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Bundesliga-Kommentar Nicht bloß Pipifax

 ·  Das Doping-Problem betrifft alle. Auch den Fußball. Die beiden zur Probe verspäteten Hoffenheimer Spieler sollten dem Regelwerk entsprechend bestraft werden. Das ist im Sinne aller - auch der lässig abwinkenden Herren Rangnick und Meyer.

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Hallo! Aufgewacht, hochwohlgelobtes Fußball-Personal! Aufgepasst jetzt, all die selbstzufriedenen Herren in ihren luxuriösen Vereinsheimen! Offensichtlich ist ein bisschen Nachhilfe dringend nötig. Wir leben, das sollten sie sich notieren, in einer Zeit, da der Leistungssport gegen ein massives Problem ankämpft. Man nennt es Doping-Problem, und es betrifft alle.

Auch den Fußball, der dem gleichen Regelwerk unterliegt wie die anderen Sportarten. Dem gleichen Kodex wie zum Beispiel die Radprofis. Oder die Gewichtheber. Wer diese Regeln nicht einhält, betreibt keine überzeugende Anti-Doping-Politik. Da hilft kein lässiges Abwinken, wie das die beiden Fußballtrainer Ralf Rangnick und Hans Meyer praktizieren. Wenn ein zur Doping-Probe ausgewählter Spieler sich nicht direkt nach Abpfiff zum Kontrollraum begibt, verstößt er gegen die Vorschriften und muss bestraft werden.

Appetitlich sind die einschlägigen Verschleierungsmethoden nicht

Nein, Hoffenheimer Trainer-Professor Rangnick, Mannschaftsbesprechungen sind nicht wichtiger als Doping-Kontrollen. Und es ist auch keine Lappalie, dass die Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker am 7. Februar nach dem 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach wegen einer Teamsitzung nicht gleich zur Doping-Kontrolle gegangen sind (siehe auch: Hoffenheimer Dopingtest: Gladbach legt Protest gegen Spielwertung ein). Sie hätten von einer Begleitperson direkt dorthin gebracht werden müssen. Und nein, die Tatsache, dass die Doping-Tests der beiden Spieler bei der Analyse negative Ergebnisse gebracht haben, ist kein Grund, Entwarnung zu geben. Ein Blick über die Eckfahne hinaus müsste genügen, um zu erkennen, was Sportler in zehn Minuten alles tun können, um ihre Tests zu manipulieren.

Zugegeben: Appetitlich sind die einschlägigen Methoden nicht. Erfunden haben sie aber nicht die Doping-Bekämpfer, die Regelmacher oder die Berichterstatter, sondern Sportkameraden mit unlauteren Absichten. Sie haben schon Behälter an ihrem Körper versteckt, die Urin von ihrem Trainer enthielten, und diesen heimlich beim Test ins Becherchen gefüllt. Sie haben ein paar Megaperls aus Mamas Waschpulver in die Hände genommen, die sie dann später in die Doping-Probe fallen ließen, was diese unbrauchbar machte.

Das Doping-Problem ist keine Bagatelle - auch nicht im Fußball

Und sie haben schon – wir scheuen uns fast, angesichts der Naivität auf der Fußball-Insel, es auszusprechen – Penis-Attrappen umgeschnallt, um unbemerkt körperfremde Flüssigkeiten von sich geben zu können. Wirklich, da gibt es keinen Grund zu lachen. Betrug macht erfinderisch. Und deshalb sollte das Verfahren besser nicht, wie Hans Meyer hofft, ausgehen wie das „Hornberger Schießen“. Alle sollten vielmehr daran interessiert sein, dass die beiden betroffenen Profis dem Regelwerk folgend bestraft werden. Vielleicht verstehen dann endlich alle, wie wichtig die Einhaltung des Anti-Doping-Reglements auch für Fußballspieler ist.

Und nein, Deutscher Fußball-Bund, man kann in den beiden Fällen nicht die Augen zudrücken und von einer angemessenen Strafe abrücken, die zuletzt in zwei italienischen Präzedenzfällen vom Internationalen Sportgerichtshof auf ein Jahr Sperre festgelegt wurde. Sonst legt die Welt-Anti-Doping-Agentur Berufung ein. Das macht sie, um der Bagatellisierung des Doping-Problems entgegenzuwirken. Denn es ist keine Bagatelle. Auch nicht im Fußball.

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Jahrgang 1958, Sportredakteurin.

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