12.04.2012 · Dortmunds sechs Punkte Vorsprung sind kein Wunder, keine Überraschung, kein Zufall, sondern gerechter Ausdruck harter Arbeit und großer Begabung. Und steht am Ende die Meisterschaft, dann hat sie der Elan zum Erfolg getrieben.
Von Peter Heß, DortmundRichtlinien für Lesermeinungen
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... so viel Aufhebens, warum diese Töne, Herr Berns? Es ist ein - für die Protagonisten fürstlich honoriertes - Spiel. Nichts weiter.
Wenn Robben den Elfer verwandelt hätte... Hat er aber nicht! Leute,
"Grau ist alle Theorie, entscheidend is' auf'm Platz!"
Letztes Jahr waren sie eine "Eintagsfliege", heute stehen sie
kurz vor der Wiederholung des Erfolges und sind seit z.Z. 24 Spielen
ungeschlagen! Ich finde, bei dieser Leistung stehen die Dortmunder
zurecht da, wo sie stehen.
Im übrigen ist und bleibt Fußball ein Kampfspiel und da
muß du bis in die Haarspitzen voll mit Adrenalin sein, um
erfolgreich zu sein... Uli H. sollte sich auch mal eine Ladung in DO
für seine Leute bestellen...
Einseitige, verzerrende BVB-Lobhudelei
Hätte Bayern so gespielt wie Dortmund, hätten alle Medien von einem unverdienten Duseltor geschrieben, wenn es aber andersherum ist, war es ein verdienter Sieg. Dies belegen die Zahlen. Dortmund war in der ersten Halbzeit stark, dafür in der zweiten sehr schwach, mit nicht einer Torchance vor dem Glückstor nach der Ecke. Das Tor war weder herausgespielt noch erzwungen, sondern beruhte auf einem nicht gelungenen Schuss von Großkreutz, der zufällig bei Lewandoski landete, der perfekt reagierte aber nur reüsiserte, weil Robben pennte und das Abseits aufhob, sonst wäre nichts passiert. Die Wachablösung des BVB sieht man international seit 2 Jahren gar nicht, totales Versagen. National top, sonst flop!
Ich finde es erstaunlich, welche tiefgehenden Schlussfolgerungen hier aus einem einzigen Fußballspiel gezogen werden. Die Heimmannschaft rennt sich in der 1. Halbzeit die Seele aus dem Leib und spielt sich in einen Rausch, nutzt aber ihre Chancen nicht. In der zweiten Halbzeit ist sie platt und die Gastmannschaft ist überlegen. Durch eine taktische Dummheit (Robben löst das Abseits auf) und einen Geistesblitz eines der vielen sehr guten Spieler auf dem Platz fällt das zu dem Zeitpunkt glückliche 1:0. Euphorisiert vom tobenden Publikum gewinnt die Heimmannschaft wieder Oberwasser, hat Glück und gewinnt am Ende mit 1:0. Das passiert doch an jedem Wochenende, mit ständig wechselnden Rollen. Und Vorsicht mit dem naiven Glauben an Fernsehbilder. Teleobjektive verzerren die Darstellung. Ich würde einfach mal der Optik des Schiedsrichters vertrauen in der Elfmeterfrage. Der Herr Subotic hätte gestern aus meiner Sicht eine Rote Karte wegen unsportlichen Verhaltens sehen müssen.
Wenn Robben den Elfmeter verwandelt hätte ...
... und noch die Torchance genutzt hätte, dann stünde hier etwas vom Bayern-Dusel. Um es klarzustellen. Ich war neutraler Beobachter und Dortmund hat zu Recht gewonnen. Aber wenn sinngemäß hier steht: "an jedem Spieltag Bestleistung abgerufen". Da erinnere ich mich noch an die unsäglichen Leistungen zweier Jahre im internationalen Fußball. Inklusive dieser Saison. Und auch an ein mageres 1:0 gegen eine Notmannschaft von Werder Bremen. Jeder hat mal einen schlechten Tag, das gilt für beide Mannschaften. Ich habe nichts dagegen, wenn die Meisterschaft in Zukunft spannend bleibt. Aber wenn die Borussia-Spieler soviel Adrenalin aufbauen, dass es teilweise in Unsportlichkeiten mündet, macht mir das keinen Spaß mehr. Die Bundesliga hat nächstes Jahr einen Champions-League-Platz mehr. Verdienst von Dortmund ist das jedenfalls nicht.
... schau ich mir dann kommendes Jahr in der CL an.
