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Der Bundesliga-Kommentar Die Liga hat ein Pausenthema

12.09.2008 ·  Die Verkürzung der Winterpause der Fußball-Bundesliga ist ein Zugewinn an Realitätssinn. Mit den attraktivsten und modernsten Stadien des Kontinents kann die Liga auch seltenen härteren Wintern trotzen. Diese Reform ist zeitgemäß und sollte nur ein erster Schritt sein.

Von Roland Zorn
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So ganz abgeschafft wird sie ja nicht, die sogenannte Winterpause im deutschen Profifußball. Aber verkürzt wird sie von der kommenden Saison an. Das allein ist schon ein Zugewinn an Realitätssinn, da hierzulande im Januar oft genug schon Vorfrühling ist und daher die Begründung für Wochen ohne Bundesliga atmosphärisch meist widerlegt wird.

Dass die noch so gründlich präparierten Kicker anschließend im nationalen und internationalen Wettstreit auch nicht wie runderneuert auftraten, führte die Behauptung der dringend benötigten Regeneration für die Spieler in der jüngeren Vergangenheit oft genug ad absurdum. Die Fans empfinden das lange Warten auf ihr liebstes Freizeitvergnügen ohnehin als eine Qual ohne Not, und so werfen sie in der Zwischenzeit neidische Blicke auf die Premier League, wo sogar über Weihnachten und Neujahr der Betrieb auf hohen Touren läuft.

Die moderate Reform der Winterpause sollte nur der erste Schritt sein

Da auch in Italien, Spanien und Frankreich mit den zugegeben insgesamt günstigeren Witterungsverhältnissen zur Jahreswende nur für zwei bis drei Wochen nicht gespielt wird, war die Bundesliga bisher die einzige Fußball-Spitzenklasse, die sich eine längere Auszeit vom Fußball gönnte.

Ein Anachronismus, der um so befremdlicher wirkte, als Deutschland die attraktivste Stadionlandschaft des Kontinents zu bieten hat. Schon deshalb kann die Bundesliga auch einem Wintereinbruch trotzen, so es wirklich mal ungemütlich werden sollte. Die moderate Verkürzung der Winterpause von derzeit sechs bis sieben auf demnächst vier bis fünf Wochen sollte indes nur als erster Schritt zu noch mehr Reformeifer verstanden werden. Drei bis vier Wochen ohne Ligafußball wären eigentlich auch genug. Und wenn man schon mal dabei ist, richtig mutig und zeitgemäß sein zu wollen, lohnt sich auch ein Blick auf die Ist-Stärke der großen europäischen Ligen: England, Spanien, Italien und Frankreich schicken zwanzig Klubs ins lange Ligarennen, nur die Bundesliga gönnt sich 18 Vereine.

Die Eintracht hat den Blues

Dass nun die meisten Klubs, die ihre teuren Freiluftmitarbeiter und nicht ganz so teuren Büroangestellten trotz hoher Energiepreise auch in den Wintermonaten bezahlen müssen, nach einem neuen Ligapokal mit allen 36 Klubs aus der ersten und zweiten Spielklasse rufen, ist nur zu verständlich. Privatspiele bringen keine nennenswerten Einnahmen mehr; ein neuer Ligapokal erschlösse neue Pfründe auch in der Fernsehvermarktung.

Ehe es so weit ist, müssen sie in Frankfurt gleich mal eine Pause einlegen (siehe: Spielabsage in Frankfurt: Spielverderberin Madonna). Madonna, die Königin der Popmusik, hatte ihren naturgewaltigen Auftritt in der Arena der Eintracht am Dienstag – und hinterließ zerstörte Erde. Am Freitagmittag wurden die zarten Hoffnungen des Frankfurter Bundesliga-Klubs auf eine frische Begrünung des Spielbodens zerstört. Die Partie gegen den Karlsruher SC musste abgesagt werden – im Frühherbst, am vierten Spieltag. Madonna sang, und Frankfurt tanzte mit; nun hat die Eintracht den Blues, und der Ball rollt woanders.

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