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Bundesliga-Kommentar Wenn nur der Mittwoch nicht wäre...

01.09.2008 ·  Am Wochenende herrscht in der Bundesliga Fußball-Euphorie mit vollen Stadien. Unter der Woche verfällt der deutsche Fußball jedoch regelmäßig in Depression, wenn die deutschen Klubs im Europapokal Lehrgeld zahlen.

Von Peter Penders
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Wenn nur dieser Mittwoch nicht gewesen wäre. Die Bundesliga könnte sich wieder an sich selber berauschen, an den vollen Stadien, an den vielen Toren in Bielefeld, Mönchengladbach und Leverkusen, an den Aufsteigern, die eine Bereicherung sind, an den vielen, vielen Millionen, die zur Verstärkung der Mannschaften ausgegeben worden sind. Wir sind wieder wer, sogar ausländische Stars kicken wieder bei uns, und deshalb hat man leicht übersehen können, dass immer noch keiner unsere Spieler haben will.

Wenn nur nicht dieser Mittwoch gewesen wäre. Man muss sich nur die Tabelle ansehen. Was wird da das Ausland denken? Der FC Schalke 04, der sich in internationalen Wettbewerben hartnäckig weigert, auswärts wenigstens gelegentlich mal ein Törchen zu schießen, und bei Atlético Madrid gerade vorgeführt wurde, ist Tabellenführer in Deutschland. Muss man sich da nicht große Sorgen über die Spielstärke der Liga machen? Stattdessen aber wurde nach der Auslosung der Champions League und des Uefa-Pokals von Losglück und machbaren Gegnern für die deutschen Klubs gesprochen. Aber: Gibt es die überhaupt noch?

Bremen niedergerannt, HSV mit Problemen in Bielfeld

Das fragt sich nicht jeder, geblendet von der Atmosphäre in den ausverkauften Stadien in der Bundesliga. Pablo Thiam, Manager-Lehrling beim VfL Wolfsburg, fand etwa nach der Auslosung, dass Rapid Bukarest vom Namen her nicht so ein attraktiver Gegner sei. Was aber werden da erst die Bukarester sagen? Wolfsburg – na ja, kennt leider keiner in Rumänien. Und fürchten wird sich bei Rapid auch niemand, wenn sie das 2:2 der auf dem Transfermarkt investitionsfreudigen und auf dem Platz müden Wolfsburger gegen eine Frankfurter Eintracht sahen, die selber noch gar nicht in Tritt gekommen ist.

Wenn nur nicht dieser Mittwoch gewesen wäre, könnte man die Bundesliga ja mitunter vorbehaltlos genießen. Aber so? Bremen, demnächst in der Champions League am Ball, aktuell aber vom Aufsteiger Mönchengladbach niedergerannt. Der Hamburger SV, nach dem Verkauf von van der Vaart und Kompany komplett runderneuert, fühlt sich gegen den rumänischen Tabellenführer Unirea Urzicena in der Favoritenrolle, steckte aber schon beim traditionellen Abstiegsfavoriten Bielefeld zwischenzeitlich in argen Nöten. Und auch Schalke, mit dem gewohnt mageren 1:0-Sparsieg gegen Bochum auf den nationalen Platz an der Sonne gehüpft, sollte gegen Apoel Nikosia gewarnt sein. In Zypern haben sie den Gelsenkirchenern schließlich etwas voraus. Meister Famagusta spielt in der Champions League.

Die Bundesligaklubs geben Stärke vor. Intern scheint es zu genügen, wenn wenigstens Hoffenheim verliert. Anscheinend nicht auszudenken, wenn ausgerechnet dieser etwas andere Neuling auch noch Erfolg hätte. „Es war klar, dass sie nicht Meister werden. Das haben sie heute auch gemerkt“, ließ sich Bayerns Vorstandsvorsitzender Karlheinz Rummenigge nach der 2:5-Niederlage der Hoffenheimer in Leverkusen vernehmen. Über Aufsteiger aber haben die Bayern früher nie gelästert.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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