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Bundesliga-Kommentar Einpeitscher für die Bayern

Den Dortmundern schon zur Meisterschaft in der Fußball-Bundesliga zu gratulieren ergibt aus zweierlei Gründen keinen Sinn. Eines aber steht bereits fest: Den Bayern fehlt etwas, was die Borussen in besonderem Maße auszeichnet.

© dapd Vergrößern Da ist das Unglück nicht mehr aufzuhalten: Leverkusens Kießling trifft gleich, die Bayern verlieren

Die Bayern beschäftigen sich, so Manager Nerlinger, nicht mehr mit dem Thema Meisterschaft. Da hat er recht. Bei jeder anderen Aussage würde er sich angesichts von sieben Punkten Rückstand auf Borussia Dortmund der Lächerlichkeit preisgeben. Der Rekordmeister hat dringlichere Sorgen, als über die abnehmende Wahrscheinlichkeit zu diskutieren, ob ein weiterer Bundesligatitel gesammelt werden kann.

Peter Heß Folgen:  

Die Münchner müssen sich bescheiden darauf konzentrieren, ein Desaster zu vermeiden. Angesichts der aktuellen Form, der 0:1-Hinspielniederlage gegen Basel in der Champions League und des Loses im DFB-Pokalhalbfinale, das die Münchner nach Mönchengladbach führt, könnte die Saison enden, ohne dass eine weitere Trophäe die Vitrinen in der Säbener Straße bereichert.

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Den Dortmundern schon zur Meisterschaft zu gratulieren macht aber auch keinen Sinn. Nicht nur, weil sie die Glückwünsche ausschlagen würden. Noch sind 30 Punkte zu verteilen, und auch wenn man es sich wegen der unbezwingbar scheinenden Dortmunder nicht vorstellen mag: Sieben Punkte sind kein sicheres Polster. Erinnern wir uns an die Hinrunde, in der die Bayern bezauberten. Wie viele sprachen da schon vom kommenden Meister?

Sehr viele. Nach dem siebten Spieltag hatte die Tabelle folgendes Aussehen: Erster: Bayern, 18 Punkte, Achter Dortmund, zehn Punkte. Und nach dem 15. Spieltag, also nur acht Runden später? Erster: Bayern, 31 Punkte, Zweiter: Dortmund, 30 Punkte. Für alle, die gerade nicht Kopfrechnen wollen: Der BVB benötigte nur acht Spiele, um sieben Punkte auf die Münchner aufzuholen, und weitere neun Runden, um bis heute noch mal acht Zähler gutzumachen.

So wird das gemacht: Der Dortmunder Kagawa schießt den BVB zum 2:1-Sieg über Mainz © REUTERS Vergrößern So wird das gemacht: Der Dortmunder Kagawa schießt den BVB zum 2:1-Sieg über Mainz

Das alles gelang nur, weil die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp nahe an der Perfektion spielte und punktete. Etwas anderes wird den Bayern nicht übrigbleiben, wenn sie nach dem Strohhalm zum Titel greifen wollen. Das erscheint jedoch weniger wahrscheinlich, als dass die Dortmunder in den nächsten Wochen etwas menschlicher werden.

Die Münchner haben sich einfach zu lange auf ihre alten Stärken verlassen und keine Alternativen für ihr Spiel entwickelt. Wer die Außen Robben und Ribéry doppelt und schnell und geschickt genug das Zentrum verteidigt, hat gute Aussichten, die Münchner Ballbesitzdominanz ohne größere Bedrohung für das eigene Tor zu überstehen.

Die nächste Bayern-Niederlage F.A.Z.-Spezial: 24. Bundesliga-Spieltag © AFP Bilderstrecke 

Den Bayern fehlt das, was die Dortmunder in besonderem Maße auszeichnet: Leidenschaft. Die Münchner Fußball-Weisen wählten Jupp Heynckes als Trainer mit dem Auftrag aus, wie einst Ottmar Hitzfeld, die Mannschaft zu befrieden. Einen feinen Ausgleich der Einzelinteressen der Stars zu finden. Das ist Heynckes auch gelungen. Aber Dortmund ist zu stark, als dass dies schon genügte.

Einen intelligenten Einpeitscher wie Klopp benötigten die Bayern auch noch. Aber vielleicht fühlen sich die Münchner Profis angesichts davonschwimmender Felle bald auch von alleine an der Ehre gepackt. So gesehen war es ein gutes Zeichen, dass sich Müller und Boateng während des Spiels in Leverkusen schreiend Fehler vorwarfen.

Quelle: F.A.Z.

 
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