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Schalke 04 : Sinnvoll und spektakulär

  • -Aktualisiert am

Vereinswechsel für Spielpraxis: Bayern München leiht Holger Badstuber nach Schalke aus Bild: dpa

Erst Burgstaller, dann Badstuber: Manager Christian Heidel hat die Personalnot des FC Schalke 04 erheblich gelindert.

          Wenn man im großen Fußballlexikon unter dem Stichwort „Heidel“ nachschlagen könnte, fände sich dort sicher auch ein Hinweis zu typischen Transfers - und vielleicht wäre sogar ein Bild von Guido Burgstaller abgedruckt. Oder eins von Holger Badstuber. Nachdem der Transfer des Nürnberger Torjägers - vorbehaltlich des Medizinchecks - schon am Montag in trockenen Tüchern war, machte der FC Schalke 04 tags darauf den Coup mit Bayerns Badstuber perfekt. Der ehemalige Nationalspieler kommt auf Leihbasis bis zum Saisonende zu den „Königsblauen“.

          Zwei Deals, die aus Schalker Sicht sinnvoll und spektakulär sind. Mit Badstuber und Burgstaller hat Heidel das von Verletzungen gebeutelte Team für die Rückrunde besser aufgestellt, ohne jedoch dem eigenen Nachwuchs die Chancen zu verbauen. Das war ein Wunsch des Trainers Markus Weinzierl - und somit Heidels Befehl. Auftrag erfüllt, könnte man sagen. Und einen schwierigen dazu.

          Auf dem letzten Loch

          Rückblick: Es war das letzte Heimspiel des Jahres, die „Königsblauen“ hatten sich gerade mit einem mageren 1:1 gegen den SC Freiburg von den eigenen Anhängern verabschiedet, als Manager Heidel den Journalisten noch einmal Rede und Antwort stand. Die Personalprobleme und etwaige Wintertransfers waren die bestimmenden Themen - die Schalker pfiffen Ende 2016 auf dem letzten Loch. Fast eine komplette Mannschaft stand auf der Verletztenliste des Klubs.

          Mit Huntelaar, Coke, Nastasic, Embolo und Di Santo, um nur einige der Abwesenden zu nennen, wäre es eine starke Schalker Elf, so der Tenor damals. „Natürlich haben wir viele verletzte Spieler, aber die kommen ja alle wieder“, erklärte Heidel damals. Deshalb wolle er den Kader „nicht aufblähen“ und nur reagieren, wenn es wirtschaftlich und sportlich sinnvoll sei. Für Aktionismus ist der Sportdirektor nicht bekannt.

          Alles im Griff: Christian Heidel packt für Schalke auf dem Transfermarkt zu
          Alles im Griff: Christian Heidel packt für Schalke auf dem Transfermarkt zu : Bild: dpa

          Die Verpflichtung Burgstallers, des 27 Jahre alten österreichischen Nationalspielers vom „Club“, ist alles andere als ein Noteinkauf, selbst wenn man von Not durchaus sprechen kann, da drei Viertel der Schalker Abteilung Attacke langfristig ausfallen. Burgstaller aber, mit 14 Toren in der Hinrunde das heißeste Eisen der Zweiten Bundesliga, ist für Schalke nicht nur ein Soforthelfer, sondern auch schon ein Vorgriff auf die kommende Saison.

          Win-win-win-Situation möglich

          Im Falle Badstubers liegen die Dinge ein bisschen anders. Bedarf aber herrschte auch in der Abteilung Abwehr. Kapitän Höwedes reiste verspätet ins Trainingslager nach und kann wegen einer Hüftreizung nur individuell trainieren. Auch Nastasic musste wegen Beschwerden an der linken Achillessehne kürzertreten, Abwehrtalent Kehrer kämpfte mit einer Adduktorenverhärtung. Mit nur einem verlässlichen Mann für die Innenverteidigung, Naldo, wollte Schalke verständlicherweise nicht in die Rückrunde gehen.

          Aus Nürnberg nach Schalke: Guido Burgstaller wechselt in die Bundesliga
          Aus Nürnberg nach Schalke: Guido Burgstaller wechselt in die Bundesliga : Bild: dpa

          Dass Heidel ein Auge auf Badstuber warf, dem er attestierte, er sei „in Sachen Spieleröffnung einer der Besten, die ich kenne“, war da naheliegend - auch, weil die Konstellation für alle Parteien günstig erschien. „Das ist eine Win-win-Situation für alle“, sagte der Manager, als sich die Causa Badstuber noch im Status eines Gerüchts befand, ungewohnt offen. Es mussten allerdings noch einige Gespräche geführt werden, wie Heidel am Dienstag im Trainingslager im spanischen Ort Benidorm erläuterte. Auch Bayern München musste nämlich mitspielen. Damit der Innenverteidiger wechseln durfte, musste wohl erst sein zum Saisonende auslaufender Kontrakt verlängert werden. So wollen es jedenfalls die Statuten der Deutschen Fußball-Liga. Ein Kauf Badstubers kam weder aus finanzieller Sicht für Schalke in Frage, noch wollte der Rekordmeister seinen Spieler dauerhaft loswerden.

          Im besten Falle wird es so sogar ein dreifaches „Win“: Badstuber kann dem Revierklub sofort weiterhelfen, er selbst kann nach seinen zahlreichen und langwierigen Verletzungen dauerhaft Spielpraxis bekommen, und davon wiederum würden auch die Münchener profitieren. Badstuber selbst hatte erklärt, dass er vor allem eines wolle: spielen. „Das ist das A und O.“ Womöglich gab das den Ausschlag gegenüber einem Konkurrenten aus der Premier League. Auch Pep Guardiola, der Trainer von Manchester City, hatte sich interessiert gezeigt. Doch die Einsatzchancen bei den „Königsblauen“ dürften deutlich besser sein als bei den „Himmelblauen“. Voraussetzung dafür ist allerdings auch hier noch, dass er den Medizincheck besteht: Nach der Rückkehr der Bayern aus dem Trainingslager soll es so weit sein.

          Quelle: F.A.Z.

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