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Debatte um Doppel-Gelb „Der Schiedsrichter ist nicht für den Showteil verantwortlich“

25.11.2008 ·  Es war die Szene des Wochenendes: Jung-Schiedsrichter Thomas Metzen zeigte in Mainz „Doppel-Gelb“ - und sieht nun selbst womöglich „Rot“. DFB, DFL und Kollegen sind nicht begeistert von der kuriosen „Showeinlage“. Metzen selbst zeigt sich reumütig.

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Sein Auftritt erinnerte an Revolverhelden aus alten Western-Filmen, doch mit seiner High-Noon-Aktion hat es sich Referee Thomas Metzen bei den Schiedsrichter-Verantwortlichen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) kräftig verscherzt. Für Metzen bedeutet das kuriose „Doppel-Gelb“ vom Wochenende vorerst selbst „Rot“.

„Der Schiedsrichter ist nicht für den Showteil verantwortlich. Metzen hat sich selbst und alle anderen Schiris geschadet“, wetterte der Schiedsrichter-Experte der DFL, Hellmut Krug, in der „Bild“-Zeitung. Es wird nun bereits spekuliert, dass Metzen zunächst eine schöpferische Pause erhält.

„Erst den einen, dann den anderen Spieler verwarnen“

Der Unparteiische selbst zeigte sich reumütig. „Das war ein Fehler von mir, ich habe mich dazu hinreißen lassen“, erklärte der 27-Jährige aus Mechernich bei Euskirchen in der Eifel. Vom „Kölner Express“ wurde Metzen, der von Beruf Versicherungskaufmann und nebenbei auch Lehrbeauftragter für Schiedsrichter ist, kurzum zum „Eifel-Django“ ernannt.

Die DFB-Verantwortlichen finden die Aktion von Metzen, als er am vergangenen Sonntag in der Zweitliga-Begegnung zwischen dem FSV Mainz 05 und dem FC St. Pauli (2:2) den Spielern Miroslav Karhan und Florian Bruns gleichzeitig jeweils einen gelben Karton vor die Nase hielt, gar nicht witzig (siehe auch: Zweite Liga: Nürnberger Befreiung im Derby - Spitzentrio patzt). „Der Spieler hat erst den einen und dann den anderen Spieler zu verwarnen“, erklärte Schiedsrichter-Lehrwart Eugen Strigel.

Die „Doppel-Verwarnung“ bleibt wohl einzigartig

Beim DFB fürchtet man um den seriösen Ruf der Unparteiischen. „Wenn ihm im Spiel ein dicker Fehler unterläuft, redet niemand mehr von einem netten Gag. Jeder fragt sich dann, wie der DFB einen solchen Selbstdarsteller zu einem Bundesligaspiel schicken kann“, schimpfte Krug nach der Aktion von Metzen, und Top-Schiedsrichter Herbert Fandel machte der Auftritt „sprachlos“.

Zwar ist es nach den Regeln nicht verboten, zwei Gelbe Karten in die Luft zu halten, doch der DFB hat bereits reagiert und deutlich klar gemacht, dass eine solche Aktion nicht noch einmal vorkommen solle. Metzens Verhalten entspricht augenscheinlich nicht den internen Anweisungen. Die „Doppel-Verwarnung“ vom Sonntag bleibt somit wohl einzigartig.

Quelle: FAZ.NET mit Material vom sid
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