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Mittwoch, 15. Februar 2012
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Bundesligavermarktung 30 unverschlüsselte Minuten reichen dem Kartellamt nicht

15.08.2008 ·  Im Streit um die Vergabe der Fernsehrechte für die Fußball-Bundesliga hat das Bundeskartellamt auch einen Kompromissvorschlag des Ligaverbandes DFL abgelehnt. Der sah eine Kurz-„Sportschau“ unverschlüsselt im digitalen Fernsehen vor.

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Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und ihr Partner Leo Kirch sind mit mit Kompromissvorschlägen an das Bundeskartellamt gescheitert, ihr Modell zur Fernsehvermarktung der Bundesliga zu retten, die an diesem Freitag mit dem Spiel FC Bayern gegen den Hamburger Sportverein (HSV) in die neue Saison startet. Die Behörde verlangt, dass die erste Zusammenfassung der Spiele am Samstag vor 20 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen läuft. Bisher wollte sich die DFL dagegen die Möglichkeit offenhalten, bis 22 Uhr Exklusivität für das lukrativere Bezahlfernsehen zu schaffen. Kirch hat den Vereinen Fernseheinnahmen von 3 Milliarden Euro in den kommenden sechs Jahren versprochen.

Der Vorschlag habe eine auf 30 Minuten verkürzte Zusammenfassung der Höhepunkte um 19.30 Uhr im digitalen Fernsehen vorgesehen. Dies sei nicht akzeptabel, sagte eine Behördensprecherin am Freitag. Eine solche Zusammenfassung würde nach Auffassung der Wettbewerbshüter nicht genügend Zuschauer im frei empfangbaren Fernsehen erreichen. „Eine digitale Ausstrahlung würde beim derzeitigen Stand des Ausbaus der Digitalisierung nur knapp 40 Prozent der TV-Haushalte abdecken. Von einer angemessenen Verbraucherbeteiligung kann allein schon deswegen nicht die Rede sein“, erläuterte das Kartellamt.

Unklar: Kosten, Qualität, Verbraucherbeteiligung

Soweit eine Umrüstung auf digitales Fernsehen für die Verbraucher überhaupt möglich sei, kämen auf die Haushalte Kosten zu, die stark differieren könnten. Außerdem sei fraglich, ob die Länge von 30 Minuten sowie die Qualität der Sendung ausreichen würden, um eine angemessene Verbraucherbeteiligung und eine Begrenzung des Preissetzungsspielraums im Bezahl-Fernsehen zu sichern.

Auch die ARD, neben dem Privatsender Premiere bisher der wichtigste Fernsehpartner der Bundesliga, weist die Vorschläge der DFL zurück: Weder eine Zusammenfassung nur im digitalen Fernsehen noch eine spätere Kurzfassung der „Sportschau“ sei akzeptabel, sagte WDR-Sportchef Steffen Simon dieser Zeitung. „Eine digitale Zusammenfassung kommt für die ARD nicht in Frage, weil damit 70 Prozent der Zuschauer, die analoges Fernsehen haben, ausgeschlossen würden“, sagte Simon. Im Falle einer nur noch halbstündigen Zusammenfassung wiederum müsse sich die ARD „ernsthaft fragen“, ob sie nicht lieber auf das gesetzliche Recht kostenloser Kurzzusammenfassungen zurückgreife. „Dann würden wir die Lizenzkosten sparen“, sagte Simon.

Im Herbst 2007 hatte die DFL die Agentur Sirius des Unternehmers Leo Kirch mit der Ausschreibung der Rechte von 2009 bis 2015 beauftragt. Kirch garantierte der Liga für diesen Zeitraum Gesamterlöse in Höhe von drei Milliarden Euro. Diese Summe könnte aber nur erzielt werden, wenn mehr Geld aus einer exklusiveren Verwertung im Bezahlfernsehen erlöst würde. Seit der Entscheidung des Kartellamts sucht die Liga nach Alternativen zu ihren ursprünglichen Plänen.

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