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Bundesliga-Kommentar Alte Fragen neu gestellt

22.03.2010 ·  19 Spiele hatte der FC Bayern nicht verloren, nun erwischte es die Münchner in Frankfurt. Der Kampf um den Meistertitel wird kein Alleingang, auch wenn Schalke am Sonntag nicht gewann. Die nächsten Wochen werden anstrengend für Bayern.

Von Peter Penders
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Es ist ja nicht so, dass die Bayern die Bundesliga immer total beherrscht haben und deshalb so oft deutscher Meister wurden. Vielleicht ist es in Vergessenheit geraten, aber dann und wann leisteten sich die Bayern auch in der Vergangenheit – in der Regel nach Auftritten in der Champions League – Schwächephasen, aber häufig genug nutzte die Konkurrenz das nicht aus.

Deshalb traten dann entweder Stefan Effenberg oder Oliver Kahn mit einem süffisanten Lächeln, das man nicht mögen musste, vor die Kameras und sagten diesen oft gehörten Satz: „Wenn die anderen zu blöd sind, dann werden wir eben wieder deutscher Meister.“

Auch wenn der FC Schalke die Chance, die Bayern bei erster Gelegenheit von der Tabellenspitze zu stoßen, am Sonntag nicht nutzen konnte - die Münchner sollten gewarnt sein. Ihnen steht eine heiße Endphase der Saison bevor - nach dem Pokal-Halbfinale auf Schalke folgt ein schnelles Wiedersehen in Gelsenkirchen zwischen zwei Treffen mit Manchester United in der Champions League. Das aber wird die Münchner Kraft kosten - und darüber verfügen die von Felix Magath trainierten Teams in der Regel zu Genüge, wie vor allem die Bayern noch wissen müssten.

Obacht - auf Borussia Dortmund muss man achten

Die Zeiten haben sich ohnehin offenbar geändert, denn nun kommen kesse Töne ganz woanders her. „Wenn wir alle Spiele bis zum Saisonende gewinnen, werden wir auch noch deutscher Meister.“ Natürlich hat Sebastian Kehl dabei nach dem 3:0 über Leverkusen mit den Augen gezwinkert.

Aber der Dortmunder Sieg war nicht nur ein deutlicher Beleg dafür, wie unberechenbar Fußball sein kann, sondern auch ein Fingerzeig, dass sich in Dortmund wieder etwas Großes entwickeln kann. Aus den Trümmern einer nahenden Insolvenz haben die Borussen wirtschaftlich die Kurve bekommen und sportlich wieder eine Mannschaft aufgebaut, auf die man in Zukunft achten muss - auch ohne den Titel in diesem Jahr. Wer einst glaubte, Jürgen Klopp könne dank seiner Popularität nur in seinem Heimatklub Mainz Erfolg haben, muss sich extrem getäuscht sehen.

Obacht also: Dortmund hat eine junge Mannschaft, in der ein Akteur wie Marcel Schmelzer den Publikumsliebling Dede verdrängt hat, und Dortmund hat mit Lucas Barrios vielleicht den Transfer mit dem höchsten Kosten-Nutzen-Wert getätigt. Dafür musste mit Alexander Frei ein anderer gehen, der bei den Fans hoch im Kurs stand. Wer Klopp auf die Schulter klopft, sollte bedenken, dass er keinen einfachen Weg gegangen ist.

Bayern München gehen die Innenverteidiger aus

Den hat Louis van Gaal auch nicht gewählt, aber nach überraschenden Niederlagen wie in Frankfurt werden alte Fragen neu gestellt. Fair ist das nicht, denn 19 Spiele hatten die Bayern zuvor nicht verloren, zwischenzeitlich das Publikum auch ohne Ribéry verzaubert. Dazu wurde wurde der Jugendstil des Holländers überall gelobt.

Aber van Gaal hat auch Lucio vor der Saison weggeschickt und den Ausleihgeschäften mit Breno und Braafheid zugestimmt. Nach der Verletzung des Argentiniers Demichelis und dem Ausscheiden van Buytens in Frankfurt gehen den Bayern in der entscheidenden Phase der Saison die Innenverteidiger aus. Der Grat, auf dem Personalpolitik aufgeht oder nicht, ist manchmal sehr schmal.

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