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Eintracht gewinnt den Poker Frankfurts Brasilianer Chris verlängert bis 2012

30.05.2008 ·  Mit dieser Nachricht war nicht unbedingt zu rechnen: Die Frankfurter Eintracht wird die Zusammenarbeit mit dem Defensivspieler Chris nicht nur fortsetzen, der Vertrag wird bis 2012 verlängert.

Von Marc Heinrich
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Mit dieser Nachricht war nicht unbedingt zu rechnen: Die Frankfurter Eintracht hat am frühen Donnerstagabend mitgeteilt, dass sie die Zusammenarbeit mit ihrem brasilianischen Defensivspieler Chris nicht nur fortsetzen, sondern sogar bis zum Sommer 2012 verlängern wird. Der bisherige Vertrag des Fußballprofis wäre zum 30. Juni 2009 ausgelaufen, bis zu diesem Freitag besaß er die Option, aus dem Kontrakt vorzeitig auszusteigen – womit vielen Kenner der Fußball-Bundesliga rechneten.

Chris war in den zurückliegenden Tagen und Wochen vor allem vom VfL Wolfsburg und dessen Trainer Felix Magath intensiv umgarnt worden: insbesondere mit der Aussicht auf eine deutliche Gehaltssteigerung. Doch das Werben des Uefa-Pokal-Teilnehmers um die Dienste des in der Abwehr flexibel einsetzbaren Südamerikaners zahlte sich überraschenderweise doch nicht aus. Der Eintracht-Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen konnte so zufrieden feststellen, dass er sich freue, „dass es uns gelungen ist, den Spieler weiterhin an den Verein zu binden, da er ein wichtiger Baustein der Eintracht ist“.

Keiner der bestbezahlten Akteure

Im Konzept von Trainer Friedhelm Funkel spielte der Neunundzwanzigjährige stets eine Schlüsselrolle – sofern er gesund war. Chris kommt bereits seit 2003 für die Eintracht zum Einsatz. Weil er aber extrem verletzungsanfällig ist, absolvierte er bis heute nur neunzig Partien. Wenn er freilich fit war, gehörte er meist zu den auffälligsten Akteuren. „Wie wichtig Chris für unser ist, sieht man immer dann, wenn er nicht da ist“, sagte Funkel in diesem Frühjahr. Seit Ende Februar war der Mann mit der Rückennummer 29 abermals zum Zuschauen verdammt: eine Entzündung in der Fußsohle setzte ihn außer Gefecht und lediglich zum Saisonabschluss gegen den MSV Duisburg vor heimsicher Kulisse konnte er gegen Ende ein paar Minuten mitkicken.

Aus Sicht des Spielers, so schien es jüngst, hätte ein Wechsel durchaus Sinn gemacht: Mit bald dreißig Jahren war es vermutlich die letzte Gelegenheit, noch einmal eine Bundesligarbeitsaplatz zu deutlich verbesserten Bezügen zu ergattern. Und für den VfL Wolfsburg spielt Geld – dank des Sponsors Volkswagen – momentan keine wirklich entscheidende Rolle. Zumal auch Chris bislang dem Vernehmen nach nicht zu den bestbezahlten Akteuren der Eintracht zählte. Doch er bewies Vereinstreue. Bruchhagen sprach von vernünftigen Gesprächen mit der Beratungsagentur Rogon, die die Interessen von Chris vertrat, inhaltlich werde er sich aber „nicht näher zu Vertragsbestandteilen“ äußern. Er sagte immerhin, dass der Spieler künftig keine Option mehr besitzt, die Eintracht vor dem 30. Juni 2012 zu verlassen.

Chris zum Urlaub nach Griechenland

Chris löste in Frankfurt in der Vergangenheit mehrfach Wirbel aus. Weil er im Sommer 2004 einen weiteren Vertrag beim brasilianischen Klub SC Prudentopolis unterzeichnet hatte, verurteilte ihn der Internationale Fußballverband Fifa zu 300.000 Dollar Strafe. Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte das Urteil im Juli 2005. „Ich habe kein Geld. Ich kann nicht zahlen“, sagte Chris damals. Die Frankfurter Eintracht gewährte ihm daraufhin ein Darlehen. In dieser Saison bestritt Chris zehn Spiele und schoss ein Tor – aus gerechnet beim 2:2 beim VfL Wolfsburg.

Chris selbst flog am Mittwoch in den Urlaub nach Griechenland: auf die Ferieninsel Mykonos. Dass er nach den Sommerferien nach Frankfurt zurückkehrt, freut ihn eigenen Angaben zufolge sehr. „Ich habe mich hier eingelebt, das ist ganz wichtig. Als ich nach Deutschland kam, war das am Anfang für mich und meine Frau sehr schwer.“ In Wolfsburg hätte ihm ein weiterer Neubeginn bevorgestanden. Darauf hatte er offenbar selbst mit Aussicht auf einen monatlich stattlicheres Salär keine Lust – eine nicht ganz alltägliche Entscheidung im Geschäftsbetrieb Fußball-Bundesliga.

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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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