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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Bundesliga-Kommentar Reizvolle Starre

 ·  In der langweiligsten Winterpause seit langem brach allein der hyperaktive Felix Magath aus der Starre aus. Doch auch er produzierte keinen Aufreger. Zehn der 18 Klubs ließen ihr Personal sogar ganz unverändert.

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© dapd Nur Felix Magath sorgte in der Winterpause für personelle Bewegung - ein Aufreger ist unter seinen Neuen aber nicht

An diesem Freitag geht die langweiligste Winterpause seit langem zu Ende. Bis auf den hyperaktiven Felix Magath verfielen die Protagonisten in eine Art Starre, obwohl die Temperaturen so gut wie nie unter null gefallen sind. Aber auch Magath produzierte keinen Aufreger, weil sich erstens alle schon an seine ausgedehnten Shopping-Touren gewöhnt haben und zweitens er seinen Wolfsburger Warenkorb mit No-Name-Produkten gefüllt hat.

Der in Westeuropa sozialisierte Fußballfan hat jedenfalls Schwierigkeiten, sich die neue ungewohnt klingenden Namen zu merken. Sissiko, Sio, Hasani, Medojovic: exotische Urlaubsorte, Haarwuchsmittel, alkoholische Getränke oder Wolfsburger Fußballprofis? Bei Günther Jauchs Millionen-Quiz würden wohl viele den Publikumsjoker wählen; als Diskussionsstoff unter Fußballfans taugen die Namen nicht.

Da mussten schon die Freiburger einspringen, die vor Weihnachten erst ein paar Spieler suspendierten und dann den Trainer austauschten - willkommen in der Tretmühle Bundesliga, Christian Streich. Und mit dem Wechsel von Torjäger Cissé nach Newcastle sorgten die sonst so blassen Freiburger auch noch für den bislang prominentesten Transfer des Winters. Sonst noch was? Mit dem neuen Trainer Michael Skibbe endete in Berlin auch noch das gerade liebgewonnene Gekeife zwischen dessen Vorgänger Markus Babbel und der Vereinsführung.

Der letzte Euro ist zwar noch nicht investiert, die Transferperiode endet erst am 31. Januar. Aber wenn die Einkaufsabteilungen der Fußball-Bundesliga ihre bisherige Geschäftspolitik nicht völlig auf den Kopf stellen, dann gibt es keinen Anlass zu glauben, dass sich in der Rückrunde noch viel tun wird. Zehn der 18 Klubs ließen ihr Personal unverändert, sieben beließen es bei Retuschen, und Wolfsburg ist zu weit von den Spitzenplätzen entfernt, dass ein Durchmarsch möglich erscheint. Selbst wenn aus den unbekannten Neuzugängen plötzlich Helden würden.

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Zwar belegte der VfL in der Meistersaison 2008/09 nach der Hinrunde auch nur Rang neun. Aber damals wurden die Niedersachsen lediglich durch neun Punkte von Herbstmeister Hoffenheim (punktgleich folgten die Bayern) getrennt. Diesmal liegt der Zwölfte Wolfsburg jedoch 17 Punkte hinter den Bayern zurück sowie 14 beziehungsweise 13 Zähler hinter den Champions-League-Kandidaten Dortmund, Schalke und Mönchengladbach.

Zudem zeichneten sich die vier an der Spitze durch eine spielerische Konstanz aus, die so groß war wie die in ihrer Personalpolitik. Eintönig wurde die Hinrunde dadurch dennoch nicht. Und so ist die langweilige Winterpause nichts anderes als ein Versprechen, dass die Saison in der Rückrunde genauso interessant weitergeht wie sie begonnen hat.

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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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