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Borussia Dortmund : Favre mahnt nach Torgala

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Mahner im Erfolg: Lucien Favre warnt vor Übermut beim BVB. Bild: AFP

Die Torfabrik von Borussia Dortmund produzierte auch nach der Länderspielpause sofort wieder reichlich Treffer. Nach dem 4:0 in Stuttgart sind es schon 27. Trainer Favre findet dennoch Kritikpunkte.

          Rundum zufrieden wirkte Lucien Favre nicht. Obwohl seine Dortmunder Tabellenführer einfach weiter beeindruckten wie vor der Länderspielpause und so reichlich Tore schießen wie nie zuvor in ihrer Bundesliga-Historie, übernahm der Trainer die Rolle des Mahners. „Die zweite Halbzeit war gut, aber nicht so gut. Wir haben etwas Mühe gehabt“, sagte der Perfektionist nach dem klaren und verdienten 4:0 (3:0)-Auswärtssieg beim VfB Stuttgart. „Wenn sie ein Tor machen, weiß ich nicht, was passiert.“

          Nach einem gelungenen Samstagnachmittag, an dem die schnellen Offensivkünstler von Borussia Dortmund dem neuen VfB-Trainer Markus Weinzierl den Einstand gründlich verdarben, wollte Kapitän Marco Reus nicht allzu selbstkritisch sein, stellte aber ebenfalls klar: „Man merkt schon, dass wir noch einiges zu tun haben.“

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          Die warnenden Worte mögen auch so zu interpretieren sein, dass die Westfalen noch besser werden können und wollen - und wissen, dass sie sich am Mittwoch in der Champions League gegen Atlético Madrid kaum Nachlässigkeiten wie in der zweiten Hälfte erlauben dürfen. In der Bundesliga festigte der BVB seine Rolle als Titelaspirant, ist als einziger Club noch ungeschlagen, sogar wettbewerbsübergreifend, und imponiert mit Toren, Toren, Toren. 27 Mal waren die Dortmunder schon erfolgreich, so zahlreich wie noch nie nach nur acht Spieltagen.

          Konstanz, Mentalität und Klasse 

          Die Westfalen haben aber auch schon schmerzhaft erfahren, wie schnell alles aus dem Tritt geraten kann. Auch in der vergangenen Saison unter dem damaligen Trainer Peter Bosz hatten sie anfangs die Tabelle angeführt. „Das ist die Bundesliga. Wer sagt uns, dass es dieses Jahr nicht auch passieren kann?“, meinte VfB-Stürmer Mario Gomez.

          Im Moment deuten Konstanz, Mentalität und Klasse auf eine erfolgreiche Saison hin. Nach dem berauschenden 7:0 über Nürnberg, dem 4:2 über Leverkusen und dem Sieg über Augsburg (4:3) schoss der BVB im vierten Bundesliga-Spiel nacheinander mindestens vier Tore.

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          20 Punkte haben die Dortmunder verbucht, nur 2010/11 waren sie zu diesem Zeitpunkt besser (21), am Ende wurden sie Meister. „Auf der anderen Seite war ein Gegner, der unheimlich schnell, quirlig und gut war“, räumte VfB-Trainer Weinzierl nach seinem missratenen Neuanfang ein. „Man muss auch anerkennen, dass sie brutal starke Spieler haben, und wir das heute spüren mussten.“

          Dominant war vor allem die erste Halbzeit. Schon nach drei Minuten lagen die Dortmunder dank des 18 Jahre alten englischen Talents Jadon Sancho vorn, Reus (23.) und Paco Alcácer mit einem gefühlvollen Lupfer nach einem Fehlpass des Stuttgarter Weltmeisters Benjamin Pavard entschieden früh die Partie (25.). Maximilian Philipp (85.) erzielte kurz vor Schluss das zehnte Jokertor des BVB.

          Eindrucksvoll setzte damit auch der vom FC Barcelona ausgeliehene Alcácer seinen famosen Torrausch fort, er hat in nur 106 Bundesliga-Minuten nun siebenmal getroffen. Die Dortmunder wollen ihn halten und die Kaufoption ziehen. „Im Moment spricht wenig dagegen, um ehrlich zu sein“, sagte Sportdirektor Michael Zorc im TV-Sender Sky. „Es sieht auch alles gut aus.“ Bisher sei offiziell mit Barcelona jedoch noch nicht darüber gesprochen worden.

          Bei seiner Startelf-Premiere in der Fußball-Bundesliga blieb der 25-jährige Alcácer wegen Oberschenkelproblemen allerdings nach der Halbzeit draußen. „Ich hoffe, dass er uns am Mittwoch zur Verfügung steht“, sagte der frühere Kapitän und heutige Leiter der Lizenzspielerabteilung, Sebastian Kehl. Der Erfolgskurs in der Bundesliga dürfte die Dortmunder in jedem Fall auch für Europa und für Alético Madrid um Weltmeister Antoine Griezmann stärken. „Das wird auf jeden Fall eine Reifeprüfung für uns“, bekannte Reus.

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