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Fußball-Bundesliga : Rangnick wird wieder Trainer bei RB Leipzig

  • -Aktualisiert am

Bild: EPA

Der Bundesligaverein findet einen Vorgänger für Julian Nagelsmann, der von Sommer 2019 an RB Leipzig trainieren wird. Ralf Rangnick nimmt für eine Saison eine Doppelrolle als Sportdirektor und Coach ein.

          Manchmal ist das Offensichtliche nicht automatisch das Schnellste. Dass Ralf Rangnick am Montag als Cheftrainer auf Zeit bei RB Leipzig vorgestellt wurde, galt schon seit der Trennung von Ralph Hasenhüttel im Mai als sehr wahrscheinlich. Nicht erwartbar war dagegen der späte Zeitpunkt der Verkündung. Erst drei Stunden vor dem offiziellen Trainingsauftakt erklärte sich der Verein und beendete die skurrile Situation der vergangenen Tage. Nach der Verpflichtung von Julian Nagelsmann gab es zwar einen Trainer für die Saison 2019/20, wer allerdings das anstehende Übergangsjahr zwischen Hasenhüttl und Nagelsmann betreut, war unklar.

          Übergangsjahr sei ein hässlicher und unpassender Begriff, fand dann Oliver Mintzlaff. Deshalb wehrte sich Leipzigs Geschäftsführer gleich dagegen. „Das ist keine Übergangssaison“, sagte er. So etwas könne sich ein Verein wie RB Leipzig nicht leisten. Und überhaupt, die Lösung, Rangnick vom Sportdirektor zum Trainer auf Zeit zu machen, sei die bestmögliche gewesen. Obwohl, so versichert es Mintzlaff, „es gab genügend, auch namhafte Trainer, die sich hier für ein Jahr angeboten haben“. Es habe aber nie zur Debatte gestanden, noch einen externen Trainer zu holen.

          Dass Rangnick nicht schon früher als Cheftrainer präsentiert wurde, legt den Schluss nahe, der interne Führungszirkel habe bis zum Ende um eine andere Lösung gerungen. Schließlich wird der Sportdirektor Rangnick aufgrund der Einstellung des Trainers Rangnick nicht wie gewohnt den erstgenannten Posten ausüben können. Da Rangnick als Vollzeittrainer stark eingebunden sein wird, sollen sich Jochen Schneider und René Grotus mit um die Aufgaben des Sportdirektors kümmern.

          Jesse Marsch war zuletzt immer wieder als möglicher Trainer gehandelt worden. Der Amerikaner hatte seinen Vertrag bei der New Yorker Filiale von Red Bull am Freitag gelöst und war anschließend nach Leipzig zu Verhandlungen geflogen. Am Ende reichte es für ihn aber doch nur für eine Anstellung als Ko-Trainer. „Wir trauen Jesse ganz klar zu, hier Cheftrainer zu sein, aber es gibt auch Punkte und Themen, die dagegen sprechen“, sagte Rangnick und in diesem Moment klang er wieder wie der Sportdirektor, der bei RB alle Fäden in der Hand hält. Ein wichtiges Kriterium sei die Sprache gewesen, und deutsch spreche Marsch nun mal nicht. Dazu kommt, dass er die Liga und die Spieler nicht so gut kenne. Sprich, man traut es ihm doch nicht zu.

          Marsch hätte eine Zeit des Eingewöhnens benötigt. Zeit ist jedoch etwas, das Rangnick und RB Leipzig von Hause aus nicht haben. Also macht Rangnick es dann lieber doch selbst, so wie in der Saison 2015/16, als er RB von der zweiten Liga in die Bundesliga führte und dann an Hasenhüttl abgab. Marsch wird neben Robert Klauß und Lars Kornetka zum stark veränderten Trainerteam gehören, auch Daniel Behlau stößt hinzu. Marsch unterschrieb einen Vertrag über zwei Jahre und soll auch unter Julian Nagelsmann bleiben.

          Zuerst einmal ist er aber Rangnicks Assistent. Eine Doppellösung als gleichberechtigter Chef neben Rangnick sei keine Option gewesen. „Gleichberechtigte Trainerduos haben bisher nirgendwo auf der Welt funktioniert“, sagte Rangnick. Was Lars Lagerbäck und Tommy Söderberg, die Schweden von 2000 bis 2004 erfolgreich gemeinsam trainiert hatten, darüber denken, ist nicht bekannt. In rund zwei Wochen steht im Rahmen der Europa-League-Qualifikation schon das erste Pflichtspiel an. Mit wie viel Esprit Leipzig diesen Wettbewerb angeht, ist unklar. Rangnick gilt nicht als größter Freund der Europa League. Den Wettbewerb führte er intern als einen der Gründe auf, warum RB die abgelaufene Saison nur als Sechster beendete. Im neuen Jahr ist die Qualifikation für die Champions League wieder das Ziel, auch wenn Rangnick das nicht so ausdrücklich sagte. Sollte das nicht gelingen, könnte er dieses Mal niemanden anderen dafür verantwortlich machen als sich selbst.

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