Dortmund spielt den schoeneren Fussball und wird dieses Jahr auch wieder
verdient Meister. Aber man muss auch die Kirche im Dorf lassen.
Dortmund hat - leider - dieses Jahr in der CL kein Land gesehen und sich
nichtmal fuer die UEFA-Liga qualifiziert gehabt.
Dem deutschen Fussball wuerde es mehr als gut tuen, wenn Dortmund auf
dauer ein ernsthafter Gegner auf augenhoehe fuer Bayern bleibt. Noch
besser, wenn Dortmund auch etwas fuer die 5-Jahreswertung tut.
Sozialverhalten auf Augenhöhe.
Was an den Bayern mittlerweile wirklich nervt und diesen an sich tollen
Verein mit tollen Spielern (und das sage ich als BVB-Fan) diskreditiert,
ist die geradezu pöbelnde Arroganz, mit der jeder einzelne
Bayern-Spieler in den Medien auftritt. Es wird ja geradezu vermittelt,
dass der FC Bayern ein natürliches Recht hat, deutscher Meister und
Pokalsieger zu werden und es gerade zu ausgeschlossen ist, dass es ein
anderer Verein überhaupt versuchen will. Ich denke jeder
weiß, was gemeint ist, so dass es hier nicht weiter
ausgeführt werden muss.
Wenn an der Isar realisiert wird, dass ein wenig Bescheidenheit viel
Sympathien schafft, dann haben wir zwei Mannschaften, die auch vom
Sozialfaktor und letztendlich auch vom Sympathiefaktor herauf
Augenhöhe sind.
Das ewige Geschwafel...
... von dem unsagbar gutherzigen Arbeiterverein Ballsportverein Borussia. Sozialverhalten "auf Augenhöhe" hatten wir ja im Spiel. Man denke da an Groß"kotz" und Hummels, die ja irgendwie ihr Mütchen kühlen mussten. Ich bin kein Bayern-Fan aber die Unsympathie eines Weidenfellers hat schon die soziale Augenhöhe eines früheren Kahn erreicht. Und kaum hat der Verein mal ein wenig Geld übrig, wird auch kräftig eingekauft. Wo bitte schön, ist der Unterschied?
...eine recht präzise Umschreibung dessen, was das Spiel des BVB
ausmacht - rausgehen und den Gegner weghauen! Ihr Spiel kennt keine
Hemmungen, und selbst der seit der Dominanz von Barcelona und Spanien
völlig verpönte Einsatz des "langen Balles" wird
durch Hummels zumindest in der Bundesliga wieder salonfähig und
erweist sich als einfaches, jedoch wirksames Mittel die Dichte heutiger
Mittelfelder bei Bedarf zu überbrücken. Badstuber auf
Bayern-Seite könnte das wahrscheinlich ähnlich gut, aber dort
tut man sich offenbar immer noch etwas schwer damit, dogmatische
Restposten der Aera van Gaal zu entsorgen. Winkelzüge um den
Mittelkreis mal mit einer Geraden zu durchkreuzen, die gemäss
Lehrbuch immer noch die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten
ist, kann im richtigen Moment für total viel "Kawumm" sorgen.
Mal sehen, was den Münchnern für die Revanche im
Pokal-Endspiel einfallen wird, um den BVB zu knacken.
Um Hoeneß, Beckenbauer, Rummenigge und Co. war es für FCB-Verhältnisse überraschend still vor dem Gipfeltreffen. Die Bayern sind meistens besser, wenn sie vorher auf den Busch klopfen. Nun ist der Zug abgefahren und Dortmund holt den Titel - schöne neue Welt!
Weniger taktisches Verständnis
Bayern spielt simplen, ausrechenbaren Fußball. Dortmund ist da haushoch überlegen, einige andere Teams auch, s. Gladbach. Gegen eine Borussia hat Bayern keinen Punkt geholt, weil sie mit ihrem Schema-F-Fußball ausrechenbar sind. Dortmund hat sie phasenweise an die Wand gespielt.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.04.2012 14:11 UhrDabei sein ist alles?
So, wie sich die Dinge darstellen, könnten die Bayern zwar bis zum Schluss in allen Wettbewerben dabei gewesen sein. Aber keinen Titel erringen. Eine gute Halbzeit gegen Dortmund nützt nichts, wenn man am Ende leer ausgeht.
welche 2. Halbzeit haben Sie gesehen ???
Die Bayern waren imho mindestens ebenbürdig u. sind im Gegensatz zum BVB noch in allen Wettbewerben.