http://www.faz.net/-gtm-76f6o
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 09.02.2013, 13:09 Uhr

DFL-Chef Seifert in der F.A.S. „Uefa kann massiv Schaden nehmen“

Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball Liga, fordert die Uefa und ihren Chef Platini zu konsequentem Handeln beim Financial Fairplay im europäischen Fußball auf - und sieht bei Frankreichs Verbindungen zu Qatar einen „Beigeschmack“.

von und
© AFP „Massiver Schaden, wenn PSG damit durchkommt“: Präsentation von David Beckham in Paris am 31. Januar

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) fordert den Europäischen Fußball-Verband (Uefa) auf, die Regeln beim Financial Fairplay streng auszulegen und Verstöße mit aller Härte zu sanktionieren.

Michael Ashelm Folgen: Peter Heß Folgen:

„Die Uefa kann massiv Schaden nehmen, wenn ein Klub wie Paris Saint-Germain damit durchkommt, einen Sponsorenvertrag abzuschließen, der weit mehr wert ist als die Sponsorenverträge von Barça, ManU und Bayern München zusammen", sagte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Mehr zum Thema

Der Pariser Klub liegt in qatarischem Besitz und sorgt derzeit durch sein ausuferndes Finanzgebaren für Schlagzeilen. „Die Uefa hat die Latte selbst sehr hoch gelegt. An ihrer Stelle würde ich jetzt noch mal ein paar Meter mehr Anlauf nehmen. Alle werden darauf achten, wie man damit umgeht", sagte Seifert.

Eine Frage der moralischen Integrität“: DFL-Chef Seifert © dapd Vergrößern „Eine Frage der moralischen Integrität“: DFL-Chef Seifert

Er geht davon aus, dass derzeit in ganz Europa Rechtsanwälte und Wirtschaftsexperten für die Klubs Schlupflöcher beim Financial Fairplay suchen. Seifert: „Es kommt doch immer darauf an, welche Absichten man hat. Wird man neue Regeln einhalten oder sie wie Slalomstangen umfahren? Letztlich ist das eine Frage der moralischen Integrität der Verantwortlichen.“

Platini „noch nicht“ beschädigt

Zudem äußerte sich der DFL-Chef zu den Verwicklungen in Frankreich rund um Paris Saint-Germain und die Rolle des Uefa-Präsidenten Michel Platini. Bei ihm ist ein Interessenkonflikt erkennbar. Nachdem Platini in der umstrittenen Wahl für Qatar als WM-Ausrichter 2022 mit gestimmt hatte, erhielt sein Sohn eine hohe Managementposition beim qatarischen Sportfonds, der wiederum Besitzer von PSG ist.

„Noch nicht beschädigt“: Uefa-Präsident Michel Platini © AP Vergrößern „Noch nicht beschädigt“: Uefa-Präsident Michel Platini

„Es gibt diverse Medienberichte über die Verbindung der Qatarer mit Frankreich. Ich kann die Details nicht bewerten, aber es darf sich sicherlich niemand wundern, weder im französischen Fußball noch bei PSG oder der Uefa, dass das Zusammentreffen mehrerer Sachverhalte das ein oder andere Fragezeichen entstehen lässt. Es wird sehr entscheidend sein, dafür zu sorgen, dass sich der fade Beigeschmack, den man auch ohne bösen Willen haben kann, bald verflüchtigt“, sagte Seifert der F.A.S. Und zum Uefa-Präsidenten: „Michel Platini ist als Person noch nicht beschädigt.“

Das gesamte Interview mit Christian Seifert über Uefa, Financial Fairplay, den Boom der Bundesliga und die Gefahr durch Wettbetrüger lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 10. Februar.

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Eskalation in der Türkei Seehofer für Stopp der EU-Beitrittsverhandlungen

Angesichts der Entwicklungen in der Türkei will der CSU-Chef die EU-Beitrittsverhandlungen abbrechen. Für AfD-Vize Gauland ist die Türkei ein eurasisches Land mit osmanischer Tradition, das in Europa nichts verloren habe. Mehr

22.07.2016, 13:39 Uhr | Politik
Nach dem Amoklauf Fassungslosigkeit in München, Solidarität in Paris

Nach dem Amoklauf in München herrscht weiterhin Fassungslosigkeit in der bayrischen Landeshauptstadt. Ein im wahrsten Sinne des Wortes strahlendes Beispiel der Anteilnahme haben die Betreiber des Eiffelturms gesetzt – die Stahlkonstruktion leuchtete in Gedenken an die Toten von München in den deutschen Nationalfarben. Mehr

24.07.2016, 11:16 Uhr | Gesellschaft
Tour de France Froome stürzt und büßt Sekunden ein

Spitzenreiter Chris Froome stürzt auf der 19. Etappe der Tour unter schwierigen Bedingungen. Den Sieg schnappt sich diesmal ein Gastgeber. Mehr Von Rainer Seele, Saint-Gervais-Les-Bains

22.07.2016, 17:50 Uhr | Sport
LKA-Chef zu Amoklauf Waffe stammt wahrscheinlich aus Darknet

Der bayrische LKA-Chef Robert Heimberger hat neue Informationen zum Amoklauf in München bekannt gemacht. So soll der Täter die Tat seit einem Jahr geplant haben und soll zu diesem Zweck bereits im vergangenen Sommer Winnenden besucht haben. Die Opfer in München habe er sich nicht gezielt ausgesucht. Mehr

24.07.2016, 15:17 Uhr | Politik
Watchever hört auf Zurück nach Frankreich

Der französische Streamingdienst Watchever gibt sich geschlagen, zu übermächtig ist die Konkurrenz von Amazon und Netflix. Der Anbieter hat nie den Sprung aus der Nische heraus geschafft. Mehr Von Christian Schubert, Paris

22.07.2016, 17:30 Uhr | Feuilleton