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Fußball-Transfermarkt : Die Bundesliga wird sich selbst zu teuer

Der Argentinier Gonzalo Higuain wechselt für eine Rekordsumme von Neapel zu Juventus Turin Bild: AFP

38 Millionen für Hummels, 55 für Hulk, 90 Millionen für Higuaín – wo führen solch astronomische Ablösesummen noch hin? Während große Vereine den Transfermarkt dominieren, haben kleine das Nachsehen.

          Die Millionensummen schwirren in diesem Sommer nur so über den Transfermarkt. Das Geschäft brummt, als gäbe es morgen keine Fußballprofis mehr. Von A (wie dem weitgehend unbekannten Allen, der für 15 Millionen Euro zu Stoke City wechselt) bis Z (wie Fußballkönig Zlatan, der bei Manchester United einen neuen Thron gefunden hat) wird alles gekauft, was Hoffnung verspricht. Bleiben wir also mal kurz beim Buchstaben H wie Hoffnung: Hummels 38 Millionen Euro. Hulk 55 Millionen. Higuain 90 Millionen.

          Astronomische Ablösesummen, die stets nur eine Richtung kennen: nach oben, werden diese und die kommenden Wechselperioden prägen. Die Mühsal von Liga-Mitläufern allerdings, die auf dem Markt schon lange nicht mehr hinterherkönnen, aber trotzdem irgendwie konkurrieren müssen, geht dabei in diesen Tagen oft unter. Die Frankfurter Eintracht etwa, die es erst auf den letzten Drücker schaffte, in der Bundesliga zu bleiben, hat bisher sieben Spieler verpflichtet. Bis auf einen kommen sie aus dem Ausland. Der Nürnberger Blum spielte bisher jedoch nur in der zweiten Liga. Der erstklassige heimische

          Von der Talentproduktion wiederum hat sich der Klub selbst abgeschnitten, als er vor zwei Jahren entschied, sein U-23-Team aufzugeben. Zwei Frankfurter Talente sind daher in der Sommerpause zum HSV und nach Ingolstadt gewechselt, die solche Mannschaften in der Regionalliga noch besitzen.

          Frankfurt fehlen Nachwuchsspieler

          Nun haben die Frankfurter schon Schwierigkeiten, die von der DFL vorgeschriebenen zwölf deutschen Spieler für ihren Profikader zu finden, wenn man nicht U-19-Spieler mit solchen Verträgen ausstatten will. Zudem muss jeder Bundesligaklub vier Profis im Kader haben, die mindestens drei Jahre in der eigenen Jugend ausgebildet worden sind. Auch dieses Minimalziel zu erreichen wird für einen Verein wie Eintracht Frankfurt mit jedem Jahr schwerer.

          Dabei hat der Frankfurter Sportdirektor Bruno Hübner die beste Nachwuchsarbeit geleistet, die man sich vorstellen kann. Sein älterer Sohn Benjamin hat letzte Saison schon bei Aufsteiger Ingolstadt auf sich aufmerksam gemacht - und wechselte nun nach Hoffenheim. Sein jüngerer Sohn Florian wiederum ist von Sandhausen zum Bundesliga-Absteiger Hannover 96 gegangen. Bruno Hübner ist auch der Berater seiner beiden Söhne, aber zu seinem Arbeitgeber wollte der Frankfurter Sportdirektor die zwei Verteidiger aus seiner Familie nicht holen. Ehrenwert. Um gute Nachwuchsarbeit müssen sich die Frankfurter eben selbst kümmern.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

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