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Bundesliga Randale im Fußball-Westen

24.02.2008 ·  Wer beim Thema Hooligans mit dem Finger nur nach Osten zeigt, wurde an diesem Wochenende wieder einmal eines Besseren belehrt. In Bochum wurden Fans aus Hannover schwer verletzt, in Stuttgart gab es Feuerwerk und Festnahmen.

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Vermummte stürmen eine Kneipe, schlagen auf Fußball-Fans ein, verletzen einen von ihnen so schwer, dass er fünf Stunden lang operiert werden muss. Nein, diese schrecklichen Szenen spielten sich nicht im ostdeutschen Hooligan-Milieu ab, sondern in der Innenstadt von Bochum.

Nach einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) waren sechs 96-Fans am Freitagabend nach der 1:2-Niederlage im Bundesligaspiel beim VfL Bochum in einem Restaurant überfallen worden. Einem 23-Jährigen musste in einer mehrstündigen Operation das gebrochene Jochbein wieder gerichtet werden. Der Student muss mindestens eine Woche im Krankenhaus bleiben. „Sie waren vermummt, einige trugen Sturmhauben. Ich kann schlecht einschätzen, wie viele es waren. Sie schlugen auf mich und meine Freunde ein, dabei wurde ich am stärksten verletzt, die anderen kamen glimpflich davon“, zitiert die „HAZ“ das Opfer.

Zwei Dutzend Hooligans in Gewahrsam

Wer beim Thema Hooligans mit dem Finger nur nach Osten oder auf unterklassige Vereine zeigt, wurde an diesem Wochenende wieder einmal eines Besseren belehrt. Wie brutal die Fußballschläger aus dem Westen sind, wurde erst im Januar beim Prozess gegen die drei Gewalttäter aus der Fan-Gruppe „Schickeria München“ deutlich. Das Trio war an einem Überfall auf einen Bus mit Nürnberger Fans beteiligt, bei dem die Frau des Busfahrers so schwer verletzt wurde, dass sie auf einem Auge blind bleiben wird. Das Trio erhielt Bewährungsstrafen.

An diesem Samstag mussten in Stuttgart rund zwei Dutzend sogenannter Fußball-Fans vorläufig in Gewahrsam genommen werden. Die jungen Leute, die vorwiegend aus Stuttgart stammen, sind nach Angaben der Polizei mit Körperverletzungen, Beleidigungen, Hausfriedensbruch und Bedrohungen auffällig geworden. „Zudem mussten einige Betrunkene ausgenüchtert werden. Sie alle sind wieder frei“, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Das Gottlieb-Daimler-Stadion war beim 3:1-Sieg des VfB gegen den Karlsruher SC bis auf den letzten der 55.000 Plätze besetzt. Die Polizei war mit mehr als 500 Beamten im Einsatz.

Feuer und Zerstörung

Schon während des Spiels hatte es Szenen im Stadion gegeben, die zu einem Abbruch hätten führen können. „Chaoten des Karlsruher Blocks zündeten mehr als zehn bengalische Feuer, die teilweise auf dem Spielfeld landeten“, sagte der Polizeisprecher. Wegen des Rauchs wurde die Partie für wenige Minuten unterbrochen. Außerdem zerstörten Rowdys mehr als 50 Sitzschalen im Stadion. Niemand kam zu Schaden. Die Polizei geht davon aus, dass sie die Täter identifizieren kann.

Die abziehenden Gäste-Fans wurden von starken Polizeikräften zu ihren Sonderzügen nach Karlsruhe begleitet. Die Fans werden beim Einlass in das Stadion von Ordnern und nicht von der Polizei kontrolliert.

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