet nicht nur den deutschen Fußball. Welche Dimensionen er annimmt, lässt sich derzeit nicht seriös bewerten. Mutmaßungen bringen niemanden weiter, das lehrte auch der Fall Robert Hoyzer.
An Tatsachen orientiert sich die Tabelle der Fußball-Bundesliga nach dem dreizehnten Spieltag. Spitzenreiter bleibt Leverkusen nach einem 1:1 in München. Hamburg verlor, ebenfalls am Sonntag, überraschend mit 0:1 gegen Bochum. Bremen gewann 6:0 in Freiburg. Dritter ist Schalke nach einem 2:0 gegen Hannover. Wolfsburg verlor gegen Nürnberg spät mit 2:3. Köln unterlag Hoffenheim mit 0:4. Die Krisenklubs Stuttgart und Hertha BSC trennten sich mit 1:1. Mönchengladbach gewann in Frankfurt mit 2:1. Und Dortmund und Mainz spielten 0:0.
Für den FC Bayern endete die dreizehnte Runde der Bundesliga ernüchternd. Gegen Spitzenreiter Leverkusen fehlten den Münchnern die Mittel, um mehr als ein 1:1 zu erreichen. Nationalstürmer Mario Gomez beendete seine torlose Zeit zwar schon nach sieben Spielminuten mit dem Treffer zum 1:0. Doch die spielstarken Rheinländer, die seit zwanzig Jahren nicht mehr in München gewonnen hatten, schlugen durch Stefan Kießling zurück (13.). Damit bleibt Bayer Erster - und der FC Bayern sucht weiter den Weg in die oberen Etagen der Tabelle.
Hamburg verliert geschwächt - Schalke schlägt Hannover
Etwas höher plaziert als die Münchner sind zwar die Hamburger. Doch gegen Bochum gab es schon wieder eine Heimniederlage gegen einen Abstiegskandidaten. Mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft verloren die Hanseaten gegen den VfL mit 0:1 und büßten so wichtigen Boden im Gerangel um die beste Aussicht in der Bundesliga. Dennis Grote bescherte den Westfalen in der 77. Minute einen unerwarteten dreifachen Punktgewinn. Zuvor hatte sich der VfL vor allem auf die Absicherung des eigenen Tores beschränkt.
Die Spiele des Samstags wurden von den Auswärtsteams dominiert. Nur Schalke wehrte sich erfolgreich gegen das „Gesetz der Serie“ an diesem Spieltag und siegte mit 2:0. Im schwierigen ersten Spiel nach dem Tod Robert Enkes war Hannover lange die bessere Mannschaft, musste sich dennoch geschlagen geben, weil Jefferson Farfan per Kopf erfolgreich war. Jan Moravek sorgte per Abstauber für den Endstand (90.). Schalke schob sich durch den Sieg an das Spitzenduo Bremen und Leverkusen heran.
Wolfsburg verliert spät - Schützenfest in Freiburg
Keinen Punkt nahm Gastgeber Wolfsburg mit. Gegen Nürnberg verlor der Meister in letzter Sekunde mit 2:3. Der Schweizer Albert Bunjaku bracht die Franken zweimal in Führung. Erst traf er in der 56. Minute per Fuß zum 0:1, später war Bunjaku per Kopf zum 1:2 erfolgreich. Ashkan Dejagah hatte zunächst ausgeglichen (59.), Grafite, der Torschützenkönig der vergangenen Spielzeit, sorgte per Elfmeter für das 2:2 (79.). In der Nachspielzeit stürmten dann gleich mehrere Nürnberger alleine auf das Wolfsburger Tor - Peer Kluge vollendete zum Endstand.
Eine herbe 0:6-Heimniederlage musste der SC Freiburg hinnehmen. Werder Bremen dominierte nicht nur das Spiel im Breisgau, sondern zeigte sich auch effektiv. Hugo Almeida zeichnete per Kopfballtor für die verdiente Führung verantwortlich (32.). Nach der Pause sorgte Marko Marin mit einem raffinierten Freistoß für das 0:2 - die Vorentscheidung (55.). Abermals der Portugiese Almeida sorgte für das 0:3 (57.), Mesut Özil schoss das 0:4 (67.), Naldo per Elfmeter (73.) das 0:5, und Markus Rosenberg das 0:6 (82.).
