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DFB-Pokal Erklärungsnotstand in Schalke und beim BVB

25.10.2006 ·  Das Leiden hält an, doch personelle Konsequenzen bleiben vorerst aus. Der FC Schalke 04 und Borussia Dortmund haben ihre Anhänger auch im DFB-Pokal enttäuscht. Der Druck auf die umstrittenen Trainer Slomka und Van Marwijk wächst weiter.

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Frust und Ratlosigkeit in Dortmund und Schalke, Erleichterung in Bochum und Karnevalsstimmung beim 1. FC Köln: Der Auftakt der zweiten Runde im DFB-Pokal sorgte am Dienstag für jede Menge Zündstoff.

Besonders bei Borussia Dortmund spitzt sich die Situation nach der 0:1-Niederlage gegen Hannover 96 immer mehr zu. Durchatmen konnte dagegen Bochums Coach Marcel Koller nach dem mühsamen 3:2-Sieg des Bundesliga-Letzten gegen den Zweitliga-Zweiten Karlsruher SC. Für die Amateurvereine gab es in den ersten acht der 16 Begegnungen nichts zu gewinnen (Siehe auch: FAZ.NET-Liveticker).

Kuriose Schiedsrichter-Entscheidung

In Dortmund gerät Trainer Bert van Marwijk nach dem weiteren peinlichen Auftritt seines Teams immer weiter in die Kritik. Wie schon am Freitag beim 1:1 gegen Bochum enttäuschte der BVB im einzigen Erstligaduell der zweiten Runde vor lediglich 29.000 Besuchern in der 80.700 Zuschauer fassenden Arena. Zu allem Überfluß nahm Schiedsrichter Felix Brych in der Nachspielzeit auch noch eine Elfmeterentscheidung zu Gunsten der Borussia nach Intervention seines Assistenten zurück und erhitzte damit die Gemüter noch mehr.

„Ich bin schon viele Jahre als Spieler und Trainer dabei. So etwas habe ich aber noch nie erlebt“, sagte van Marwijk zu der umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidung. Torhüter Romand Weidenfeller, der in der 50. Minute vom Platz gestellt wurde, wird nach einem Urteil des DFB-Sportgerichts vom Mittwoch dem BVB „wegen unsportlichen Verhaltens“ für zwei Pokalspiele fehlen.

Trotz des Ausscheidens wird der niederländische Trainer aber auch am Dienstag in Nürnberg auf der Bank sitzen. „Die Trainerdiskussion findet mehr außerhalb als innerhalb des Vereins statt“, sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball. Am Mittwoch nachmittag schloß BVB-Sportdirektor Michael Zorc aber eine rasche Trennung von van Marwijk aus: „Wir wollen den Weg mit ihm weiter gehen. Aber diese Trainerdiskussion schafft eine Alibi-Situation. Und die wollen wir nicht.“

Schalke „fällt um“

Unruhige Zeiten stehen auch wieder dem FC Schalke 04 bevor. Nach dem Aus im Uefa-Cup und der 2:4-Niederlage nach Verlängerung beim Erstligaabsteiger 1. FC Köln am Dienstag bleibt den Königsblauen nur noch die Bundesliga, um den eigenen hohen Ambitionen gerecht zu werden. „Wird sind umgefallen, werden aber wieder aufstehen“, bemühte Schalkes Manager Andreas Müller nach dem neuerlichen Rückschlag Durchhalteparolen. Seinem Trainer Mirko Slomka sprach der Manager wieder das „absolute Vertrauen“ aus und kritisierte statt dessen die Spieler. „Einige hatten nicht einmal Normalform.“

Der formschwache Nationalspieler Kevin Kuranyi schmollte nach seiner Auswechslung über eine Stunde beleidigt im Mannschaftsbus und erhielt dafür vom Verein eine Geldstrafe in unbekannter Höhe aufgebrummt. Hamit Altintop forderte derweil einen „Arschtritt für den einen oder anderen Spieler“.

Karneval in Kölle

Beim 1. FC Köln herrschte dagegen bereits im Oktober Karnevalsstimmung (Siehe auch: DFB-Pokal: „Da simmer dabei! Dat is prima“). „Ich bin froh, daß sich die Mannschaft den Fans so präsentieren konnte“, sagte der zuletzt ebenfalls kritisierte FC- Coach Hanspeter Latour (Siehe auch: Angst essen kölsche Seele auf), der mit seinem Team in der Zweiten Bundesliga dreimal nacheinander sieglos geblieben war. In Bochum hoffen die Verantwortlichen unterdessen, daß der knappe Pokalerfolg gegen Karlsruhe Schub für den Bundesliga-Abstiegskampf gibt. „Den Schwung müssen wir mitnehmen“, sagte VfL-Coach Marcel Koller. Gleiches gilt für den nächsten Bochum-Gegner VfL Wolfsburg, der sich gegen zehn Freiburger zu einem mühsamen 1:0-Erfolg quälte.

Vergeblich hofften die Amateurteams am Dienstag auf weitere Überraschungen. Dem SV Babelsberg gelangen gegen den VfB Stuttgart zwar zwei schöne Treffer, die Schwaben hatten gegen den einzig noch verbliebenen Oberligaklub aber jeweils zum richtigen Zeitpunkt eine Antwort parat und zogen verdient ins Achtelfinale ein. Wenig Mühe hatten die Zweitligisten Unterhaching (3:0 beim FK Pirmasens) und Greuther Fürth (2:0 beim 1. FC Saarbrücken). Erst im Elfmeterschießen setzte sich Wacker Burghausen beim Nord- Regionalligaverein VfB Lübeck 5:4 durch.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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