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Bundesliga-Kommentar Wolfsburg ist weiter

16.08.2009 ·  Louis van Gaal startete beim FC Bayern mit zwei Remis - wie Jürgen Klinsmann vergangene Saison. Es wird dauern, bis die Arbeit des Niederländers greift. Und der Gewinn der deutschen Meisterschaft könnte in diesem Jahr so schwierig werden wie lange nicht.

Von Peter Heß
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Das Urteil ist so schnell bei der Hand: „Auch nicht besser als bei Klinsmann.“ Schon nach dem zweiten Spieltag muss sich Louis van Gaal Vergleiche mit seinem Vorgänger gefallen lassen. Zwei Unentschieden zum Start der Fußball-Bundesliga, und der Vorschusslorbeer ist vertrocknet, als wäre er monatelang heißem Wüstenwind ausgesetzt gewesen. Übrigens: Van Gaal kann froh sein, wenn er in zwei Wochen nicht schlechter als Klinsmann dasteht. Denn in der vergangenen Saison folgten den beiden Remis deutliche Siege gegen Hertha und in Köln.

Der kurze Rückblick beweist, wie gefährlich die Verdikte in den Schnellgerichtsverfahren des Fußballs sind. Bis die Arbeit des niederländischen Trainers richtig greift, wird es noch viele Wochen dauern. Und bis feststeht, ob die Mannschaft die Methoden van Gaals auf Dauer erträgt, werden viele Monate ins Land gehen.

Aber schon in der Entwicklungsphase werden sich die Bayern in der Spitzengruppe der Bundesliga etablieren, wie bei Klinsmann. Im Kader steckt so viel spielerische Qualität, dass auch Angela Merkel, Hape Kerkeling oder Til Schweiger die Profis betreuen könnten, ohne dass die Qualifikation für die Europa League gefährdet wäre. Was sollen also weitere Vergleiche mit Klinsmann?

Europa League ist aber natürlich nicht der Anspruch des FC Bayern, van Gaal soll die Meisterschaft garantieren und irgendwann einmal den Gewinn der Champions League möglich machen. Dazu bedarf es eines besonderen Trainereffekts, der eine Gesamtleistung ermöglicht, die höher ist als die Einzelbeiträge der Spieler. Van Gaal war ehrlich genug, in dieser Woche zuzugeben, dass ihm selbst dann der Gewinn der Königsklasse möglicherweise mit den Bayern versagt bleibe. Den Meistertitel in der Bundesliga zweifelt niemand in München an – er wird sozusagen als natürliches Recht beansprucht.

Dies zu erlangen könnte in dieser Saison schwierig werden wie lange nicht. Titelverteidiger VfL Wolfsburg hat noch an Substanz gewonnen, und der überraschende Trainerwechsel könnte sich sogar als Vorteil entpuppen. Zum einen ist Felix Magath ein Trainer, dessen fordernde Art im dritten Jahr einige Widerstände bei den Profis hervorruft.

In Stuttgart war die Erleichterung so groß, als der Mann weg war, der sie sogar in der Champions League zu großen Siegen geführt hatte, dass sein Nachfolger Matthias Sammer in den ersten Monaten eine Erfolgswelle auslöste, ehe er sich als unverträglich mit den schwäbischen Verhältnissen erwies. Veh ist ein wesentlich konzilianterer Typ, der in Wolfsburg kaum anecken dürfte. Zum anderen beugt ein neuer Chef der Neigung der Angestellten vor, nach einem Triumph ein wenig nachzulassen. Grafite, Dzeko und Misimovic haben schon wieder getroffen, der neue Stürmerstar Martins auch schon. Auf das Duell des VfL mit den Bayern darf sich Fußball-Deutschland freuen.

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