Die Serie des FC Bayern hat in letzter Minute gehalten. Nach zwölf Siegen in Serie in Liga, DFB-Pokal und Champions League haben die Münchner auch das 13. Spiel in Folge gewonnen. Im Hinspiel des Achtelfinales der Champions League kam der hohe Favorit am Mittwochabend gegen den italienischen Krisenklub AC Florenz, der seit sechs Partien nicht mehr gewonnen hat, zu einem hart erkämpften und etwas glücklichen 2:1-Sieg.
Arjen Robben hatte den deutschen Rekordmeister mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit mit einem Elfmeter (nach Foul an Franck Ribéry) in Führung gebracht. Fünf Minuten nach der Pause glich Per Kröldrup nach einer Ecke aus. Eine Minute vor dem Ende traf der eingewechselte Miroslav Klose per Kopf aus klarer Abseitsposition zum Sieg. Die letzten 17 Minuten mussten die Italiener in Unterzahl überstehen, nachdem Massimo Gobbi für einen Ellbogenschlag gegen Robben die Rote Karte erhalten hatte.
Eine tückische Reise steht bevor
Trotz der Niederlage hat sich der krasse Außenseiter eine unerwartet gute Ausgangsposition für das Rückspiel in zwei Wochen erarbeitet. Die Bayern dagegen, die schon von der Eroberung Europas zu träumen begannen, sind wieder in der Realität angekommen - sie besagt, dass ihnen eine tückische Reise nach Florenz bevorsteht. Vor allem in der ersten Halbzeit zeigten sie sich spielerisch eher einfallslos, dafür war wenigstens ihre Zeiteinteilung innovativ und effektiv.
Sie legten los wie die Feuerwehr, drangen durch Robben schon nach zehn Sekunden gefährlich von rechts in den Strafraum ein - zeigten dann 45 Minuten lang kaum noch etwas Sehenswertes - nur um in der letzten Szene vor der Pause alles nachzuholen: Ribéry stürmte nach feinem Zusammenspiel mit Mario Gomez und Robben auf Torwart Sebastien Frey zu und wurde durch ein Foul des Verteidigers Kröldrup gestoppt. Gomez setzte den Ball zwar im Nachsetzen ins Netz, doch Schiedsrichter Ovrebo hatte bereits auf Elfmeter entschieden. Robben trat an und ließ mit einem plazierten Strafstoß ins rechte untere Eck die „Tulpen aus Amsterdam“ erklingen, die in der Münchner Arena nach holländischen Treffern, also zuletzt sehr häufig, angestimmt werden.
Erleichterung war nur von kurzer Dauer
Das Ergebnis war schmeichelhaft, denn außer einigen Verzweiflungsschüssen aus eher schlechter Position hatten die Bayern nichts halbwegs Gefährliches zustande gebracht. Bis zur ersten Bayern-Ecke vergingen 34 Minuten. Die Italiener hatten sich mit geschicktem Positionsspiel und präzisen langen Bällen auf ihre einzige Spitze, Alberto Gilardino, gut aus der Affäre gezogen und waren zweimal, durch einen Kopfball von Natali (18.) und einen spät abgeblockten Schuss von Gilardino (45.), sogar der Führung nahe gewesen. Hinten standen sie so sicher, dass die langen Diagonalbälle von Bastian Schweinsteiger und Mark van Bommel, mit denen die schnellen Strumpfhosenträger auf den Außenpositionen, Ribéry und Robben, gesucht wurden, fast allesamt eine leichte Beute der gegnerischen Abwehrspieler wurden. Vor allem Ribéry, den Trainer Prandelli als seine Hauptsorge bezeichnet hatte, fand kaum zu gefährlichen Aktionen - bis zur letzten Minute vor der Pause.
Doch die Erleichterung der Bayern über die Führung war nur von kurzer Dauer. Die sechste Ecke der Florentiner konnte die Bayern-Abwehr nicht entschärfen, der Ball landete über das Schienbein von Jovetic bei Kröldrup, der seinen Fehler vom Elfmeter wettmachte und aus kurzer Entfernung den verdienten Ausgleich erzielte.
Rote Karte nach Ellbogenschlag gegen Robben
Es dauerte knapp zehn Minuten, bis die Bayern wieder zu sich fanden, dank Robben. Erst ging der Holländer links durch und gab eine scharfe Hereingabe, die vor der Torlinie quer durchjagte, ohne eine Fußspitze zu finden. Dann tauchte er wieder rechts auf und verzog aus guter Position knapp am kurzen Eck vorbei.
Trainer Louis van Gaal brachte seinen zweiten Sturm, wechselte nach 65 Minuten Gomez und den diesmal blassen Thomas Müller gegen Miroslav Klose und Ivica Olic aus. Keine Minute später war Klose nach einer Ecke dem Führungstor schon nahe, doch sein Kopfball wurde kurz vor der Linie abgeblockt. Auch Olic führte sich mit zwei Chancen gut ein, das Bayern-Spiel hatte wieder Fahrt aufgenommen. Der Druck wuchs noch, als Linksverteidiger Gobbi nach einem Ellbogenschlag gegen Robben nach 73 Minuten die Rote Karte erhalten hatte. Doch erst in der 88. Minute kamen die Bayern wieder zu einer großen Chance, bei der sich Klose und Olic aber nicht einig waren. Eine Minute später machten sie es besser. Nach Vorarbeit von Olic traf Klose zum Sieg - aus klarer Abseitsposition.
Abseitsentscheidung
Frank Weber (Fortuna6095)
- 18.02.2010, 10:55 Uhr
Abseits
Fabian Gunkel (ottodampf)
- 18.02.2010, 11:46 Uhr
ABSEITS
Helmut Unverzagt (helloU)
- 18.02.2010, 12:33 Uhr
Höhere Kunst
Thomas Seifert (Thomas_Seifert)
- 18.02.2010, 15:02 Uhr
abseits
Frank Weber (Fortuna6095)
- 18.02.2010, 15:39 Uhr