Werder Bremen hat im heißen Meisterschaftskampf in Dortmund eiskalt gewonnen und bleibt Spitzenreiter Schalke 04 dicht auf den Fersen. Im Stil eines Spitzenteams setzten sich die Hanseaten am Sonntag 2:0 bei Borussia Dortmund durch und festigten mit zwei Punkten Rückstand auf den Tabellenführer aus Gelsenkirchen Platz zwei.
Drei Tage nach dem Einzug ins Uefa-Pokal-Halbfinale beendete Miroslav Klose mit dem Führungstor in der 28. Minute auch in der Fußball-Bundesliga seine seit dem 31. Januar währende Torflaute. Diego machte vor 81.000 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion mit einem Geniestreich (39.) den verdienten Sieg perfekt, der die Borussia mit zwei Punkten Vorsprung vor einem Abstiegsrang auf den 15. Platz zurückwarf.
„Wir stehen bombensicher“
„Für jeden Stürmer ist es gut, wenn er trifft. Seit drei, vier Wochen fühle ich mich wieder besser, und schon klappt es auch mit den Toren“, meinte Klose, Teamkollege Torsten Frings sieht den Schlüssel zum Erfolg in der guten Abwehrleistung: „Wir stehen in der Defensive momentan bombensicher.“ In Dortmund muss dagegen weiter gezittert werden. „Die Situation ist weiter ernst, aber Bremen ist momentan nicht unsere Messlatte. Ärgerlich war aber, dass das Gegentor in die Phase fiel, als wir Druck gemacht haben“, sagte Nationalspieler Christoph Metzelder, der zudem bekannt gab, dass er sich mit Real Madrid über einen Wechsel einig ist.
Getrübt wurde der Erfolg der zum siebten Mal in Serie unbesiegten Bremer durch die neuerliche Verletzung von Tim Borowski. Im erst dritten Spiel nach siebenwöchiger Pause musste der Nationalspieler in der 50. Minute mit Verdacht auf Knieverletzung gegen Frank Baumann ausgewechselt werden. Auch Dortmund wird in Dede möglicherweise ein Leistungsträger im Endspurt der Saison fehlen. Der Brasilianer verließ in der 43. Minute offenbar wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel den Platz und wurde von Nuri Sahin ersetzt.
Mit der gleichen Formation wie beim starken Auftritt gegen Alkmaar präsentierten sich die reiferen Bremer in den ersten zwanzig Minuten in allen Belangen überlegen. Mehr als ein Kopfball Diegos (20.) nach Flanke von Klose sprang gegen die Dortmunder Abwehr, in der Metzelder nach auskurierter Hüftblessur sein Comeback gab, aber nicht heraus. Vielmehr schienen die Borussen nach der starken Bremer Anfangsphase das Heft in die Hand nehmen zu können.
Kühl und beherrscht
Gleich zwei Mal hatte Florian Kringe (25./27.) die Führung auf dem Fuß. Allzu sorglos agierte Werder in dieser Phase. Doch ausgerechnet Kringe leitete mit einem dummen Ballverlust an der Mittellinie den Niedergang ein. Patrick Owomoyela, der wieder auf der linken Seite verteidigte, ging auf und davon. An seiner flankte segelte Aaron Hunt vorbei - Klose aber ließ sich die Chance nicht nehmen. Nur elf Minuten später zirkelte Diego einen Freistoß ins linke obere Eck. Keeper Roman Weidenfeller konnte dem Ball nur hinterher schauen.
Bei Torhüter Tim Wiese konnten sich die weiter ohne den verletzten Per Mertesacker in der Innenverteidigung sowie Pierre Wome und Daniel Jensen spielenden Bremer bedanken, dass die Nachlässigkeiten im zweiten Durchgang nicht bestraft wurden. Wirklich brenzlig wurde es für den Meisterschaftsanwärter allerdings nur bei Ebi Smolareks Schuss (59.) und Alexander Freis Freistoß (80.). Ansonsten brachte das Team von Trainer Thomas Schaaf den Sieg kühl und beherrscht über die Runden. Der eingewechselte Markus Rosenberg (69.) verpasste freistehend sogar das dritte Tor.