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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Eintracht-Krise Frankfurter Trugschlüsse

 ·  Die Frankfurter Eintracht hat fünf der letzten sechs Bundesliga-Spiele verloren. Keine Tore, keine Hierarchie - und trotzdem keine Abstiegsgefahr? Eintracht-Vorstandschef Bruchhagen spricht nur von Anzeichen einer Krise.

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Vielleicht wäre manches ganz anders gekommen, wenn Theofanis Gekas die Latte getroffen hätte und Lucas Barrios ins Netz. So aber lief es umgekehrt, vergab der Dortmunder Stürmer die Großchance in der 86. Minute, während der Grieche in Diensten der Eintracht im Gegenzug den Spielverlauf auf den Kopf stellte und den Frankfurter 1:0-Erfolg gegen den Tabellenführer sicherte.

Die Hessen verabschiedeten sich dank ihres seinerzeit noch eiskalt zuschlagenden Torjägers an diesem 18. Dezember mit einem Gefühl des Wohlbehagens in die Weihnachtsferien. Das Team stand blendend da: Mit acht Siegen in der Hinrunde, 26 Punkten und dem siebten Platz.

Zweieinhalb Monate sind seitdem vergangen, und es hat sich einiges verändert. Ausgerechnet der Coup gegen den BVB besaß fatale Folgen. Peter Fischer, der wortgewaltige Vereinspräsident der Eintracht, spricht vom Fluch der guten Tat: „Einige haben sich in die Winterpause vielleicht zu sicher gefühlt und falsche Schlüsse aus einer verlockenden Tabellensituation gezogen.“ Das Unheil nahm seinen Lauf mit dem Aus im DFB-Pokal gegen Aachen und setzte sich unaufhaltsam im Liga-Alltag fort, in dem fünf der letzten sechs Partien verloren gingen. Seit 544 Minuten wartet die Mannschaft auf ein Tor.

„Es gibt keinen Grund in Panik zu verfallen“

Die Eintracht, die aus Kostengründen im Januar vier Spieler abgab und auch deswegen von der Ersatzbank kaum Impulse setzen kann, taumelt auf dem Weg nach unten. Aktuell gehört sie zu den Teams in der schlechtesten Verfassung. Spätestens seit dem verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Chris fehlt es der Elf an erkennbarer Hierarchie. Während Vorstandschef Heribert Bruchhagen derzeit Trainer Michael Skibbe öffentlich den Rücken stärkt, gab er ihm intern deutlich zu verstehen, dass er die vorübergehende Ausbootung des streitbaren Fanlieblings Ioannis Amanatidis als Fehler betrachtete, der einen unnötigen Nebenkriegsschauplatz eröffnete – und den letztlich nachgiebigen Coach Autorität kostete.

Den Frankfurtern ist einiges vom Mannschaftsgeist abhandengekommen, es gibt Cliquen, und ein Anführer in schwierigen Momenten ist nicht zu sehen. Kapitän Patrick Ochs ist gegenwärtig mit eigenen Zukunftsfragen beschäftigt; seit dem Transfer-Techtelmechtel mit dem FC Schalke läuft der Mittelfeldmann seinen eigenen Ansprüchen hinterher.

Noch will Bruchhagen von akuter Abstiegsgefahr nichts wissen. Er spricht von Anzeichen einer Krise: „So lange ich bei der Eintracht bin, schaue ich schon immer nach unten und nach oben“, und überhaupt: „Es gibt keinen Grund in Panik zu verfallen.“ Das könnte sich schon bald ändern.

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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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