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Eintracht Frankfurt Funkel behält recht - und verliert

27.09.2007 ·  Die Eintracht wollte ihren Erfolgslauf fortsetzen und wurde durch ein 0:1 gegen Karlsruhe gestoppt. Dennoch stehen die Frankfurter auf Platz sieben gut da in der Bundesliga. Doch die nächste Aufgabe hat es in sich.

Von Tobias Rabe, Frankfurt
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Friedhelm Funkel hatte es schon vor dem Spiel befürchtet - und sah sich zum eigenen Leidwesen nachher bestätigt. In Wolfsburg vor zehn Tagen hatte der Frankfurter Trainer den Karlsruher SC genau unter die Lupe genommen und für stark befunden. Gerade auswärts hat der Aufsteiger in der noch jungen Bundesliga-Spielzeit seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt. In Frankfurt sammelten die Badener nun durch den 1:0-Sieg - herausgeschossen durch das Tor von Abwehrspieler Maik Franz in Spielminute 51 - schon die Auswärtspunkte sieben bis neun.

Die Eintracht hingegen hätte vor 48.500 Zuschauern gerne ihre Heimpunkte zehn bis zwölf eingeheimst. „Die Jungs haben es probiert und auch nach dem Rückstand Charakter gezeigt“, sagte Funkel. Doch gegen den spielstarken Gegner war das Gegentor in einem ausgeglichenen Spiel der Knackpunkt des Abends. „In Sachen Einsatz kann man uns keinen Vorwurf machen“, sagte Torwart Markus Pröll, der nach seiner Schädelprellung samt Platzwunde wieder ins Tor gerückt war. „Die Niederlage ist sehr ärgerlich, auch wenn wir wussten, dass Rückschläge kommen.“

„Wir hätten ein Unentschieden verdient gehabt“

Dass es Niederlagen geben würde, war klar. Doch dass es gegen den KSC passierte, war nicht unbedingt eingeplant. Hatten die Frankfurter in den bisherigen Spielen der Saison eine zuvor nicht gekannte Reife und Abgeklärtheit an den Tag gelegt, verfiel das Team gegen den Aufsteiger wieder in Muster der Vergangenheit. Auch wenn es nach dem Rückstand zu einigen Chancen reichte, ließ die Eintracht den direkten Zug zum Tor vermissen. Auch die Abwehr, die zuletzt gar als Prunkstück bezeichnet werden konnte, ließ sich viel zu oft auseinander manövrieren.

Mittelfeldspieler Michael Fink ärgerte sich vor allem über das „unnötige Gegentor“. Er und seine Kollegen seien dann gegen ein Abwehrbollwerk angelaufen. „Das war natürlich schwer. Dennoch denke ich, hätten wir ein Unentschieden verdient gehabt.“ Albert Streit trauerte der vergebenen Chance hinterher, mit einem Sieg auf den dritten Rang klettern zu können. „ Wir haben einmal gepennt, das Gegentor hat uns aus der Bahn geworfen. So ein Ergebnis ist sehr enttäuschend.“ Vierzehn Punkte wären in der Tat eine prima Ausbeute gewesen.

Spycher und Inamoto für das Spiel in Cottbus fraglich

Die tabellarische Bilanz nach sieben Spielen ist freilich immer noch eine gute. Mit elf Punkten rangiert die Eintracht auf Platz sieben, der Abstand zum ersten Abstiegsplatz beträgt beruhigende fünf Zähler. Dass sich seine Spieler auf dem so nicht unbedingt erwarteten Punktepolster ausruhen, wird der erfahrene Funkel nicht zulassen. Indes bestätigte die Partie gegen Karlsruhe einmal mehr die Einschätzung der sportlichen Führung. Immer wieder wies und weist der Trainer darauf hin, dass jedes Bundesliga-Spiel schwierig sei und man immer verlieren könne - auch wenn es das Umfeld nicht erwarte.

Am Sonntag steht schon die nächste schwere Partie für die Eintracht auf dem Spielplan. Dann geht die Reise in die Lausitz zum arg angeschlagenen Tabellenschlusslicht Energie Cottbus. „Das wird nicht einfach“, hob Funkel den verbalen Zeigefinger. „Die haben 0:5 bei den Bayern verloren und den Trainer gewechselt. Jetzt brennen sie darauf, es gegen uns besser zu machen.“ Ob Christoph Spycher und Junichi Inamoto, der gegen Karlsruhe zur Pause wegen Leistenbeschwerden in der Kabine blieb, spielen können, entscheidet sich erst kurzfristig.

„Nicht wieder so ein Ping-Pong-Spiel wie bei Jones“

Ein Thema, das wieder durch die Katakomben geisterte, war die kolportierte Wechselabsicht von Albert Streit. Die Zeitschrift „Sport-Bild“ hatte - allerdings ohne Aussagen des Spielers - berichtet, Schalke wolle nach dem missglückten Transfer im Sommer den Mittelfeldspieler, der gegen Karlsruhe wieder stark spielte und sich von Funkel ein Sonderlob sicherte, nun in der Winterpause verpflichten. Vorstandchef Heribert Bruchhagen verpasste sich, genervt ob der wieder aufkeimenden Diskussion, selbst einen Maulkorb und sagte nur: „Ich will nicht alles kommentieren, so dass wir wieder so ein Ping-Pong-Spiel wie bei Jermaine Jones haben.“

Streit wollte ebenfalls nicht Konkretes sagen. „Ich werde bald 28 Jahre alt. So viele große Verträge werde ich in meiner Karriere nicht mehr abschließen.“ Das bedeute aber nicht, dass er an einen Abschied denke - schon recht nicht im kommenden Winter. „Ich spiele die Saison jetzt erstmal zu Ende und dann muss ich abwägen, was das Beste für mich ist. Ich höre mir alles an.“ Im Sommer könnte Streit für die Ablösesumme von einer Million wechseln. Eines scheint indes klar: Es war nicht das letzte Mal, dass dieses Thema für Gesprächsstoff sorgte.

Eintracht Frankfurt - Karlsruher SC 0:1 (0:0)
Frankfurt: Pröll - Mahdavikia, Russ, Kyrgiakos, Ochs (80. Chaftar) - Streit, Inamoto (46. Köhler), Fink, Takahara (66. Thurk) - Meier - Amanatidis
Karlsruhe: Miller - Görlitz, Eggimann, Franz, Eichner - Mutzel, Aduobe (46. Porcello) - Timm, Hajnal (78. Staffeldt), Carnell - Freis (70. Iaschwili)
Schiedsrichter: Marc Seemann (Essen)
Tor: 0:1 Franz (51.)
Zuschauer: 48.500
Gelb-Rote Karte: Görlitz wegen unsportlichen Verhaltens (85.)
Gelbe Karten: Kyrgiakos (3) - Carnell (2)

Quelle: FAZ.NET
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Jahrgang 1983, Sportredakteur.

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