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Bundesliga-Kommentar Bayrisches Frühwarnsystem

Matthias Sammer hat mit seiner Kritik an den Bayern-Spielern vollkommen recht. Aber tatsächlich dürfte auch in dieser Saison der Rivale aus Dortmund stärker wirken als alle Sportdirektoren-Worte.

© dpa Vergrößern „Warne so früh wie möglich – immer!“ - das Motto von Matthias Sammer

Dass Sammer-Prinzip ist unschlagbar. Es funktioniert so: „Warne so früh wie möglich – immer!“ Genau das hat der Sportdirektor nach dem 2:0 gegen Hannover nun wieder getan. Die Spieler verstecken sich hinter Trainer Guardiola. Sie emotionalisieren sich null. Sie müssen raus aus der Komfortzone. All das sagte der Sportdirektor des FC Bayern nach dem mühevollen Heimsieg – und Sammer hat vollkommen recht.

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Aber was folgt daraus? Wenn es in den kommenden Wochen nicht laufen sollte, und die Bayern tatsächlich noch das eine oder andere Spiel verlören, wird es anerkennend heißen, Sammer habe die Krisensymptome sehr früh bemerkt. Und wenn sich die Münchner in drei, vier Wochen jubelnd in den Armen liegen, weil sie wieder hervorragend Fußball spielen, dann kamen die Warnungen genau zur rechten Zeit.

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Das Sammer-Prinzip verlangt dann wiederum, gleich die nächste Warnung auszusenden: Diese Siege seien zwar schön, wird es dann heißen, aber gewonnen habe man noch überhaupt nichts, erst am Saisonende dürfe man feiern. Und so weiter und so weiter. Soviel steht in der neuen Saison fest: Sammer bleibt sich treu.

Man darf mit Blick auf seine Warnungen, die im Fußballgeschäft gerne und in den Rang einer Brandrede erhoben werden, nebenbei kurz daran erinnern, dass in dieser Saison erst fünf Spiele gespielt sind, von denen die Bayern vier gewonnen haben. Wenn das also Vorboten einer Krise sein sollen, dann würden sich alle anderen Teams nichts sehnlicher zum Saisonstart eine Krise wünschen. Außer Borussia Dortmund nach einem hinreißenden 6:2 gegen den HSV und einem neuen eigenen Startrekord mit fünf Siegen am Stück.

Bayern wurde in der Vorsaison reichlich belohnt

Tatsächlich jedoch kann den Bayern nichts Besseres widerfahren als eine Borussia in Bestform. Ohne die Herausforderung aus dem Hause Klopp, so viel lässt sich ebenfalls mit Gewissheit sagen, hätten sich die Bayern nicht solche Anstrengungen und Veränderungen zugemutet. Dafür wurden sie in der Vorsaison reich wie nie belohnt.

Und auch in dieser Spielzeit dürften die Bilder aus Dortmund vermutlich stärker wirken als alle Sportdirektoren-Worte gegenüber einer ganz verständlichen aber dennoch kritischen Entwicklung angesichts eines so starken BVB: dass die Spieler mit Triple und neuem Trainer zu Saisonbeginn spielerisch und emotional wohl noch gar nicht an ihre Grenzen gehen können.

Jürgen Klopp geht elegant ins Grundsätzliche

Die energiegeladene Borussia arbeitet sich unterdessen neben dem Spielfeld wieder mal an Statusfragen an. Trainer Klopp wendet dabei eine sportlich leicht nachvollziehbare Entscheidung, Hummels auf die Nationalmannschaftsbank zu setzen, elegant ins Grundsätzliche.

„Ich glaube nicht, dass Jogi Löw ein Problem mit Borussia Dortmund hat. Aber es ist auch Tatsache: Wenn Fehler Namen kriegen, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass es ein Spieler von Borussia Dortmund ist“, sagte Klopp, nachdem Hummels zweimal nicht spielen durfte, und Schmelzer vor Jahresfrist von Löw ziemlich hässlich sein Fett abbekam.

BVB-Empfindlichkeit bei nationaler Repräsentation

Das eine hat mit dem anderen aber nur in soweit zu tun, dass Klopp mit Hummels‘ aktuellen Status genau jene angeblich mangelnde allgemeine Wertschätzung zum Thema macht, die er rhetorisch zugleich ausschließt.

Die BVB-Empfindlichkeit in nationaler Repräsentation lässt sich aus gegebenen Anlass auch so beschreiben: Wir glauben nicht, dass Dortmund ein Problem mit dem Leistungsprinzip in der Nationalelf hat. Aber es ist auch Tatsache: Wenn Nationalelf-Lobbyismus Namen kriegt, dann ist es nicht unwahrscheinlich, dass es eine Führungskraft aus Dortmund ist.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 15.09.2013, 14:31 Uhr

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