http://www.faz.net/-gtm-77alw

Die Bayern und der BVB : An Europas Spitze getrieben

Wieder die Nummer eins in Deutschland: die Bayern Bild: dpa

Die Machtverhältnisse im deutschen Fußball sind wieder die alten. Die Leistungsunterschiede jedoch sind gering. Vielmehr hat das Duell um die Vorherrschaft in Deutschland Bayern München und Borussia Dortmund an die Leistungsspitze Europas geführt.

          Ja, die Machtverhältnisse im deutschen Fußball sind wieder die alten. Wenn es überhaupt noch eines Beweises bedurft hat angesichts von 17 Punkten Vorsprung in der Bundesliga, dann ist er durch das 1:0 im direkten Duell des Pokal-Viertelfinales erbracht worden: Die Münchner Bayern sind wieder an Borussia Dortmund vorbei gezogen. Der größte Trumpf der Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp in diesem Zweikampf sticht nicht mehr: Die größere Leidenschaft, die größere Bereitschaft, sich zu quälen, über die Schmerzgrenze hinaus zu gehen. Zwei Jahre ohne Titel, fünf Pflichtspiele ohne Sieg gegen den neuen Widersacher haben aus saturierten bayerischen Platzhirschen eine wild entschlossene Jagdgesellschaft gemacht, die konsequent ihr ganzes Waffenarsenal zum Einsatz bringt. Dass die Bayern grundsätzlich über die bessere Ausrüstung verfügen, haben auch die Dortmunder immer zugegeben. Dieser Umstand machte ihre Triumphe nur um so süßer.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Die neue alte Hackordnung muss jedoch nicht in Stein gemeißelt sein. Klopps Dortmund ist nicht dabei, auseinander zu fallen. Die Mannschaft funktioniert noch immer und damit sind nicht nur die Profis in kurzen Hosen gemeint, sondern auch die in langen: Vorstand, Management und Trainer. Allein an den Umsatzzahlen kann man ablesen, dass die Borussia auf Jahre hinaus der große Bayern-Herausforderer bleiben wird, jederzeit bereit und fähig, die Münchner wieder zu überflügeln, sobald die ihr Potential nicht ganz ausschöpfen. Auch den Weggang ihres Torjägers Lewandowski würde die Borussia verkraften. Das Erfolgskonzept Klopp ist nicht von einem einzigen Spieler abhängig, wie sich schon zeigte, als der Pole oder auch das Dortmunder Wunderkind Mario Götze mal länger verletzt ausfielen.

          Geringe Unterschiede im Leistungspotential

          Schon das Pokalspiel am Mittwoch, das die Bayern hochverdient gewannen, hätte ganz leicht eine Wende nehmen können - wenn in der Nachspielzeit die Flanke zwei, drei Zentimeter niedriger auf Schiebers Stirn gelandet wäre, und der Dortmunder Stürmer den Ball zum 1:1-Ausgleich hätte einnicken können. Die Unterschiede im Leistungspotential sind gering genug, dass in einem Aufeinandertreffen der beiden deutschen Spitzenteams in der Champions Legaue der Ausgang offen wäre, obwohl der Vorstandsvorsitzende der Borussia, Hans-Joachim Watzke, den FC Bayern zum großen Favoriten auf den Königsklassen-Titel ausgerufen hat. Watzke hat insofern Recht, dass in dieser Saison keine andere europäische Mannschaft so konstant Höchstleistungen abgerufen hat, wie die Bayern.

          An die Leistungsspitze in Europa

          Was jedoch in einem einzelnen Spiel alles schief laufen kann, auch wenn man das bessere Team stellt, wissen die Münchner seit ihrem „Finale dahoam“ gegen Chelsea. Die Tatsache, dass das Duell um die Vorherrschaft in Deutschland beide Teams an die Leistungsspitze in Europa geführt hat, sollte noch mal betont werden. Es ist kein Titan im Tor mehr nötig, keine Nervenstärke beim Elfmeterschießen und auch kein Spielglück, damit die Bayern oder die Borussen im Mai in Wembley die Trophäe der Königsklasse hochheben können. Ihre Grundqualität reicht völlig aus.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Das Aus für Borussia Dortmund Video-Seite öffnen

          Champions-League : Das Aus für Borussia Dortmund

          Der BVB schaffte es am Dienstagabend nicht in der Champions-League gegen Tottenham Hotspur den erforderlichen Sieg einzufahren. Damit setzt das Team seine Negativ-Serie der letzten Pflichtspiele weiter fort.

          Das Rating der wichtigsten Länder Video-Seite öffnen

          Für Europa : Das Rating der wichtigsten Länder

          Bunt ist die Rating-Welt. Die FAZ.NET-Karte zeigt von Grün bis Rot zu welchen Rating-Klassen die Staaten Europas gehören. Hier unser interaktiver Überblick.

          Topmeldungen

          Lebenslang für Ratko Mladic : Ein historisches Urteil

          Das Urteil gegen Ratko Mladic ist gerechtfertigt. Der ehemalige bosnisch-serbische General wird den Rest seines Lebens in Haft verbingen – dort, wo er spätestens seit 1995 hingehört. Ein Kommentar.
          Es wird alles mitgenommen am „Black Friday“ in Amerika.

          Einkaufen am „Black Friday“ : Bereit für die Schnäppchen?

          Die aus Amerika herüber geschwappte vorweihnachtliche Schnäppchenwelle erfasst in diesen Tagen auch die deutschen Innenstädte. Aber nicht jedes Sonderangebot am „Black Friday“ und „Cyber Monday“ ist auch wirklich eines.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.