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Bundesliga-Übersteiger Wird Hoffenheim - Bayern zum befruchtenden Dauerduell?

14.12.2008 ·  Immer dann, wenn die Bayern in der Bundesliga einen starken Herausforderer hatten, gab es auch in Europa Triumphe. Die Frage ist nur, ob Münchner oder Hoffenheimer die Ernte in der Champions League einfahren?

Von Daniel Meuren
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So viel scheint nach dieser Vorrunde sicher: Hoffenheim ist der neue Herausforderer von Bayern München. Dem deutschen Fußballfreund kann das nur recht sein. Denn fast immer, wenn es in der Liga über mehrere Spielzeiten zu einem Duell zwischen den Bayern und einem Dauergegner annähernd auf Augenhöhe kam, folgten daraus große Erfolge im Europapokal.

Die großen Bayernsiege im Landesmeisterpokal der siebziger Jahre (1974 bis 1976) sind untrennbar verbunden mit dem knapp eine Dekade dauernden nationalen Zweikampf gegen Borussia Mönchengladbach. Der Champions-League-Titel 2001 war auch Folge der Herausforderung durch Schalke 04. Dieses Duell bestanden die Bayern im Fernduell, als sie durch ein Last-Minute-Tor in Hamburg die Schalker zum „Meister der Herzen“ degradierten - und sich selbst die mentale Stärke fürs Endspiel-Elfmeterschießen vier Tage später gegen den FC Valencia holten.

Nationale Rivalen stärken für den internationalen Vergleich

Auch die weiteren internationalen Finalteilnahmen der Bayern waren auf befruchtende Duelle auf heimischem Grün zurückzuführen: 1982 (0:1-Niederlage gegen Aston Villa) holten sich die Bayern ihr Selbstbewusstsein im mehrjährigen Nord-Süd-Fernduell mit dem HSV. 1987 (1:2-Niederlage gegen FC Porto) hatten sie sich - aufgrund der frischen Herausforderung des damaligen Emporkömmlings Werder Bremen - neu erfunden und unter Udo Lattek den Weg zurück in die europäische Spitze geebnet.

1999 kehrten die Bayern nach der vermeintlichen Wachablösung durch Borussia Dortmund und dem einmaligen Lausbubenstreich des Aufsteigermeisters 1. FC Kaiserslautern wieder erstarkt auf den Bundesligathron zurück - und scheiterten dramatisch erst in der Nachspielzeit des Champions-League-Finales mit 1:2 an Manchester United.

Ohne ernsthaften Dauer-Rivalen fehlte den Münchnern in Jahren der Liga-Alleingänge (wie des öfteren in den vergangenen Spielzeiten) oft die nötige Wettkampfhärte für größere internationale Triumphe.

Auch die Bayern-Rivalen profitierten

Aber auch die großen Rivalen der Bayern profitierten in ihrer jeweiligen Epoche vom Antipoden aus München: Borussia Mönchengladbach hatte die Hand mehrfach am Gewinn des Landesmeistertitels (ohne ihn freilich zu gewinnen), der nächste Dauerrivale HSV zog sein Selbstbewusstsein auf dem Weg zum Gewinn des Europapokals 1983 vor allem aus hart erkämpften Erfolgen gegen die Bayern.

Borussia Dortmunds Champions-League-Triumph von 1997 ist schließlich auch Ergebnis des jahrelangen Abarbeitens am Mythos FC Bayern. Und sogar der ewige Underdog Werder Bremen zog Nutzen aus dem Dauer-Zweikampf: Die Bremer durften 1992 einmal den Gewinn des Pokalsieger-Cups bejubeln, nachdem sie zuvor im Duell mit dem Rivalen die Siegermentalität erlernten.

Wer fährt nun die Ernte ein?

Selbst ewige Verlierer sind an den Duellen mit den Bayern gewachsen. So spielte Bayer Leverkusen 2002 seine größte europäische Saison samt Champions-League-Finale, nachdem die Truppe sich in drei Jahren des Kräftemessens von den Bayern emanzipiert hatte - obgleich sie stets ohne Titel blieb.

Das vermutlich bevorstehende Dauer-Duell zwischen Hoffenheim und Bayern macht also Hoffnung auf kontinentale Erfolge: Die Frage ist dann eigentlich nur noch, ob der Altmeister aus München oder die Neureichen aus Hoffenheim die Ernte auf den Spielfeldern Europas einfahren.

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Jahrgang 1973, Sportredakteur.

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