Die Grundidee eines internationalen Wettbewerbs ist - man mag es kaum glauben - eben der Vergleich zwischen Mannschaften aus verschiedenen Ländern. In der Champions League in ihrer heutigen Form mit bis zu vier Plätzen für Teilnehmer aus den drei europäischen Top-Ligen gilt dieser hehre Ansatz im Zeichen der Völkerverständigung heute nur noch bedingt.
Auch deshalb kam es beispielsweise 2000 zum rein spanischen Finale zwischen Sieger Real Madrid und dem FC Valencia, 2003 zum rein italienischen Vergleich zwischen Juventus Turin und seinem Endspielbezwinger AC Mailand und im Vorjahr zum für Michael Ballacks FC Chelsea so bitteren Elfmeterdrama gegen Manchester United. Ein solches deutsch-deutsches Champions-League-Finalduell gab es übrigens bislang noch nicht - auch ein Zeichen für die Schwäche der Bundesliga im kontinentalen Vergleich. In der Champions League standen sich Bundesligaklubs bislang lediglich zweimal in Viertelfinals gegenüber, wo Bayern München 1999 Kaiserslautern ausschaltete, während der Rekordmeister im Jahr zuvor an Borussia Dortmund scheiterte.
Uefa verhindert nationale Duelle - zumindest teilweise
Ein Finalduell zwischen zwei Teams aus einem Land lässt sich logischerweise nicht verhindern, immerhin aber unterbindet die Uefa mittlerweile durch Kapitel IV, Artikel 6 ihrer Wettbewerbsregeln für die Champions League in den ersten Runden des Wettbewerbs die eher öden Begegnungen zwischen Teams, die ohnehin mindestens zweimal pro Jahr in nationalen Liga- und Pokalwettbewerben ihre Kräfte messen. „Klubs aus demselben Verband können nicht gegeneinander ausgelost werden“, heißt es in den Uefa-Regularien.
Dank dieser Einschränkung gab es trotz je vier englischen und spanischen sowie drei italienischen im am Mittwoch beendeten Achtelfinale der Champions League auch kein Duell zwischen zwei Vereinen aus demselben Land.
Bayern kann weiter auf Losglück hoffen
Heißt das nun, dass es im Viertelfinale angesichts von noch immer vier englischen Teams automatisch zu vier Duellen zwischen in Pfund bezahlten Profis und Spielern aus der Eurozone kommt? Kann Bayern München bereits den Flieger für die Reise auf die Insel buchen? (siehe auch: Champions League: Premier League schlägt Serie A 3:0 und Champions League: Real geht in Liverpool unter - Juve scheitert)
Nein: Denn in Absatz 9, der den Wettbewerb fürs Viertelfinale regelt, verzichtet die Uefa auf das Ausschlusskriterium, fortan gibt es keine Zweiklassengesellschaft mehr im Volk der Lose, jedes Namensschildchen ist nun gleich. Bayern München darf also bei der Auslosung am Freitag (20. März) auf Losglück und eine Begegnung mit einem der beiden schwächer eingestuften Teams aus Porto oder Villarreal hoffen. (siehe auch: FAZ.NET-Regelecke: Warum darf nicht nur der FC Bayern Zweiter sein?)