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Die Bayern und der BVB An Europas Spitze getrieben

 ·  Die Machtverhältnisse im deutschen Fußball sind wieder die alten. Die Leistungsunterschiede jedoch sind gering. Vielmehr hat das Duell um die Vorherrschaft in Deutschland Bayern München und Borussia Dortmund an die Leistungsspitze Europas geführt.

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© dpa Vergrößern Wieder die Nummer eins in Deutschland: die Bayern

Ja, die Machtverhältnisse im deutschen Fußball sind wieder die alten. Wenn es überhaupt noch eines Beweises bedurft hat angesichts von 17 Punkten Vorsprung in der Bundesliga, dann ist er durch das 1:0 im direkten Duell des Pokal-Viertelfinales erbracht worden: Die Münchner Bayern sind wieder an Borussia Dortmund vorbei gezogen. Der größte Trumpf der Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp in diesem Zweikampf sticht nicht mehr: Die größere Leidenschaft, die größere Bereitschaft, sich zu quälen, über die Schmerzgrenze hinaus zu gehen. Zwei Jahre ohne Titel, fünf Pflichtspiele ohne Sieg gegen den neuen Widersacher haben aus saturierten bayerischen Platzhirschen eine wild entschlossene Jagdgesellschaft gemacht, die konsequent ihr ganzes Waffenarsenal zum Einsatz bringt. Dass die Bayern grundsätzlich über die bessere Ausrüstung verfügen, haben auch die Dortmunder immer zugegeben. Dieser Umstand machte ihre Triumphe nur um so süßer.

Die neue alte Hackordnung muss jedoch nicht in Stein gemeißelt sein. Klopps Dortmund ist nicht dabei, auseinander zu fallen. Die Mannschaft funktioniert noch immer und damit sind nicht nur die Profis in kurzen Hosen gemeint, sondern auch die in langen: Vorstand, Management und Trainer. Allein an den Umsatzzahlen kann man ablesen, dass die Borussia auf Jahre hinaus der große Bayern-Herausforderer bleiben wird, jederzeit bereit und fähig, die Münchner wieder zu überflügeln, sobald die ihr Potential nicht ganz ausschöpfen. Auch den Weggang ihres Torjägers Lewandowski würde die Borussia verkraften. Das Erfolgskonzept Klopp ist nicht von einem einzigen Spieler abhängig, wie sich schon zeigte, als der Pole oder auch das Dortmunder Wunderkind Mario Götze mal länger verletzt ausfielen.

Geringe Unterschiede im Leistungspotential

Schon das Pokalspiel am Mittwoch, das die Bayern hochverdient gewannen, hätte ganz leicht eine Wende nehmen können - wenn in der Nachspielzeit die Flanke zwei, drei Zentimeter niedriger auf Schiebers Stirn gelandet wäre, und der Dortmunder Stürmer den Ball zum 1:1-Ausgleich hätte einnicken können. Die Unterschiede im Leistungspotential sind gering genug, dass in einem Aufeinandertreffen der beiden deutschen Spitzenteams in der Champions Legaue der Ausgang offen wäre, obwohl der Vorstandsvorsitzende der Borussia, Hans-Joachim Watzke, den FC Bayern zum großen Favoriten auf den Königsklassen-Titel ausgerufen hat. Watzke hat insofern Recht, dass in dieser Saison keine andere europäische Mannschaft so konstant Höchstleistungen abgerufen hat, wie die Bayern.

An die Leistungsspitze in Europa

Was jedoch in einem einzelnen Spiel alles schief laufen kann, auch wenn man das bessere Team stellt, wissen die Münchner seit ihrem „Finale dahoam“ gegen Chelsea. Die Tatsache, dass das Duell um die Vorherrschaft in Deutschland beide Teams an die Leistungsspitze in Europa geführt hat, sollte noch mal betont werden. Es ist kein Titan im Tor mehr nötig, keine Nervenstärke beim Elfmeterschießen und auch kein Spielglück, damit die Bayern oder die Borussen im Mai in Wembley die Trophäe der Königsklasse hochheben können. Ihre Grundqualität reicht völlig aus.

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