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Eintracht Frankfurt Das Glückskind und die rätselhafte Blessur

28.03.2007 ·  Eintracht-Torwart Markus Pröll schien zu Beginn dieser Fußball-Saison ein ausgeprochenes „Glückskind“ zu sein. Doch aus dem „Glückskind“ ist der große „Pechvogel“ geworden. Denn Pröll ist anhaltend verletzt.

Von Josef Schmitt
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Der Mann schien zu Beginn dieser Fußball-Saison ein ausgeprochenes „Glückskind“ zu sein. Markus Pröll, 27 Jahre alter Torhüter der Frankfurter Eintracht, konnte mit überragenden Leistungen das Vertrauen rechtfertigen, das ihm Trainer Friedhelm Funkel geschenkt hatte. Pröll hielt die Eintracht viele Wochen im Spiel, konnte drei Elfmeter in Folge abwehren, war nach Einschätzung der Fachzeitschrift „Kicker“ im ersten halben Jahr der beste Torhüter in der Bundesliga und konnte sich Hoffnungen machen, in absehbarer Zeit von Bundestrainer Joachim Löw berücksichtigt zu werden. Doch aus dem „Glückskind“ ist der große „Pechvogel“ geworden. Pröll hatte sich schon im Herbst eine schmerzhafte Rippenverletzung zugezogen, die seither immer wieder zurückgekehrt ist. In immer kürzeren Abständen muss Pröll passen.

Vor ein paar Wochen, vor dem Auswärtsspiel in Nürnberg, hatte er sich auf sein Comeback vorbereitet, als die Verletzung bei einem Sturz im Training wieder aufbrach. Nun ist Pröll keiner, der beim Auftauchen von Problemen sofort aufgibt. Der Mann kämpft. Von einem Arzt zum anderen ist er gerannt, in Frankfurt, Köln und München hat er Experten konsultiert, Naturheiler waren dabei, auch ein Chiropraktiker. Doch besser geworden ist nichts. Letzte Woche schien nach einem Besuch beim Münchner Arzt Dr. Müller-Wohlfarth endlich des Rätsels Lösung gefunden. Pröll war voller Zuversicht zurückgekehrt, hatte das Lauftraining wiederaufgenommen. Doch als es am Montagnachmittag mit torwartspezifischen Übungen losgehen sollte, kam der nächste Rückschlag. Von einer auf die andere Sekunde waren die Schmerzen wieder da. Pröll trottete deprimiert in die Kabine. Am Dienstag wurde daraufhin noch einmal eine Röntgenaufnahme gemacht, doch abermals brachte es kein klares Ergebnis. „Keine knöcherne und keine muskuläre Verletzung“, plage den Spieler, sagt Frankfurts Mannschaftsarzt Dr. Christoph Seeger. Die Diagnose sei ziemlich eindeutig, der Fußballprofi leide an einer Reizung in den hinteren Rippengelenken. Man könne es auch eine „Nervenirritation“ nennen.

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Schwieriger als die Diagnose sei die Therapie. „Der greifbare Therapie-Ansatz fehlt“, gibt Dr. Seeger zu, „wir können ihm nicht sagen, mach dies oder das, pausiere so lange oder so lange, und dann ist alles wieder gut.“ Eine Ungewissheit, die Pröll fast genauso viel zu schaffen macht wie die Verletzung selbst. „Ich weiß auch nicht, wie es weitergeht“, sagt er. Weitere Ärzte aufsuchen? Wieder nach München zu Müller-Wohlfarth reisen? Die Ärzte untereinander wollen sich austauschen, um endlich Ansätze zu finden. „Ich bin kein Arzt und kein Professor“, sagt Funkel zu der Angelegenheit, „für Markus ist das ganz, ganz bitter.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass der Keeper in dieser Saison noch einmal zwischen den Pfosten stehen wird, ist jedenfalls gering. Und damit beginnt das Problem für die Eintracht. Da auch Jan Zimmermann nach seinem Handbruch noch mindestens zwei Wochen nicht spielen kann, liegt weiter alle Verantwortung auf den Schultern von Oka Nikolov. Immerhin hat der 18 Jahre alte Pablo Alvarez mit einer guten Leistung in der Amateurmannschaft beim Oberliga-Derby gegen den FSV angedeutet, dass im Notfall Verlass auf ihn sein könnte.

Weit weniger schwierig stellt sich die Situation bei Ioannis Amanatidis dar. Der Angreifer war vom Länderspiel Griechenlands gegen die Türkei ebenfalls mit einer Verletzung im Rippenbereich zurückgekehrt. Seit Montag wird Amanatidis in Frankfurt behandelt, ein „leichter Muskelfaserriss“ wurde diagnostiziert. Mit Lauftraining hat Amanatidis schon wieder begonnen. „Es geht von Tag zu Tag besser“, sagte er am Dienstag, „wenn es so weitergeht, könnte es bis Samstag klappen.“ Täglich will Amanatidis nun die Trainingsbelastung steigern. Auch Dr. Seeger will einen Einsatz am Samstag im Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach „nicht ausschließen“. Beim Heimspiel in der Woche darauf gegen Energie Cottbus sei in jedem Fall wieder mit Amanatidis zu rechnen.

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