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DFB „Vorverurteilung wie Verharmlosung unangebracht“

10.02.2010 ·  In der Angelegenheit um Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell hat DFB-Vizepräsident Rainer Koch wegen nicht an ihn weiter gegebener Informationen Konsequenzen gezogen. Amerell weist indes Vorwürfe zurück, er habe sich einem Schiedsrichter „angenähert“.

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In der Angelegenheit um Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell hat DFB-Vizepräsident Rainer Koch wegen nicht an ihn weiter gegebener Informationen Konsequenzen gezogen. Koch bat den DFB-Präsidenten Theo Zwanziger am Mittwoch, „die Zuständigkeit für das Schiedsrichterwesen im DFB-Präsidium neu zuzuordnen“. Dies teilte der Deutsche Fußball-Bund am Mittwochabend mit. Manfred Amerell und sein Anwalt sprachen derweil von „Rufmord“.

Koch erklärte, dass der Schiedsrichterausschuss-Vorsitzende Volker Roth am 17. Dezember persönlich und detailliert über die Vorgänge informiert worden sei. Roth habe diese Informationen „bis heute“ aber nicht an ihn als zuständiges Präsidiumsmitglied weitergegeben, so Koch. „Ich bedauere die Entscheidung von Rainer Koch, weil er im Schiedsrichterwesen sehr engagiert gearbeitet hat, kann den Schritt aber nachvollziehen, wenn er selbst den Vertrauensverlust aus diesem Vorgang so bewertet“, sagte Zwanziger in der Verbandsmitteilung zu Kochs Schritt. Dieser erklärte, die fehlende frühzeitige Information „durch den Vorsitzenden des Schiedsrichterausschusses ist für mich nicht hinnehmbar und macht mir eine Fortsetzung meiner durch Geschäftsverteilung des DFB-Präsidiums übertragenen Zuständigkeit für den Schiedsrichterbereich unmöglich“.

Amerell, der Zwanziger bat, ihn „aus gesundheitlichen Gründen vorläufig von seinen umfangreichen Tätigkeiten im DFB- Schiedsrichterausschuss zu entbinden“, wehrte sich am Mittwoch. „Die Vorwürfe sind völlig haltlos und aus der Luft gegriffen“, ließ der 62-Jährige über seinen Münchener Rechtsanwalt erklären. „Manfred Amerell steht für Glaubwürdigkeit und Fairness im Spitzen- und Breitenfußball. Mein Mandant wird diejenigen Personen, die für den augenblicklich stattfindenden Rufmord verantwortlich sind, zur Rechenschaft ziehen“, schrieb Anwalt Jürgen Langer in einer Pressemitteilung. Amerell hatte ihn am Mittwoch eingeschaltet.

Koch bedauert seinen Schritt

Koch ergänzte in der DFB-Mitteilung, dass er von den Vorgängen vor einer Woche (3. Februar) erstmals in Kenntnis gesetzt worden sei. Er bedaure seinen Schritt sehr, „lag mir doch in den letzten zwei Jahren in hohem Maße daran, aufgetretene Spannungen zwischen dem Schiedsrichterwesen und den Spielbetriebsorganisationen zu moderieren und den aktiven Schiedsrichtern den nötigen sportpolitischen Rückhalt für ihre schwere Aufgabe zu gewährleisten“, sagte Koch.

„Für den DFB geht es jetzt allein darum, den Fall mit allem Nachdruck, größter Sorgfalt und hohem Verantwortungsbewusstsein zu prüfen“, erklärte der für das Schiedsrichterwesen zuständige DFB- Direktor Stefan Hans in einer ebenfalls am Mittwoch verbreiteten Mitteilung des Verbandes. „Vorverurteilung ist dabei ebenso unangebracht wie Verharmlosung.“ Mit Rücksicht auf die Personen könne man zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Aussagen machen und bitte auch im Namen der Beteiligten um einen sensiblen Umgang mit dem Thema.

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