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Nach abgelehntem Protest : Aues verzweifelt-verrückter Plan

  • Aktualisiert am

Dimitrij Nazarov von Erzgebirge Aue. Bild: dpa

Der erste Einspruch von Erzgebirge Aue gegen die Wertung des Spiels in Darmstadt wird abgelehnt. Doch der Verein gibt trotz geringer Chancen nicht auf und macht dabei einen ungewöhnlichen Vorschlag.

          Mit einem verzweifelten Versuch kämpft der FC Erzgebirge Aue um den Klassenverbleib. Der Verein möchte die zweite Fußball-Bundesliga auf 19 Vereine aufstocken lassen. Diesen Vorschlag will Aue nach Angaben von FCE-Präsident Helge Leonhardt dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unterbreiten. Am Donnerstag verhandelt das Gericht in Frankfurt mündlich den abermaligen Einspruch der Auer gegen die Wertung des mit 0:1 verlorenen Spiels beim SV Darmstadt 98. Durch dieses Ergebnis muss Aue in der Relegation gegen Karlsruhe um den Klassenverbleib kämpfen.

          „Vielleicht können wir uns auf diesen Deal einigen“, sagte Leonhardt am Mittwoch. „Aue bleibt in der zweiten Bundesliga, und der Karlsruher SC steigt auf. Das wäre ein salomonisches Urteil.“ Der Klubchef geht allerdings davon aus, dass das Relegations-Hinspiel der Auer am Freitag beim Karlsruher SC stattfinden wird.

          Der erste Einspruch war am Mittwochmorgen vom Sportgericht abgelehnt worden. „Wir sind weiterhin der Meinung, dass ein Regelverstoß vorliegt, der nach den Regularien der DFL und des DFB geahndet werden kann“, sagte Vorstandsmitglied Kay Werner. Das erste Urteil war eindeutig. „Die Entscheidungen des Schiedsrichters sind als unanfechtbare Tatsachenentscheidungen zu werten“, erklärte der Sportgerichtsvorsitzende Hans E. Lorenz in einer DFB-Mitteilung. „Zudem ist der Verdacht einer vorsätzlichen Spielmanipulation aus der Luft gegriffen und nicht ansatzweise nachgewiesen.“

          Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses

          Der vom DFB beauftragte Dienstleister „Sportradar“ hatte mitgeteilt, dass nach Analyse des nationalen und internationalen Marktes keine Auffälligkeiten bei Wetten auf die Zweitliga-Partie festgestellt werden konnten. Als Gründe für den Widerspruch hatten der Klub drei eklatante Fehlentscheidungen durch das Schiedsrichterteam unter der Leitung von Sören Storks angegeben. Die Sachsen begründeten ihren Einspruch damit, dass das Nicht-Anerkennen eines eigentlich regulären Tores in der vierten Minute einen Regelverstoß des Schiedsrichters darstelle. Storks hatte übersehen, dass Calogero Rizzutos Schuss erst deutlich hinter der Torlinie geklärt wurde.

          Außerdem verweigerte der Unparteiische den Gästen wohl einen klaren Handelfmeter sowie einen Foulelfmeter. Bei einem Sieg von Aue hätten auch die Darmstädter absteigen oder auf den Relegationsplatz fallen können. Aus Sicht des sächsischen Vereins drängte sich zumindest der Verdacht einer Spielmanipulation auf.

          Aktuell laufen noch Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses gegen Aues Vereinspräsidenten Leonhardt „wegen verschiedener Äußerungen“. Er hatte davon gesprochen, dass sein Verein verschaukelt worden sei und er nicht wisse, „ob fahrlässig oder vorsätzlich“. DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich hatte diese Vorwürfe vehement zurückgewiesen. Das Spiel sei aus Schiedsrichtersicht nicht gut gelaufen. Aber Fehler könnten passieren und seien menschlich.

          Auf einem weiteren Nebenschauplatz hatte Tobias Andrä, Mitglied des Stadtrats der Großen Kreisstadt Aue, Strafanzeige gegen Referee Storks wegen des Verdachts des Betruges gestellt. Zudem hatte er vom DFB disziplinarische Maßnahmen gegen Storks gefordert.

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