Wir geben es zu: Auch wir von der FAZ.NET-Sportredaktion können nicht immer den Stein der Weisen beziehungsweise die Torfabrik der Fußballweisen für uns beanspruchen. Im redaktionsinternen Tippspiel kam Hannover 96 vor der Saison durchweg auf eine Plazierung tief im Tabellenkeller, meist ist den Niedersachsen gar eine Zukunft in der Zweitklassigkeit prophezeit worden. Deshalb gestehen wir gerne zu, dass Hannovers Höhenflug die Überraschung der Saison ist, so wie es die FAZ.NET-Leser in dieser Woche bei einer Umfrage zu fast einem Drittel beurteilt haben. 32,25 Prozent von 3330 Stimmen gingen in den Norden der Republik.
Da kann Dortmund ruhig die Überraschungsmeisterschaft feiern, für die größte Sensation der Spielzeit halten das lediglich ein Viertel der Leser. Erstaunliche 19,34 Prozent würdigten den bemerkenswert guten Abschlussrang des Aufsteigers 1. FC Kaiserslautern als den Überraschungserfolg der Saison. Die Siege von Mainz 05 und dem 1. FC Nürnberg scheinen indes schon fast zur Normalität geworden zu sein: Nur rund 18 beziehungsweise 6 Prozent der Abstimmungsteilnehmer waren noch sehr überrascht von den Rängen fünf und sechs für die beiden Teams, die lange um den letzten freien Platz in der Europa League gekämpft hatten.
Gnade mit den Bayern
Der VfL Wolfsburg darf sich derweil bei Eintracht Frankfurt bedanken: Der Adler Sturzflug hat die Wolfsburger vor der Höchststrafe der FAZ.NET-Leser bewahrt. 31 Prozent der Leser sind vom Absteiger aus Hessen am meisten enttäuscht, während der Meister von 2009 (stimmt das wirklich?) nur für ein Viertel der Leser die Enttäuschung des Jahres ist.
Erstaunlich sanft gehen die Abstimmungsteilnehmer mit Bayern München ins Gericht. Der Branchenkrösus auf Rang drei ist nur für 12 Prozent die Enttäuschung der Saison. Damit geht es den Bayern offenkundig besser als den beiden anderen deutschen Champions-League-Klubs der vergangenen Saison: Der ins Alter gekommene Top-Klub Werder Bremen (18 Prozent) und die international überzeugenden, national aber fast peinlichen Schalker (14) landen im Negativ-Voting vor den Münchnern.