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Bundesliga-Kommentar : Ausgemachte Sache

Bild: dpa

Seine 25. Meisterschaft hat der FC Bayern sicher. Doch eigentlich ist dieser Titel nur ein Nebenprodukt für das ganz große Ziel: Den Sieg der Champions League.

          Natürlich kann man den Bayern vorwerfen, dass sie dank ihrer wirtschaftlichen Kraft der Bundesliga ihres größten Spannungsmomentes beraubt haben – die Frage nach dem Meister stellte sich für viele schon vor der Saison nicht, und im Grunde kam sie auch in der gesamten Spielzeit nie wirklich auf. Nur für den Spielplan können die Münchner natürlich nichts – und so wurde passend zu dieser Spielzeit die Meisterschaft den Münchnern also recht schmucklos serviert, während sie – vermutlich – vor dem Fernseher saßen oder wie Sportvorstand Matthias Sammer den Bayern-Basketballern beim Sieg über Berlin zusahen.

          Große Partystimmung mochte in München und anderswo also nicht aufkommen, als die Entscheidung über den Meister der Saison 2014/15 nun auch rechnerisch feststand. Dieser Titel sei der wichtigste von allen, hat Trainer Pep Guardiola immer behauptet, aber dieser Titel hat natürlich eine Fußnote – er ist gleichzeitig auch der selbstverständlichste Erfolg für die Münchner. In einem Pokalspiel, also auch in jenem mit Spannung erwarteten Halbfinale gegen Borussia Dortmund am Dienstag, kann immer alles passieren, kann eine Schiedsrichterentscheidung einer Begegnung eine entscheidende Richtung geben. In der Bundesliga ist diese Möglichkeit momentan nicht gegeben. Auch die Bayern mögen hier und da zwar mal ein Spiel verlieren, und in der Rückrunde liefen die Begegnungen gegen die „Verfolger“ Wolfsburg und Mönchengladbach ja auch alles andere als nach Wunsch. Doch in Sachen Konstanz sind die Münchner allen Konkurrenten aufgrund ihres Kaders derzeit zu überlegen, und das selbst in den Phasen, in denen wie in der aktuellen Situation einige Stars verletzungsbedingt fehlen.

          Champions League überstrahlt Meisterschaft

          Wenn sich die Bayern aber – rein hypothetisch natürlich – einen Titel aussuchen dürften, käme ihnen sicherlich nicht die Meisterschafts-Schale als allererstes in den Sinn. Ein Erfolg in der Champions League steht über allem, was natürlich daran liegt, dass die europäische Krone so ungleich schwerer zu gewinnen ist als der nationale Titel. Um dort im Kreis der großen Klubs mithalten zu können, haben die Bayern ihren Kader in den vergangenen Jahren und vor allem nach dem bitteren Moment der Niederlage im „Finale dahoam“ im Mai 2012 entsprechend verstärkt und vermeintliche Schwachstellen behoben.

          Das aber führt zwangsläufig dazu, dass der Meisterschaftskampf in der Bundesliga niemals ein solcher sein kann, sondern von vornherein als ausgemachte Sache erscheint. Nur ein personell so aufgestellter FC Bayern wie die aktuelle Mannschaft kann in der Champions League überhaupt eine Chance haben, am Ende tatsächlich zu triumphieren. Diese 25. Meisterschaft in der Bundesliga ist deshalb nur das Nebenprodukt eines ganz anderes Zieles. Und das wird sich nach Lage der Dinge auch erst wieder ändern, wenn wie in Spanien zwei Mannschaften – oder wie im vergangenen Jahr neben dem FC Barcelona und Real Madrid mit Atlético Madrid gar ein drittes Team – ganz Großes im Sinn haben. Sollte den Bayern der altersbedingte Umbruch, der ihnen bald bevorsteht, nicht gelingen, könnte die Spannung in der Bundesliga zwar zurückkehren. Aber von großen Momenten in der Champions League wie nun dem Halbfinale gegen Barcelona müssten sich deutsche Fußballfans dann auch verabschieden.

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