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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Deutscher Fußball-Bund Ein Jahr Pokal-Aus für Dresden?

 ·  Nach den Zwischenfällen in Dortmund droht Dresden der Ausschluss vom DFB-Pokal. Derweil bekräftigen DFB und DFL ein Verbot von Pyrotechnik - womöglich erst der Anfang einer Reihe weiterer Sanktionen.

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© dpa Das Spiel in Dortmund musste mehrmals nach Einsatz von Pyrotechnik unterbrochen werden

Zu einem weiteren Pokalspiel zwischen Borussia Dortmund und Dynamo Dresden kann es in der kommenden Saison nicht kommen - vorausgesetzt, das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entspricht in der nächsten Woche dem Antrag des DFB-Kontrollausschusses, den sächsischen Zweitligaklub nach den gewalttätigen Zwischenfällen rund um die Zweitrundenpartie zwischen beiden Klubs am 25. Oktober in der neuen Saison von diesem Wettbewerb auszuschließen.

Am Mittwoch leitete die Anklageinstanz im Fußballbund ihre Forderung an das Sportgericht weiter, nachdem in der vergangenen Woche Dynamo-Ultras die Pokalbegegnung in Dortmund mit massiven Attacken auf die öffentliche Sicherheit an den Rand des Abbruchs gebracht hatten. Borussia Dortmund als Ausrichter des vom deutschen Meister 2:0 gewonnenen Spiels soll nach dem Willen des Kontrollausschusses 10.000 Euro Strafe dafür zahlen, dass Dresdner Fans reichlich Pyromaterial ins Stadion schmuggeln konnten.

Gegen die mögliche Strafe werden die Dresdner alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen. „Wir empfinden sie als extrem überzogen“, hob Dynamo-Geschäftsführer Volker Oppitz bei einer Pressekonferenz des Klubs am Mittwochnachmittag hervor.

Auch Vereinspräsident Andreas Ritter zeigte sich entsetzt. „Ich habe den Eindruck, dass man ein ungeliebtes Kind in die Verbannung schickt, dann zur Tagesordnung übergeht und denkt, dass dann das Problem gelöst ist.“ Ritter will DFB-Präsident Theo Zwanziger umgehend einen Brief schreiben und dann auch das persönliche Gespräch suchen.

Zwanziger äußerte sich zur Causa Dynamo ebenfalls am Mittwoch, nachdem der DFB mit Zwanziger und Generalsekretär Wolfgang Niersbach, der Ligaverband in Person von Präsident Reinhard Rauball und die Deutsche Fußball Liga (DFL), vertreten durch Christian Seifert, den Vorsitzenden der Geschäftsführung, bei einem Gipfelgespräch über drei Stunden auch die jüngsten Vorkommnisse auf deutschen Fußballplätzen und am Rande der Spiele erörtert hatten.

Dabei wies der DFB-Präsident darauf hin, dass sein Verband auch in Zukunft das Thema Strafen „differenziert“ betrachten werde. Der Verein sei aber nun einmal die erste „Bezugsgruppe“, wenn Teile der eigenen Anhängerschaft die Grenzen des Zulässigen überschritten hätten.

„Task Force Sicherheit“ mit DFB und DFL

Die Spitzen von DFB und DFL sehen sich in diesen Tagen gefordert, deutlich Position zu beziehen - auch mit dem Blick auf den Runden Tisch, zu dem Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich am 14. November geladen hat.

Dort wollen DFB und DFL eine „Task Force Sicherheit“ mit allen am Thema beteiligten Parteien beschließen lassen, in der konkrete Schritte festgelegt werden sollen, wie die Masse der friedliebenden Fußballfans in Zukunft noch besser zu schützen sei. „Die Gewalt hat an Intensität zugenommen“, konstatierte Rauball am Mittwoch.

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Ein erstes unübersehbares Leuchtzeichen der Abgrenzung gegenüber Fußball-Zündlern ist am Mittwoch vom Frankfurter Sitz des DFB ausgegangen, wo sich die leitenden Herren des deutschen Fußballs trafen. Die Zeiten, da Fangruppierungen, vor allem die tonangebenden Ultras, glaubten, mit Verbandsvertretern über eine mögliche Zulassung von Pyrotechnik in den Arenen verhandeln zu können, sind vorbei.

„Pyrotechnik“, stellte Zwanziger klipp und klar fest, „hat in den Stadien nichts zu suchen. Sie ist illegal. Wo es dennoch gemacht wird, muss eingeschritten werden.“ Doch der DFB muss sich vorwerfen lassen, dass der frühere Sicherheitsbeauftragte Helmut Spahn mit seiner Gesprächsbereitschaft bei diesem heißen Thema den Eindruck unter Ultras erweckt hatte, es gäbe da etwas zu verhandeln.

Pyro-Verbot ist wohl erst der Anfang

Ein vom DFB in Auftrag gegebenes Gutachten einer Bonner Anwaltskanzlei kam zu dem vorhersehbaren Ergebnis, dass die Verwendung von Pyrotechnik „auf Grundlage des geltenden Rechts ausgeschlossen“ sei. Eine Haltung, die auch der Internationale Fußball-Verband und die Europäische Fußballunion teilen.

Das Pyro-Verbot dürfte erst der Anfang einer Reihe weiterer möglicher Sanktionen sein. Ultras und Vereine, siehe Dynamo Dresden, sind gewarnt. Dialog und Prävention stehen nach den Worten von Rauball zwar weiter auf der Agenda der Verbände, „dennoch muss klar sein, wo die Grenzen liegen, die nicht überschritten werden dürfen“.

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