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Bundesliga-Kopfverletzungen Schmerzhafter Zufall?

22.01.2012 ·  Schwere Gesichtsverletzungen häufen sich in der Fußball-Bundesliga. Zum Rückrundenstart erwischt es Höwedes und Prödl. Selbst ein Schutzhelm würde nur bedingt weiterhelfen.

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© dpa „Es geht mir - ehrlich gesagt - dreckig“: Sebastian Prödl zog sich schwere Gesichtsverletzungen zu

Diese Bilder will eigentlich niemand sehen, doch sie häufen sich in der deutschen Eliteliga. Am Wochenende zogen sich Sebastian Prödl und Benedikt Höwedes schwere Gesichtsverletzungen zu.

Der Bremer Prödl lag nach einem Tritt von Lauterns Dorge Kouemaha blutüberströmt auf dem Rasen; Schalkes Kapitän Höwedes musste nach einem Zusammenprall mit seinem Teamkollegen Marco Höger vom Platz. „Es ist traurig, dass er so schwer verletzt ist“, sagte Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs. „Es geht mir - ehrlich gesagt - dreckig“, erklärte Prödl am Sonntag auf seiner Internetseite.

Die Liste der bösen Kopfblessuren in der laufenden Saison ist lang und prominent besetzt: So hatte es zum Beispiel Klaas Jan Huntelaar (Schalke), Michael Ballack (Leverkusen), Sven Bender und Neven Subotic (beide Dortmund) sowie Gojko Kacar (HSV) in der Hinrunde erwischt. Zufall, Ausdruck der immer weiter wachsenden Dynamik oder zunehmende Aggressivität?

Spielern, den Verantwortlichen der Klubs und den Schiedsrichter fällt es schwer, die Häufung der Kopfverletzungen einzuordnen. „Ich weiß nicht, woran das liegt. Ich habe noch nie so viele in einer Saison erlebt. Manchmal bekommt man einen auf die Nase und schon ist sie kaputt“, sagte Hollands Starstürmer Huntelaar, der in der aktuellen Spielzeit nach einem Nasenbeinbruch lange mit einer Carbonmaske gespielt hatte.

Auch Deutschlands früherer Kapitän Ballack lief mit gebrochener Nase und einer Maske auf. Andere wie der Berliner Maik Franz kamen damit nicht zurecht. Der Hertha-Verteidiger, inzwischen mit einem Kreuzbandriss lange nicht einsatzfähig, musste nach dem Nasenbruch passen.

Prödl war beim 0:0 von Werder in Kaiserslautern in der 23. Minute beim Versuch, einen Abpraller vom Pfosten zu verwerten, von FCK-Stürmer Dorge Kouemaha mit voller Wucht am Kopf getroffen worden. „Es tut mir sehr leid, ich habe ihn nicht gesehen“, kommentierte der Kameruner die schockierende Szene und entschuldigte sich bei Prödl.

Der österreichische Nationalspieler fällt mit einem Nasenbeinbruch, einer Fraktur des Oberkiefers sowie einer Gehirnerschütterung den Bremern lange aus. „Der Weg zurück ist nicht einfach“, bemerkte der Verteidiger.

Höwedes zog sich beim 3:1-Sieg der Schalker gegen Stuttgart zum Liga-Rückrundenauftakt einen Jochbeinbruch zu und muss sich am Montag einer Operation unterziehen. „Wir hoffen, dass er nicht so lange ausfällt, aber das hängt vom Heilungsverlauf ab“, sagte Schalkes Manager Horst Heldt.

„Drei Punkte sind im Sack, aber leider auch ein dreifacher Jochbeinbruch“, postete Höwedes aus dem Krankenhaus. Nach der Serie der Kopfverletzungen wird sogar über die Einführung eines Kopfschutzes diskutiert. „Wir müssen darüber nachdenken. Warum nicht, wenn es ein Vorteil ist. Aber das muss jeder Spieler selbst entscheiden“, erklärte Heldt.

Als erster Profi hatte der Tscheche Petr Cech nach einem Schädelbruch 2006 zu einem Kopfschutz gegriffen. Den speziell in Neuseeland hergestellten Kunststoffhelm trägt der Torwart des FC Chelsea seither immer. Auch Cristian Chivu von Inter Mailand läuft mit Schutz auf. Vor Verletzungen wie jetzt bei Prödl und Höwedes aber würde auch so ein Helm nicht schützen.

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Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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