Home
http://www.faz.net/-gtn-15iyr
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Donnerstag, 09. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Bundesliga-Kommentar Wovon Klinsmann träumte

08.02.2010 ·  Der FC Bayern bietet unter Louis van Gaal Woche für Woche Spektakel und löst ein altes Versprechen ein - einen solchen Fußball hatte Jürgen Klinsmann einst versprochen. Die spannendste Frage bleibt, wie ein Platz für Franck Ribéry gefunden wird.

Von Peter Penders
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (1)

Es klingt ja immer ein wenig putzig, wenn Holländer Deutsch sprechen. Das weiche Klangbild sorgt dafür, dass sich selbst harsche Kritik dank des Dialekts nach feiner Ironie anhört – wie nun in Wolfsburg bei Bayern-Trainer Louis van Gaal. Zu arrogant seien ihm seine Spieler nach dem 2:0 vorgekommen, und deswegen sei er „auch ein bisschen böse“. Was das wirklich bedeutet, werden nur die Bayern wissen. Es hörte sich spitzbübisch an, aber die Mimik verriet, dass es van Gaal deutlich ernster war, als es klang.

Der Niederländer hat in wenigen Monaten vieles geschafft, seine größte Leistung aber besteht in einer neuen Wahrnehmung der Bayern. Der häufig selbstverliebte Branchenführer wird einem in jüngster Vergangenheit direkt sympathisch, weil er sich plötzlich so ganz anders präsentiert. Das mag daran liegen, dass die Lautsprecher Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß mehr oder weniger verstummt sind und aus der Vorstandsetage die manchmal peinlichen Einschüchterungsversuche der Konkurrenz mit dem Holzhammer ausbleiben.

Die Bayern lassen fast nur ihre Leistung für sich sprechen, die ja genügend Aussagekraft hat. Denn anders als so oft in der Vergangenheit, als kühle Münchner Ergebnisfußball spielten, bietet der Rekordmeister plötzlich Woche für Woche ein Spektakel und löst ein altes Versprechen ein – einen solchen Fußball hatte Jürgen Klinsmann einst versprochen.

Jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser machen

Sein Nachfolger hat es vielleicht auch deshalb geschafft, weil er sich auf seinem Fachgebiet von niemandem in die Arbeit hineinreden lässt. Oder hätte man sich ernsthaft vorstellen können, dass ein anderer Bayern-Trainer als van Gaal lächelnd, wie neulich geschehen im „Aktuellen Sportstudio“, zu einer Taktikfrage hätte sagen dürfen: „Davon hat Uli keine Ahnung.“

Nebenbei hat van Gaal auch noch das erledigt, was Klinsmann einst als Credo ausgegeben hat: Jeden Spieler jeden Tag ein bisschen besser machen, diesen eher selbstverständlichen Ansatz jedes Trainers hat der Niederländer mit Leben erfüllt und damit das Spiel der Mannschaft verbessert.

Und er hat nebenbei mit Badstuber und Müller zwei junge Spieler aus den eigenen Reihen eingebaut, was nicht vielen Bayern-Trainern gelungen ist. Zudem hat er die richtige Position für den zuvor stagnierenden Schweinsteiger gefunden. Für welchen der verschiedenen Aspekte seiner bisherigen Bilanz er den größten Respekt verdient, liegt allein im Geschmack des Betrachters.

Ohne Olic gäbe es van Gaal bei den Bayern vielleicht nicht mehr

Aber von der niedlichen Sprache darf man sich nicht täuschen lassen – das wissen wir nicht erst seit van Bommel, der nachher auch immer sehr sympathisch rüberbringen kann, warum er vorher einen Gegner übel umgeholzt hat. Es gibt auch Verlierer, die entweder schon weg sind wie Toni oder zuschauen müssen wie Klose oder Timoschtschuk.

Der Ukrainer war ein Wunschspieler von Klinsmann – und spielt keine Rolle unter van Gaal, weil der seinen Landsmann van Bommel bevorzugt. Deswegen bleibt die spannendste Frage, wie ein Platz für Ribéry gefunden wird. Bislang musste immer Olic weichen – jener Spieler, der in der Bayern-Krise im Herbst die entscheidende Rolle für die Wende spielte. Ohne ihn gäbe es van Gaal bei den Bayern vielleicht schon nicht mehr.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
Umfrage

Wer wird deutscher Meister?

19588 Stimmen wurden abgegeben.

27%
Im Zweifel gewinnt der Rekordmeister: Bayern München
46%
Der Jugendstil setzt sich durch: Borussia Dortmund
11%
Der Meister der Herzen ist endlich dran: FC Schalke 04
16%
Die Renaissance der Fohlenelf überrascht alle: Borussia Mönchengladbach
Die Umfrage ist geschlossen. Alle Umfragen
Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   20  31   43 Verbesserung zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   20  33   41 Verschlechterung zur Vorwoche
3.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   20  21   41 Gleichheit zur Vorwoche
4.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   20  19   40 Gleichheit zur Vorwoche
5.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   20  -1   32 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   20  1   31 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   20  -2   30 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   20  -2   24 Gleichheit zur Vorwoche
9.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   20  -11   24 Verbesserung zur Vorwoche
10.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   20  -12   24 Verschlechterung zur Vorwoche
11.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   20  -2   23 Verschlechterung zur Vorwoche
12.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   20  -9   23 Verschlechterung zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   20  -6   22 Verschlechterung zur Vorwoche
14.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   20  -12   21 Verschlechterung zur Vorwoche
15.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   20  -6   20 Gleichheit zur Vorwoche
16.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   20  -9   18 Gleichheit zur Vorwoche
17.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   20  -14   17 Gleichheit zur Vorwoche
18.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   20  -19   17 Gleichheit zur Vorwoche
Ergebnisse, Tabellen und Statistik