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Bundesliga-Kommentar Solidarität mit den Bayern

27.08.2007 ·  Der FC Bayern siegt weiter. Und der Klassenprimus tut dies in einer Weise, dass selbst Kritiker anerkennend nicken. Nun versuchen die Gegner, mit rüden Fouls dagegenzuhalten. Es wird wieder Zeit für einen kollegialen Umgang in der Liga, meint Hans-Joachim Leyenberg.

Von Hans-Joachim Leyenberg
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Bielefeld und Bochum als Bayern-Jäger. Ein hübsches, reizvolles Bild. Es erinnert an Zeichnungen von Mordillo, in denen die raffinierte Maus dem behäbigen Elefanten einen Streich spielt. Es bedient das Klischee von den Kleinen, die dem Koloss ein Bein stellen. Aber der Gigant der Bundesligasaison 2007/2008 kommt so wunderbar schwerelos daher, dass alle über die Jahre wie in Stein gemeißelten Einschätzungen über den Fußball à la Bayern nicht mehr mit der heutigen Wirklichkeit in Einklang zu bringen sind.

Die Boy-Group spielt einen so attraktiven Ball, dass sie selbst jene aus der Reserve lockt, die sich grundsätzlich nicht für den hiesigen Marktführer erwärmen möchten. So wie es halt Leute gibt, die aus Prinzip nicht auf den guten Stern aus Untertürkheim blicken wollen, wenn sie sich ans Steuer ihres Autos setzen.

Bayern praktiziert Erlebnis- statt Ergebnisfußball

Aber dann kommen sie doch ins Schwanken, wenn es an eine Neuanschaffung geht und die Autobauer ein pfiffiges Gefährt mit allen nur erdenkbaren Vorzügen in die Welt setzen. So ertappt sich jetzt mancher Fußballfreund dabei, voller Vorfreude dem nächsten Auftritt der Artisten aus dem Süden der Republik entgegenzusehen. Ohne auch nur einen Gedanken daran zu verlieren, dass es irgendwo einen Gegenpol oder kleine revolutionäre Zellen geben möge, die dem Establishment in die Parade fahren mögen.

Nein, und dreimal nein! Weil die Bayern Erlebnis- und nicht Ergebnisfußball praktizieren, sich nicht durchmogeln wie in ihren schlechteren Jahren. Da blieb dann beim Konsumenten das schale Gefühl zurück, dass am Ende eben immer die Bayern gewinnen – egal, was vorher war.

Die Liga muss ihren Schadstoffausstoß reduzieren

Plötzlich gibt es sogar so etwas wie Solidarität mit den Bayern, wenn da ein paar Grobiane – die Namen sind austauschbar – versuchen, dem Spielfluss ein abruptes Ende zu bereiten. Vor einer Woche war es Naldo, der meinte, Miroslav Klose zeigen zu müssen, was eine Harke ist. Am Samstag widmete sich Lala dem Zauberer Ribéry in einer Art, die die Leute auf der Bayern-Bank kollektiv aufschreien ließ. Die brutalen Fouls und Nickeligkeiten sind der CO2-Ausstoß einer Liga, die aufpassen muss, diesen Schadstoff zu reduzieren.

Vielleicht regelt sich die Sache mit dem Reizklima ja, sobald die Spieler nicht mehr ganz so gut im Futter stehen. Zur Zeit legen sie los, als müssten sie sich in ihrem Rudel beweisen. Zumal es nach diesen drei Spieltagen eine erste Zäsur gibt: Mit dem August endet die Frist, den Kader mit weiteren Neuverpflichtungen anzureichern.

Eine schwer verdauliche Szenen des Spieltages

Mancher, so der wieder neu belebte Verdacht, lernt es nie: den kollegialen Umgang miteinander. Wie der Hamburger Demel dem am Boden liegenden Bochumer Bechmann einen Tritt verpasste, gehörte zu den schwer verdaulichen Szenen des Spieltages. Wie der Nürnberger Kluge den Bremer Diego bekämpfte, war nur insofern eine Nuance weniger verwerflich, weil es mit offenem Visier geschah.

Bei Anpfiff dieser giftig geführten Partie sah man die Trainer Meyer und Schaaf noch so einvernehmlich und freundschaftlich miteinander umgehen, dass man sich keinen Reim auf das machen konnte, was dann kam. Treibhaus-Effekt? Wohl wahr, aber dann am liebsten mit den Orchideen, die er in München hervorbringt. Und den Fleißigen Lieschen in Bielefeld und Bochum.

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