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Bundesligavermarktung Kartellamt besteht auf Free-TV vor 20 Uhr

24.07.2008 ·  Samstags muss der Bundesligafußball am frühen Abend im Fernsehen frei empfangbar bleiben. Nur wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, erkennt das Bundeskartellamt die Zentralvermarktung der TV-Rechte durch die Profi-Klubs als „grundsätzlich zulässig“ an.

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Fußball-Fans können die Höhepunkte der Bundesliga nach einer Entscheidung des Bundeskartellamtes weiter samstags am frühen Abend im frei empfangbaren TV sehen. Das Kartellamt besteht auf einer Zusammenfassung der Samstags-Spiele der Fußball-Bundesliga im frei empfangbaren Fernsehen bis 20 Uhr. Unter dieser Voraussetzung erkennt die Behörde die Zentralvermarktung der TV-Rechte durch die Profi-Klubs als „grundsätzlich zulässig“ an.

Das gab das Kartellamtschef Bernhard Heitzer am Donnerstagmittag auf einer Pressekonferenz in Bonn bekannt. Sollte die Liga an ihren Plänen festhalten, würde das Kartellamt das Vorhaben förmlich ablehnen, weil es Fernsehzuschauer nicht angemessen beteiligt sieht.

„Den Zuschauern die Auswahl erhalten“

Die DFL will Pay-TV-Sendern mehr Exklusivität einräumen und damit einen höheren Preis für die Übertragung der Spiele erzielen. Würden die Bundesliga-Spiele nicht wie bisher in Höhepunkten vor 20.00 Uhr in der ARD-“Sportschau“ gesendet, gäbe es für Fußball-Fans mehr Anreize, einen Bezahlsender zu abonnieren. Heitzer sagte, das Kartellamt wolle den Zuschauern die Auswahl erhalten und sie vor Ausbeutung durch Pay-TV-Anbieter schützen.

Es solle ein Wettbewerb der Sender um die Gunst der Fans garantiert sein. Das Kartellamt betonte nochmals, dass die zentrale Vermarktung der Bundesligarechte grundsätzlich zulässig sei, wenn der Verbraucher angemessen beteiligt werde. Dies sei der Fall, wenn die Highlight-Berichterstattung große Teile eines Spieltages umfasse, zeitnah erfolge und weiten Teilen der Bevölkerung zugängig sei.

Auch Privatsender könnten Höhepunkte zeigen

Zeitnah bedeutet für die Bonner Behörde eine Ausstrahlung vor 20.00 Uhr. Dies muss aber nicht unbedingt die „Sportschau“ sein. Infrage kämen sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Sender, erklärte Heitzer. „Die Highlight-Berichterstattung ist in der Vergangenheit auch von Privatsendern erfolgreich wahrgenommen worden.“ So wurden die Bundesliga-Höhepunkte bis 2003 vom Privatsender Sat.1 gezeigt.

Heitzer sagte, wenn man den DFL-Plan angenommen hätte, wären wegen der Exklusivität die Preise für die Pay-TV-Kunden vermutlich gestiegen. Er verwies auf die britische Premier League, wo die Höhepunkte erst ab 22.20 Uhr frei in der BBC gezeigt würden. Fans mit Interesse an zeitnaher Berichterstattung müssten dort monatlich umgerechnet 80 Euro zahlen und bekämen dafür nicht einmal alle Spiele zu sehen.

Nach Darstellung der Behörde führt das DFL-Modell dazu, dass das wichtigste Spiel des Tages erst nach 23.00 Uhr gezeigt würde. „Die Vorschläge der DFL führen allesamt zu einer Verschlechterung der Highlight-Berichterstattung im Vergleich zum Status Quo“, kritisierte Heitzer.

Sirius bietet drei Milliarden Euro

Bereits vor der Entscheidung warnten die DFL und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vor finanziellen und sportlichen Nachteilen für den deutschen Fußball. Die Clubs befürchten nach eigenem Bekunden, dass sie sich wegen fehlender Einnahmen keine Superstars mehr leisten können. Solange der Konflikt andauert, kann die DFL nicht mit der Ausschreibung der TV-Rechte-Vermarktung für die Spielzeiten 2009 bis 2015 beginnen.

Für ein exklusiveres Paket als bisher hat der DFL-Vermarktungspartner Sirius aus dem Umfeld des Medienunternehmers Leo Kirch drei Milliarden Euro geboten. Der jetzt gefährdete Vertrag zwischen Kirch und der Liga würde allein dem DFB nach eigenen Angaben drei Millionen Euro mehr pro Saison bringen. Welche Auswirkungen die Entscheidung auf die Einnahmen der Clubs hat, ist noch unklar. Pro Saison erwirtschaften sie 420 Millionen Euro.

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