Remis in Stuttgart - Leichtes Spiel für Hoffenheim
Am anderen Pol der Bundesligatabelle steht Hertha BSC Berlin. Dennoch geht es etwas aufwärts mit dem krisengeschüttelten Klub aus der Hauptstadt, zumindest was das Punktekonto angeht. In Stuttgart spielte die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel immerhin 1:1. Im Schwabenland brachte Gustavo Adrian Ramos in der 49. Minute die Berliner in Führung. Doch Zdravko Kuzmanovic, der später mit Gelb-Rot vom Platz musste, stocherte den Ball acht Minuten vor dem Schlusspfiff doch noch ins Hertha-Tor. Berlin bleibt abgeschlagen Letzter.
Leichtes Spiel hatte 1899 Hoffenheim in Köln. Schon nach zehn Minuten war die Partie praktisch entschieden. Carlos Eduardo war per Fernschuss zum 0:1 erfolgreich (5.), der gar nicht so große Chinedu Obasi erhöhte per Kopfball zum 0:2 (10.). Danach ließen es die Kraichgauer lockerer angehen - der FC hatte keine Chance auf einen Punktgewinn. Demba Ba spazierte kurz nach der Pause vor seinem 0:3 (46.) durch die Kölner Abwehr, Vedad Ibisevic trug sich mit seinem Elfmetertor zum 0:4 in letzter Minute ebenfalls in die Torschützenliste ein.
Gladbach siegt auswärts - Mainz und Dortmund torlos
Schon den zweiten Auswärtserfolg in Serie feierte Borussia Mönchengladbach beim 2:1-Sieg in Frankfurt. Ein kurioses Eigentor brachte die Elf vom Niederrhein auf den Weg. Eintracht-Abwehrspieler Marco Russ schoss Oka Nikolov mit voller Wucht bei einer Rettungsaktion an - der Ball prallte vom Torwart ins Tor (55.). Roel Brouwers erhöhte per Kopf zum 0:2 (65.). Der Anschlusstreffer von Pirmin Schwegler für die Frankfurter, die im Sturm extrem ersatzgeschwächt waren, per Elfmeter vier Minuten vor Schluss half nicht entscheidend weiter.
Keine Tore gab es zwischen Dortmund und Mainz im Samstagabend-Spiel. Eine Toppartie war das Duell wahrlich nicht. Es gab zwar Chancen auf beiden Seiten, ein Treffer wollte aber nicht fallen. So musste Jürgen Klopp beim ersten Wiedersehen mit seinem früheren Klub in der Bundesliga mit einem Punkt zufrieden sein. Die Mainzer werden mit dem torlosen Unentschieden zufrieden in die Heimat zurückkehren. Nach dreizehn Spieltagen findet sich der Aufsteiger immer noch im oberen Tabellendrittel wieder.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 22 | 33 | 49 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 22 | 23 | 46 | ![]() |
| 3. | ![]() |
Bayern München | 22 | 35 | 45 | ![]() |
| 4. | ![]() |
FC Schalke 04 | 21 | 18 | 41 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Werder Bremen | 22 | 1 | 36 | ![]() |
| 6. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 22 | 3 | 34 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 21 | -2 | 31 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 21 | -11 | 27 | ![]() |
| 9. | ![]() |
VfB Stuttgart | 21 | 3 | 26 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 22 | -2 | 26 | ![]() |
| 11. | ![]() |
Hamburger SV | 22 | -10 | 26 | ![]() |
| 12. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 22 | -11 | 25 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 22 | -6 | 24 | ![]() |
| 14. | ![]() |
1. FC Köln | 22 | -13 | 24 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hertha BSC | 22 | -12 | 20 | ![]() |
| 16. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 22 | -12 | 18 | ![]() |
| 17. | ![]() |
FC Augsburg | 22 | -17 | 18 | ![]() |
| 18. | ![]() |
SC Freiburg | 22 | -20 | 18 | ![]() |