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Eintracht Frankfurt Für den Pokal fällt Torwart Pröll wohl aus

23.10.2006 ·  Das ärztliche Bulletin kam zur Mittagszeit, und man weiß nicht genau, was davon zu halten ist. Tatsache ist: Markus Pröll hat am Sonntag gegen den FCN Glück im Unglück gehabt, muß aber wohl vorerst pausieren.

Von Ralf Weitbrecht
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Das ärztliche Bulletin kam zur Mittagszeit, und man weiß nicht genau, was davon zu halten ist. Tatsache ist: Markus Pröll hat Glück im Unglück gehabt, denn die Verletzung, die er sich am Sonntag abend beim 2:2 der Frankfurter Eintracht gegen den 1. FC Nürnberg zugezogen hat, ist kein Rippenbruch. Mannschaftsarzt Dr. Christoph Seeger diagnostierte eine schwere Rippenprellung rechts. Eine Prognose aber über mögliche Ausfallzeiten des Eintracht-Torhüters mochte Seeger nicht abgeben. „Das ist derzeit nicht möglich. Wir müssen versuchen, Markus erst schmerzfrei zu bekommen.“ Geschehen soll dies zunächst auf konventionelle Weise, also mit Hilfe von Spritzen und Tabletten. Ob Pröll am Mittwoch, beim DFB-Pokalspiel in Essen, wieder zwischen den Pfosten steht, ist mehr als fraglich.

Auch Markus Weissenberger bereitet Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel derzeit Sorgen. Denn auch der Österreicher kann derzeit nicht seiner fußballspielenden Arbeit nachgehen. In der 63. Minute ließ ihn der Nürnberger Andreas Wolf im Wortsinne auflaufen, und Weissenberger kann gleichfalls von Glück sprechen, daß er „nur“ unter einer schweren Wirbelsäulenstauchung leidet. Am Sonntag noch hatte es „richtig geknackt, als ich auf den Kopf gefallen bin“, sagte der Frankfurter Spielführer, der nach dem rüden Rempler und dem anschließenden Sturz über „höllische Schmerzen“ klagte.

Meier für Weissenberger von Anfang an

Er wird der Mannschaft keineswegs zur Verfügung stehen, die sich anschickt, auch die zweite Runde im nationalen Wettbewerb beim Zweitliga-Aufsteiger Rot-Weiß Essen im stimmungsvollen Stadion an der Hafenstraße zu überstehen. Für Weissenberger dürfte der offensiv ausgerichte Mittelfeldmann und zuletzt mit drei Toren erfolgreiche Alexander Meier in die Startformation rücken.

50.300 Zuschauer beim Duell der Remisspezialisten in der Frankfurter Arena: Das ist eine imponierende Kulisse für ein Spiel zweier Mannschaften, die dem soliden Bundesliga-Mittelmaß zugerechnet werden dürften. Die Kassen der Eintracht-AG, die Finanzvorstand Thomas Pröckl verwaltet, füllen sich also immer mehr, nach 40.000 Zuschauern gegen Wolfsburg, 44.000 gegen Leverkusen und 51.500 gegen Hamburg. Zudem gibt es einen Zusatzverdienst in Höhe von 5250 Euro, der für Unmut an der Basis sorgt. Alle 1500 Eintracht-Anhänger, die sich am 2. November auf die Tagesreise zum Uefa-Pokalauswärtsspiel nach Vigo machen, müssen zusätzlich zu den 35 Euro, die für eine Eintrittskarte zu zahlen sind, einen Aufschlag von zehn Prozent, also 3,50 Euro, an die AG bezahlen.

FCN-Meyer lobt Frankfurter Publikum

Pröll verletzt, Weissenberger verletzt: Eintracht-Trainer Funkel steht vor einer wegweisenden Woche. Wieder einmal, denn die Doppelbelastungen gehen unvermindert weiter. Im Blick zurück sorgte das neuerliche Remis zwar für vordergründige Zufriedenheit. Doch Stürmer Ioannis Amanatidis, stets für offene und klare Worte bekannt, empfahl dringend, „daß wir dranbleiben müssen“. Wie das geht, weiß er auch: „Mit Siegen.“ Der von ihm erhoffte „Riesenschritt“, den man durch einen Erfolg gegen Nürnberg hätte machen können, ist fast schon erwartungsgemäß ausgeblieben. Seine am Sonntag ausgesprochene Empfehlung für das Pokalspiel: „Jetzt die Beine hochlegen und dann eine Runde weiterkommen.“

Übrigens: Hans Meyer, der kauzige Nürnberger Trainer mit den erfrischend anderen Ideen und Ansichten, dürfte den sonntäglichen Aufenthalt in Frankfurt in angenehmer Erinnerung behalten. „Lieber Friedhelm“, sagte er mit gewohnt ironischem Unterton an Funkels Adresse gewandt, „ihr habt ein phantastisches Publikum. Und du bist der Unentschieden-König der Liga. Dafür gratuliere ich dir recht herzlich.“ Auf Dauer jedoch machen Unentschieden nicht glücklich. Das Pokalspiel, das am Ende einen Sieger haben wird, kommt vielleicht genau zur rechten Zeit.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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