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DFB-Sportgericht : Eintracht-Fans von zwei Spielen ausgeschlossen

Dunkel vermummte Gestalten sorgen für furchteinflößende Bilder im Frankfurter Stadion. Bild: dpa

Das DFB-Sportgericht verurteilt die Eintracht: Nach dem Fehlverhalten der Fans beim Hessen-Derby gegen Darmstadt und im Pokal in Aue werden die Frankfurter empfindlich bestraft.

          Eintracht Frankfurt kommt ein weiteres Mal das Fehlverhalten seiner Fans teuer zu stehen: Am Donnerstagnachmittag verurteilte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Bundesligaklub zu erheblichen Strafen. Geahndet wurden damit die Ausschreitungen nach dem Hessen-Derby am Nikolaustag 2015 gegen Darmstadt 98 sowie bei der Pokal-Niederlage in Aue Ende Oktober (beide 0:1).

          Zum einen wurde die Eintracht mit einer Geldstrafe in Höhe von 75.000 Euro belegt, wobei von dieser Summe 25.000 Euro laut Mitteilung für sogenannte „sicherheitsrelevante Zwecke – zum Beispiel gewaltpräventive Maßnahmen“ – verwendet werden können.

          Darüber hinaus findet das Heimspiel gegen den VfB Stuttgart am 6. Februar unter teilweisem Ausschluss der Zuschauer auf den Stehplätzen statt; betroffen sind davon die Blöcke, in denen sich mehrheitlich Mitglieder der Fan-Klubs und der Ultras aufhalten; in diesem Bereich waren vor dem Abpfiff der Partie gegen die „Lilien“ Fahnen in Brand gesetzt und wiederholt Pyrotechnik gezündet worden. 

          Nach Angaben der Eintracht wurde „die Austragung eines weiteren Heimspiels unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit in gleichem Umfang zur Bewährung ausgesetzt“. Für die Bundesligapartie bei Darmstadt 98 Ende April sieht das Urteil einen kompletten Ausschluss für Eintracht-Anhänger sowie eine Sperrung des Gästefanblocks vor. Darmstadt 98 ist der damit verbundene finanzielle Schaden zu ersetzen. 

          Der Darmstädter Präsident Rüdiger Fritsch äußerte sich dazu gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Letztlich ist das eine Angelegenheit der Eintracht und des DFB-Sportgerichts. Wir hoffen, dass kommende Derbys stimmungsvoll und mit Anfeuerungen von beiden Seiten, aber gleichzeitig friedlich vonstattengehen.“

          Eintracht-Spieler reden für eine Deeskalation Bilderstrecke

          Bis zum Ende dieser Saison sind den Frankfurtern zudem „die Durchführung von Choreographien und die Verwendung von sogenannten. Blockfahnen bei Heim- und Auswärtsspielen verboten“, wie die Eintracht bekanntgab. Der Verein stimmte „nach ausführlich geführten Erörterungen“, wie es hieß, dem entsprechenden Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses zu.

          Axel Hellmann, das Vorstandsmitglied der Eintracht Frankfurt Fußball AG, sagte, es sei gelungen, „mit guten Argumenten das Strafmaß zu verändern“. Unter anderem habe der DFB  wohlwollend zur Kenntnis genommen, dass die Eintracht in der Vergangenheit im Stadion „massiv in Sicherheitstechnik“ investiert habe. Zum Beispiel in ein Kamerasystem, mit dessen Hilfe nun die Identifizierung der Randalierer laufe. „Einige“ der Übeltäter, so Hellmann, seien in den vergangenen Wochen ermittelt worden, insgesamt  besitze der Personenkreis, auf den sich die Ermittlungen konzentrierten, eine Größenordnung von „einem Dutzend“ Personen.

          Mit dem Entflammen von „Lilien“-Utensilien und dem gewaltsamen Eindringen ins Stadioninnere nach dem Abpfiff der Begegnung mit den Darmstädtern sei eine „rote Linie“ überschritten worden, sagte Hellmann. „Wir mussten deswegen mit solch einem Urteil rechnen“, sagte der 44 Jahre alte Jurist, und er fügte an: „Es war ein Fingerzeig, dass wir am Ende der Fahnenstange angekommen sind.“ Mit anderen Worten: Bei weiteren Verfehlungen müsse die Eintracht wohl mit noch drakonischeren Richtersprüchen durch den DFB rechnen.

          Über das Abwicklungsprocedere für Inhaber von Eintrittskarten für den betroffenen Block 40 zum Heimspiel gegen den VfB Stuttgart wird laut Pressestelle der Frankfurter zeitnah informiert.

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