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 ·  Ein „Nein“ bedeutet im Fußball häufig nur „nicht genug“. Auch im Fall von Lars Bender und dem FC Bayern ist das möglich. Der Rekordmeister könnte sich jedoch noch über den zu zahlenden Preis ärgern. Denn manchmal liegt das Gute so nah.

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© AFP Von 1860 zu Leverkusen zu Bayern? Lars Bender rauft sich die Haare

So, so, der FC Bayern interessiert sich also für Lars Bender. Das an sich ist noch nichts Besonderes, denn gute Spieler sind natürlich immer ein Gesprächsthema bei einem Klub mit derartigen Erfolgsansprüchen, wie sie der Rekordmeister an den Tag legt oder sogar legen muss. Und noch weniger überraschend ist, dass die Münchner dieses Interesse trotz angeblich gegenläufiger Absprachen mit Benders aktuellem Verein Bayer Leverkusen öffentlich gemacht haben und sich von Kritik über dieses Vorgehen nicht stören lassen. Bemerkenswert ist höchstens, wie gereizt die Reaktionen des deutschen Rekordmeisters in der Regel ausfallen, wenn ein anderer Verein den Flirt mit einem Münchner Spieler wagt, obwohl der FC Bayern schon längst abgewunken hat.

„Nein“ bedeutet häufig nur „nicht genug“

“Es gibt immer einen Preis, die Frage ist, ob der FC Bayern bereit ist, diesen zu bezahlen“, hat nun Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge zum Interesse an Bender gesagt. Das mag man moralisch beklagen, da es ja immerhin um Menschen geht und nicht beispielsweise um irgendein Gemälde, das ein Sammler unbedingt haben möchte. Das Fußballgeschäft aber funktioniert so, ein „Nein“ bedeutet häufig eben nur „nicht genug“, das nächste „Nein“ nichts anderes als „immer noch nicht genug“, und Beteuerungen, dass man genau um diesen Spieler eine Mannschaft aufbauen wolle, müssen manchmal am Ende nur um einen Buchstaben erweitert werden - man wollte.

Einzig und allein interessant an der ganzen Geschichte ist nur die Herkunft von Lars Bender. Eine irrsinnige Reisetätigkeit, sagen wir mal nach Südamerika, wohin viele Reisen in der Vergangenheit gingen, wäre schließlich für die Bayern-Scouts nicht nötig gewesen, um auf dieses Talent aufmerksam zu werden. Die Bender-Zwillinge haben schließlich einst bei 1860 München gekickt, mit dem FC Bayern damals auch noch gerade das neue Stadion baute. Sven aber wechselte zu Borussia Dortmund, Lars zu Bayer Leverkusen - irgendwer muss da also nicht aufgepasst haben bei den Münchnern, oder er drang in höheren Etagen nicht vor mit seinem Anliegen.

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So etwas ist schon anderen passiert - auch Dortmund hat gerade erst Marco Reus für rund 17 Millionen Euro zurückgeholt. Erstaunlich bleibt es trotzdem immer noch, dass ausgerechnet den Bayern so etwas passiert, denn neben den munter vor den Toren der Säbener Straße spielenden Bender-Zwillingen war mit Mats Hummels ein EM-Gewinner sogar einst ein „Roter“. Und so darf man festhalten, dass die Nachwuchsabteilung der Bayern zwar mit Schweinsteiger, Lahm, Badstuber, Müller mitunter sehr erfolgreich arbeitet. Aber trotzdem liegt das Gute manchmal so nah, dass nicht einmal ein Reiseantrag gestellt werden müsste. Wenn man es beizeiten erkennt - danach wird es teuer.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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