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Das Sportjahr 2009 : Hopp, Deutschland, Hopp!

Bild: picture-alliance/ dpa

2008 war außerordentlich. Was aber kommt? FAZ.NET verrät schon, wie das Sportjahr 2009 wird: Lada fährt in der Formel 1. Bolt rennt rückwärts. Löw wird dreimal Rollkragenpulliträger des Monats. Und auch Dietmar Hopp spielt eine ziemlich große Rolle.

          Gern wird behauptet, Prognosen für das kommende Jahr fielen schwer, aber das ist natürlich nur ein bescheidenes Licht-unter-den-Scheffel-Stellen der Fachwelt, in Wahrheit ist ein Blick in die Zukunft für erfahrene Kräfte eine leichte Übung, vor allem im Sport. Was das kommende Jahr bringen wird? Hier das Wichtigste vorab.

          Michael Eder

          Sportredakteur.

          Formel 1 Voll auf die Bremse

          Aufregend Neues bietet von März an die Formel 1, und das liegt nicht nur daran, dass Flavio Briatore die Enkelin seiner geschiedenen vierten Frau heiratet, wobei Max Mosley auf der abgefahrenen Feier den Trauzeugen gibt, das liegt vor allem daran, dass sich die PS-Protze konsequent auf ihre ökologische Vorbildfunktion konzentrieren, auch ein bisschen deshalb, weil die Wirtschaftskrise im Frühjahr vollends auf die Rundendreher durchschlägt. Weil Honda längst ausgestiegen ist, Mercedes und BMW die Fließbänder erst Mitte Juni wieder anwerfen können und es der Konkurrenz nicht bessergeht, rücken vorübergehend alternative Motorenlieferanten in den Blickpunkt: Dacia vor allem und Lada, aber auch Moto Guzzi und Flokati. Durch die kleineren Triebwerke können CO2- und Lärmausstoß drastisch reduziert werden. Außerdem wandelt das neue Hybridsystem pflichtgemäß Bremsenergie in zusätzlichen Antrieb um, so dass es endlich nicht mehr heißt: Wer bremst, verliert! Stattdessen fährt am schnellsten, wer am meisten bremst, was Fahrern wie Ralf Schumacher wieder eine glänzende Zukunft in der Formel 1 verspricht.

          Im Zuge des rigiden Sparkurses werden außerdem Reifenstapel durch Strohballen und Grid-Girls durch Silikon-Puppen ersetzt, zudem werden die After-Race-Kommentare von Norbert Haug sowie weiterer Lärmausstoß von Experten nur noch in Endlosschleife vom Band gespielt. Die Kostendämpfung ist beträchtlich, dennoch reicht es nicht zur Gesundschrumpfung, erfreulicherweise aber findet sich ein rettender Mäzen. Dietmar Hopp übernimmt gern den Ausgleich des Etats. Er hatte schon immer, sagt er, eine ganz besondere Beziehung zur Formel 1, schon als Zwölfjähriger sei er in Hockenheim heimlich über den Zaun geklettert, und Juan Manuel Fangio sei neben Fritz Walter das Sportidol seiner Jugend gewesen.

          Deutsches Turnfest Im Feuchtgebiet

          Zwei deutsche Metropolen konkurrieren 2009 um das ultimative Großereignis. Frankfurt brilliert mit dem Deutschen Turnfest, Berlin mit der Weltmeisterschaft der Leichtathleten. Natürlich haben die Hauptstädter gegen die Hessen keine Chance, gegen das Deutsche Turnfest kann nämlich niemand anstinken, auch weil das Turnfest durchweg in überfüllten Feuchtgebieten - Hallen und Schlafsälen - stattfindet. Turnfestteilnehmer atmen den Schweiß der Tradition, und das seit 1860. München übrigens hat in diesem Jahr wieder einmal nichts zu bieten, sieht man vom starken Auftritt des FC Bayern im UI-Cup gegen Schetissu Taldyqorghan (1:1) ab.

          Was das Turnfest betrifft, so bleibt festzuhalten: Wie immer, wenn Frankfurt im Spiel ist, setzt die Organisation Maßstäbe, das war schon bei der Etatplanung ersichtlich, als sich die hessische Bankenzentrale nur unwesentlich verrechnete und der städtische Zuschuss von veranschlagten 5,14 Millionen Euro lediglich auf 24,1 Millionen aufgestockt werden musste. Erste spektakuläre Erfolgsmeldungen der Anfang Juni stattfindenden Veranstaltung konnte das Turnfest lange vor dem Start vermelden, zum Beispiel war der erste Workshop schon Mitte Dezember ausgebucht, nachdem sich 30 Teilnehmer für "Kippen kann man lernen!" mit Referentin Ilona Gerling angemeldet hatten. Das lässt Großes erwarten. Kippen kann man also lernen, nicht nur rauchen - eine bahnbrechende Erkenntnis besonders für junge Turner und Turnerinnen.

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