Es fällt Louis van Gaal derzeit nicht schwer, die Übersicht zu behalten. Noch immer nicht. Auch die zweite Vorbereitungsphase des FC Bayern München begann am Donnerstag mit ebenso wenigen Spielern wie die erste im Juni. Neun Feldspieler und zwei Torhüter aus dem Profikader stehen dem Holländer derzeit zur Verfügung. Der Rest seines Kaders darf sich noch von den Strapazen der Fußball-Weltmeisterschaft erholen. Insgesamt hatten die Münchner dreizehn Profis in Südafrika im Einsatz, „so viele, wie keine andere Mannschaft auf der Welt“, stellte van Gaal fest.
Ein wenig Stolz schwang bei diesen Worten zwar mit, aber eigentlich bringt diese geballte Bayern-Präsenz bei der WM vor allem Schwierigkeiten mit sich. Die acht deutschen Nationalspieler und drei Profis, die mit den Niederlanden im Finale standen, beginnen erst am 2. August mit der Saisonvorbereitung, knapp drei Wochen vor dem Bundesligastart. „Dass unsere Spieler zu all den Spielen der letzten Saison mit Champions League noch sieben WM-Spiele in den Knochen haben werden, ist kein Vorteil. Bis zum 20. August ist definitiv nicht genug Zeit zur Vorbereitung, und wir werden zu Saisonbeginn Probleme haben“, sagt Präsident Uli Hoeneß. Van Gaal spricht gar von einer „lächerlichen Vorbereitung“.
Martin Demichelis und Franck Ribéry, der nach seiner Leistenoperation auf Ibiza ein Rehaprogramm absolviert, treten ihren Dienst immerhin eine Woche früher an. Bis auf Ribéry hat er seinen Spielern keinen Plan für den Urlaub an die Hand gegeben. „Meine Spieler dürfen gar nicht trainieren. Sie haben eine lange Saison hinter sich. Sie können Tennis spielen oder Schwimmen gehen, aber nicht mehr. Sonst verletzen sie sich nur.“
„Einzigartige Erlebnisse mit Ribéry und Robben“
Dass der Rahmenterminplan für den 11. August bereits wieder Länderspiele vorsieht, ist für van Gaal unverständlich. „Das ist doch Wahnsinn“, findet er. „Die Spieler kommen am 2. August und müssen am 9. August schon wieder weg.“ Die holländischen Nationalspieler hätten deshalb gefordert, das Länderspiel gegen die Ukraine abzusagen, erzählt van Gaal - und seien dabei beim Verband auf offene Ohren gestoßen. Es werde überlegt, den Termin zu streichen. Er rät deshalb, den deutschen Spielern auf die Partie in Kopenhagen gegen Dänemark zu verzichten. „Wenn das acht Spieler fordern, denke ich, dass der Deutsche Fußball-Bund zuhört.“
Zunächst einmal geht es aber mit dem dezimierten Profiteam ins Trainingslager, als Sparringspartner nimmt van Gaal an den Gardasee am kommenden Montag die komplette zweite Mannschaft mit. Die Region Trentino, Sponsor des FC Bayern, wirbt seit Wochen mit dem Besuch des deutschen Meisters und Pokalsiegers. „Einzigartige Erlebnisse mit Ribéry und Robben“ sollen die fußballbegeisterten Touristen erwarten, aber die Broschüre hält nicht, was sie verspricht. Die Bayern-Stars am Gardasee sind Ivica Olic und Daniel van Buyten, die beiden einzigen Stammspieler in der Rumpftruppe. Die beiden haben nicht nur wegen der WM einen etwas ungewöhnlichen Vorbereitungsplan. Nach einem knapp zweiwöchigen Trainingsblock Ende Juni gab es noch einmal zehn Tage Pause.
Erfahrung mit schwierigen Saisonvorbereitungen
Außerdem verzichtet van Gaal sowohl auf eine anstrengende Sponsorenreise, wie sie der FC Bayern kurz vor dem Saisonstart gerne mal vereinbart, als auch auf eine Reihe von Testspielen gegen unterklassige Gegner. Bisher ist nur eine Partie am Ende des Trainingslagers in Italien gegen eine Trentino-Auswahl geplant - „und da habe ich keine Spieler.“ Denn die zweite Mannschaft muss wegen eines Pflichtspiels einen Tag früher abreisen. Auch bei den beiden Liga-Cup-Partien Ende des Monates herrscht noch Personalnot, erst eine Woche später beim Supercup gegen Schalke 04 und am 16. August beim Duell der ersten DFB-Pokalrunde mit den Amateuren von Germania Windeck ist der Kader komplett.
Der FC Bayern hat Erfahrung mit schwierigen Saisonvorbereitungen und nach Großereignissen verläuft der Auftakt oft holprig. 2006 hatte die Mannschaft unter Trainer Felix Magath nach sechs Spieltagen gerade acht Punkte auf dem Konto, 2008 unter Jürgen Klinsmann waren es zehn Punkte. Am heftigsten erwischte es die Mannschaft nach dem WM-Sieg 1974, da verloren die Münchner zum Auftakt 0:6 gegen Offenbach, mit dabei war der jetzige Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, der damals sein Profidebüt gegeben hatte. „Ich bin mir sicher, dass es gegen Wolfsburg erfolgreicher wird“, sagt er. Der Meister von 2009 hatte immerhin auch den ein oder anderen Spieler bei der WM.
'Interessenkonflikt"
Klaus Meyer (Inselpfarrer)
- 15.07.2010, 21:38 Uhr
Erzähl was du willst,
Ya Guza (yaguza)
- 15.07.2010, 22:55 Uhr
In anderen Sportarten klappt es auch!
Dawid Stryczek (XRipper)
- 16.07.2010, 00:24 Uhr
2009-WM??
Jan Piller (PiLLaZ)
- 16.07.2010, 02:17 Uhr
NA NA NA!!!!!! Holländer, Niederländer oder Orangje
Reiner Luecker (Reinerluecker)
- 16.07.2010, 03:20 Uhr